Norderwerft

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Norderwerft Repair GmbH
Rechtsform Gesellschaft mit beschränkter Haftung
Gründung 1906
Sitz Hamburg, Deutschland
Leitung Hans-Joachim Theile
Website www.norderwerft.de

Norderwerft aus der Luft
Norderwerft von der Landseite
Norderwerft von der Wasserseite
Schwimmdock der Norderwerft

Die Norderwerft in Hamburg gehört seit 2012 zur Lürssen-Werftengruppe. Das Betriebsgelände befindet sich auf dem Steinwerder am Reiherstieg.

Die Norderwerft verfügt über drei Docks und einen gut 450 m langen Kai mit drei Liegeplätzen. Dock 1 ist 164 m lang, 28 m breit und kann Schiffe bis zu 12.500 t aufnehmen, Dock 2 ist 118 m lang, 24 m breit und verfügt über eine Tragfähigkeit von 5.500 t, Dock 3 ist 150 m lang, 23,5 m breit und für eine Tragfähigkeit von 5.000 t eingerichtet.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Werft wurde von Reinhold F. Holtz gegründet. Nachdem die Kapazität des Betriebsgeländes seiner Schlosswerft Reinhold F. Holtz (am Harburger Schloss in Harburg) nicht mehr ausreichend war, pachtete er zum 1. August 1906 das Gelände am Reiherstieg und legte darauf bis 1908 fünf Slipanlagen (ausgelegt für Schiffe bis zu 600 t) an. 1912 folgte ein Schwimmdock mit 1000 t Hebefähigkeit. Neben dem Neubau beschäftigte die Werft sich intensiv mit dem Umbau und Reparaturen von Schiffen. Zunächst waren die Kaiserliche Marine, der Hamburger Senat und ausländische Auftraggeber die Hauptkunden.

1918 wurde die Werft von Hamburger Kaufleuten gekauft, die zu der Zeit auch die Elbewerft in Boizenburg kauften. Es entstand die Vereinigte Elbe- und Norderwerft Aktiengesellschaft, die jedoch 1921 durch Abtrennung der Elbewerft wieder zur Norderwerft AG wurde. Das Werftgelände wurde um das Doppelte vergrößert und immer wieder ausgebaut und erneuert, um den Anforderungen gerecht zu werden. Zeitweise waren bis 954 Personen auf der Werft beschäftigt, die 1936 wieder zum Privatunternehmen Norderwerft Köser & Meyer wurde. Im April 1923 lieferte die Werft mit der Hermes einen der ersten deutschen Motor-Bergungsschlepper ab.[2] 1925 ließ Graf Luckner dort seinen Viermastschoner Vaterland umbauen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die völlig zerstörte Werft wieder aufgebaut und der Werftbetrieb wieder aufgenommen, so dass ab 1948 der erste Neubau aufgelegt wurde. Frachter und Tanker, aber auch Eisbrecher, Kümos, Fähren, Schuten und Fischereifahrzeuge wurden wieder gebaut. Darunter auch das Seebäderschiff Bunte Kuh und der Umbau eines Leichters zur Flussschifferkirche. Von 1945 bis 1967 leitete der Ingenieur Johann Köser, der bereits seit 1921 einen Direktionsposten innehatte, die Werft als Alleininhaber.

1972 – Übernahme durch die Sietas-Werft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1971 geriet die Werft aufgrund des zunehmenden Preisdrucks im Schiffbau in Zahlungsschwierigkeiten. Sie wurde zunächst mit Hilfe des Hamburger Senats gerettet und dann am 2. Januar 1972 von Johann Jacob Sietas, dem Inhaber der von ihm geführten J. J. Sietas KG Schiffswerft GmbH u. Co. übernommen und als Kommanditgesellschaft Norderwerft GmbH & Co. in die Sietas-Unternehmensgruppe integriert. Im Jahr 1980 wurde der Neubaubetrieb auf der Norderwerft eingestellt. Danach beschäftigt sich das Unternehmen ausschließlich mit der Reparatur und dem Umbau von Schiffen. Zudem übernahm die Norderwerft die Endfertigung von solchen Sietas-Schiffen deren Breite 22 Meter und damit die Durchfahrtsbreite des alten Estesperrwerk überstieg. Entsprechende Doppelhüllenschiffe, die Sietas ab 1993 beispielsweise mit dem Typ 150 baute, wurden mit mittschiffs fehlender Außenhülle, aber bereits komplett montierter Innenhülle, zur Norderwerft geschleppt und dort fertiggestellt. Im Jahr 1996 lieferte die Norderwerft mit der Osnabrück erstmals wieder einen eigenen Neubau für Sietas ab.

Die Norderwerft war als Reparaturwerft gut beschäftigt und hatte von 2006 bis 2012 in jedem Jahr schwarze Zahlen geschrieben. Die Umsätze lagen zwischen 25 Millionen und 48 Millionen Euro.

2012 – Übernahme durch Lürssen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Insolvenz der Sietas-Werft wurde die Norderwerft am 1. Oktober 2012 durch die Fr. Lürssen Werft übernommen und ist damit der fünfte Standort der Lürssen-Werftengruppe. Lürssen übernahm die komplette Belegschaft von rund 100 Beschäftigten und hat für das Gelände inzwischen mit der Hafenverwaltung Hamburg Port Authority (HPA) einen neuen Pachtvertrag für 30 Jahre geschlossen.[3]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Norderwerft Hamburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Werften vollziehen Sinneswandel. In: Hansa, Heft 11/2014, S. 41, ISSN 0017-7504
  2. Dudszus, Alfred; Köpcke, Alfred: Das große Buch der Schiffstypen. Weltbild Verlag, Augsburg 1995, ISBN 3-89350-831-7 (Lizenzausgabe von transpress, Berlin).
  3. Rolf Zamponi: Friedrich Lürßen - der Retter aus Bremen, Hamburger Abendblatt, 13. Oktober 2012.

Koordinaten: 53° 32′ 5,6″ N, 9° 58′ 26,5″ O