Obergrunstedt

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Obergrunstedt
Landgemeinde Grammetal
Koordinaten: 50° 57′ 10″ N, 11° 16′ 0″ O
Höhe: 338 m
Einwohner: 200
Eingemeindung: 9. April 1994
Eingemeindet nach: Nohra
Postleitzahl: 99428
Vorwahl: 03643

Obergrunstedt ist ein Ortsteil der Landgemeinde Grammetal im Landkreis Weimarer Land in Thüringen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Obergrunstedt liegt in einer flachen Mulde am Südostrand des Thüringer Beckens auf einer Höhe von etwa 350 m ü. NHN. Der Ortsteil liegt nördlich der Bundesautobahn 4 zwischen Weimar und Erfurt. Über Ortsverbindungsstraßen und die Weimar-Berka-Blankenhainer Eisenbahn ist das Dorf erreichbar.

Kirche in Obergrunstedt

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsteil Obergrunstedt weist eine Ersterwähnung von 1289 aus, wogegen Wolfgang Kahl den 30. April 1319 für die urkundliche Ersterwähnung ermittelt hat.[1] Das Platzdorf gehörte einst den Grafen von Orlamünde-Weimar. Im 16. Jahrhundert überwog der Waidanbau bei der landwirtschaftlichen Erzeugung. Von jeher war und ist das Dorf landwirtschaftlich geprägt. Das Gewerbegebiet Nohra reicht fast bis an den Nordrand des Dorfes und beeinflusst den Ort.

Am 27. Februar 1945 griffen US-Tiefflieger einen Konvoi alliierter Kriegsgefangener auf der Autobahn in Höhe von Obergrunstedt an. Sie töteten dabei 117 Männer (Russen, Franzosen, Belgier und Engländer). Diese wurden von den Überlebenden unterhalb der Friedhofsmauer beerdigt. 1951 wurden 13 Briten und 3 Belgier exhumiert und in Westberlin beigesetzt. 1965 wurde ein Denkmal für die Gefallenen errichtet, das in Vergessenheit geriet und jetzt mit Unterstützung vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge erneuert werden soll.[2]

Haltepunkt Obergrunstedt (2017)

Derzeit wohnen rund 200 Bürger im Dorf.[3]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dorfkirche Obergrunstedt
  • Backhaus und das Tor im Oberdorf
  • Waidmühlstein im Oberdorf
  • Kriegsgräberstätte unterhalb des Friedhofs: am 27. Februar 1945 bei US-Tieffliegerangriff getötete 117 alliierte Kriegsgefangene (101 von ihnen ruhen hier noch).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wolfgang Kahl: Ersterwähnung Thüringer Städte und Dörfer. Ein Handbuch. 5., verbesserte und wesentlich erweiterte Auflage. Rockstuhl, Bad Langensalza 2010, ISBN 978-3-86777-202-0, S. 205.
  2. Sibylle Göbel: Dem Vergessen entrissen. Grabstätte für 101 getötete Kriegsgefangene in Obergrunstedt wird saniert - Arbeitseinsatz von Jugendlichen. Thüringische Landeszeitung, 12. Juni 2017
  3. Obergrunstedt auf der Webseite der Gemeinde Nohra.@1@2Vorlage:Toter Link/www.nohra.eu (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven) Abgerufen am 24. Januar 2012.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Obergrunstedt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien