Nils Frahm

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Nils Frahm beim Traumzeit-Festival 2014 in Duisburg
Instrumentensetup am 28. April 2015 in der Volksbühne

Nils Frahm (* 20. September 1982 in Hamburg) ist ein deutscher Pianist und Komponist. Bekannt wurde er durch die Kombination von Elementen der Neo-Klassik mit minimalistischen Elektroklängen sowie seine unkonventionelle Herangehensweise. Als Solokünstler kollaboriert er mit mehreren Musikern, wie Anne Müller, Ólafur Arnalds, F.S. Blumm und Woodkid. Nils Frahm lebt und arbeitet in Berlin.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frahm bekam eine frühe Einführung in die Musik, in der er sich mit Werken klassischer und zeitgenössischen Komponisten beschäftigte. Bereits während seiner Kindheit erhielt er Klavierunterricht von Nahum Brodski, einem Schüler von Alexander Borissowitsch Goldenweiser und Grigori Romanowitsch Ginsburg. Einen weiteren wichtigen Einfluss verdankte Nils Frahm seiner Klavierlehrerin Karin Gerken, von der er auch sein Fender Rhodes bekommen hat.

Heute ist Nils Frahm als Komponist und Produzent in seinem in Berlin gegründeten Studio Durton tätig.[1] Bei seinen Auftritten verwendet Frahm neben dem Piano ein Fender Rhodes und einen Juno-Synthesizer, wobei er auch Samplings und Loops seiner Musik mit einem Computer erzeugt.[2]

Nach der Veröffentlichung der erfolgreichen Solopianowerke Wintermusik (2009) und The Bells (2009), erschien 2011 das Album Felt. Darauf folgte die Solosynthesizer-EP Juno sowie „Screws“ (2012), letztere ein Geburtstagsgeschenk für die Fans, das Frahm während der Genesung von einer Daumenverletzung aufnahm. 2013 erschien Juno Reworked, mit den Beiträgen von Luke Abbott and Clark.

2013 erschien Spaces. Im gleichen Jahr veröffentlichte Frahm auch seinen ersten Notenband mit dem Titel Sheets Eins.

2015 rief Nils Frahm den „Piano Day“ ins Leben. Die weltweite Feier des Klaviers und der Klaviermusik wird am 88. Tag des Jahres – entsprechend den 88 Klaviertasten – zelebriert. Das Ziel dabei ist, eine Plattform für klavierbezogene Projekte zu schaffen, um die Weiterentwicklung der musikalischen Dimensionen des Klaviers zu fördern und die Freude am Klavierspielen zu teilen.[3] Das erste von Piano Day initiierte Projekt 2015 war der Bau des größten Klaviers der Welt – das Modell 450 des Klavierbauers David Klavins. Im Unterschied zum horizontal gebauten klassischen Konzertflügel wird das 4,50 Meter große M450 vertikal über zwei Stockwerke aufgebaut und wiegt fast eine Tonne.

Im August 2015 kulminierte die langjährige Zusammenarbeit Nils Frahms mit dem isländischen Produzenten Ólafur Arnalds mit der Erscheinung von Collaborative Works, das die zwischen 2012 und 2015 entstandenen EPs Loon, Life Story Love and Glory und Stare sowie die Stücke aus der improvisierten Audioaufnahme des 46-minütigen Studio-Films Trance Frendz versammeln.

Im gleichen Jahr veröffentlichte Frahm die Musik für den Spielfilm Victoria (Regisseur: Sebastian Schipper). Beim Deutschen Filmpreis erhielt Music for the Motion Picture Victoria den Preis für die beste Filmmusik. 2016 kollaborierte Nils Frahm mit Yoann Lemoine alias Woodkid und kreierte den Soundtrack für den Kurzfilm Ellis (Regisseur JR). Der Film erzählt die Geschichte eines Flüchtlings auf dem Weg in eine angstfreie Zukunft, eine neue Heimat, vorgetragen von Robert De Niro.

Aus den gemeinsamen Klangexperimenten Frahms mit seinen Kindheitsfreunden Frederic Gmeiner und Sebastian Singwald ging 2016 die Band Nonkeen hervor, die zwei Alben veröffentlichte, The Gamble und The Oddments of the Gamble.

2016 erschien mit Sheets Zwei sein zweiter Notenband.

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Alben[4]
All Melody
  DE 15 02.02.2018 (4 Wo.)
  AT 38 09.02.2018 (1 Wo.)
  CH 21 04.02.2018 (3 Wo.)
  UK 21 08.02.2018 (2 Wo.)

Soloaufnahmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2005: Streichelfisch (AtelierMusik)
  • 2006: My First EP (AtelierMusik)
  • 2008: Electric Piano (AtelierMusik)
  • 2009: Wintermusik (Erased Tapes Records, EP)
  • 2010: The Bells (Kning Disk, LP)
  • 2010: Unter/Über (Erased Tapes Records, EP)
  • 2011: Felt (Erased Tapes Records)
  • 2011: Juno (Erased Tapes Records, EP)
  • 2012: Screws (Erased Tapes Records)
  • 2013: Spaces (Erased Tapes Records)
  • 2015: solo (Erased Tapes Records)
  • 2016: Solo Remains (Erased Tapes Records)
  • 2018: All Melody (Erased Tapes Records)
  • 2018: Encores 1 (Erased Tapes Records, EP)
  • 2019: Encores 2 (Erased Tapes Records, EP)
  • 2019: Encores 3 (Erased Tapes Records, EP)

Aufnahmen mit anderen Musikern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2008: Library Tapes / Nils Frahm (mit Library Tapes, Sonic Pieces)
  • 2009: Dauw (Split) (mit Maschinenfabrik, Dekorder)
  • 2010: Music for Lovers, Music Versus Time (mit F.S. Blumm, Sonic Pieces)
  • 2011: 7Fingers (mit Anne Müller, HUSH)
  • 2011: Wonders (als Oliveray mit Peter Broderick, Erased Tapes Records)
  • 2011: Westeynde (Seeljocht) (mit Heather Woods Broderick, Erased Tapes Records)
  • 2012: Stare (Ólafur Arnalds, Erased Tapes Records)
  • 2013: Music for Wobbling Music Versus Gravity (mit F.S. Blumm, Sonic Pieces)
  • 2013: Juno Reworked (mit Luke Abbott, Clark, Erased Tapes Records)
  • 2015: Life Story Love and Glory (mit Ólafur Arnalds, Erased Tapes Records)
  • 2015: Loon (mit Ólafur Arnalds, Erased Tapes Records)
  • 2015: Collaborative Works (2 CDs, mit Ólafur Arnalds, Erased Tapes Records)
  • 2016: The Gamble – Nonkeen (mit Frederic Gmeiner und Sebastian Singwald, R&S records)
  • 2016: Trance Frendz (mit Ólafur Arnalds, Erased Tapes Records)
  • 2016: Oddments of the Gamble (mit Frederic Gmeiner und Sebastian Singwald, R&S records)

Filmmusik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Nils Frahm – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Durton Studio. Durton Studio. Abgerufen am 18. Oktober 2011.
  2. Mike: Nils Frahm: The piano avant-garde. In: Avant Music News. 3. Oktober 2014. Abgerufen am 27. April 2015.
  3. Piano Day
  4. Chartquellen: DE AT CH UK