Nordazepam

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Strukturformel
Strukturformel von Nordiazepamsolution
Allgemeines
Freiname Nordazepam
Andere Namen
  • 7-Chlor-5-phenyl-1,3-dihydro-2H-1,4-benzodiazepin-2-on
  • Nordiazepam
  • Desmethyldiazepam
Summenformel C15H11ClN2O
Kurzbeschreibung

weißer Feststoff[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 1088-11-5
EG-Nummer 214-123-4
ECHA-InfoCard 100.012.840
PubChem 2997
Wikidata Q3180288
Arzneistoffangaben
ATC-Code

N05BA16

Wirkstoffklasse
Eigenschaften
Molare Masse 270,71 g·mol−1
Aggregatzustand

fest[1]

Schmelzpunkt

216–217 °C[1]

Löslichkeit
Sicherheitshinweise
Bitte die Befreiung von der Kennzeichnungspflicht für Arzneimittel, Medizinprodukte, Kosmetika, Lebensmittel und Futtermittel beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [1]
07 – Achtung

Achtung

H- und P-Sätze H: 302
P: keine P-Sätze [1]
Toxikologische Daten

670 mg·kg−1 (LD50Mausoral)[1]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Nordazepam (auch Desmethyldiazepam) gehört zur Wirkstoffgruppe der Benzodiazepine. Die Verbindung wurde 1963 von Hoffmann-La Roche patentiert.[2] Nordazepam ist ein Stoffwechselprodukt (Metabolit) vieler therapeutisch gebräuchlicher Benzodiazepine, wie etwa des Diazepams, wird aber auch direkt als Arzneistoff verwendet. Vom Diazepam unterscheidet sich Nordazepam durch das Fehlen der Methylgruppe in Position 1 am Diazepinring. Es besitzt eine außergewöhnlich lange Plasmahalbwertszeit und somit Wirkdauer.

Die Halbwertszeit beträgt etwa 36 bis 200 Stunden. Seine Potenz entspricht in etwa der des Diazepams.[3] Nordazepam ist angezeigt zur symptomatischen Behandlung akuter oder chronischer Angst-, Spannungs- und Erregungszustände.

Wie alle Benzodiazepine wirkt Nordazepam sedierend, hypnotisch, angstlösend, amnestisch, muskelrelaxierend, antikonvulsiv, euphorisierend und stimmungsaufhellend. Es wirkt wie die anderen Benzodiazepine am GABAA-Rezeptor, jedoch nur partialagonistisch wodurch die Wirkstärke herabgesetzt ist. Es hat auch ähnliche Nebenwirkungen wie die anderen Benzodiazepine (Somnolenz, Muskelhypotonie) und ein hohes Suchtpotential. Es kann sich schnell eine starke psychische und körperliche Abhängigkeit entwickeln.

Nordazepam ist ein Metabolit von Diazepam, Chlordiazepoxid, Clorazepat, Prazepam, Pinazepam und Medazepam. Nordazepam selbst wird in der Leber metabolisiert und über die Nieren ausgeschieden.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f Datenblatt Desmethyldiazepam, analytical standard, for drug analysis bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 16. Oktober 2016 (PDF).
  2. a b c Eintrag zu Nordazepam. In: Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 21. Mai 2014.
  3. Benzodiazepine Equivalency Table