Observationseinheit Zoll

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Die Observationseinheiten Zoll (OEZ) sind neben der Zentrale Unterstützungsgruppe Zoll (ZUZ) Spezialeinheiten der deutschen Bundeszollverwaltung. Es bestehen acht OEZ an den jeweiligen Standorten der Zollfahndungsämter.

Auftrag[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Observationseinheiten Zoll haben die Aufgabe, verdächtige Personen aus dem Bereich der mittleren, schweren und organisierten Kriminalität zu beobachten, verdeckt Beweise zu suchen und gegebenenfalls festzunehmen. Daneben werden diese auch eingesetzt für Aufklärungs-, Schutz- und Sicherungsmaßnahmen. Die OEZ sind mit den Mobilen Einsatzkommandos (MEK) der Polizeien der Länder vergleichbar. Sie unterstützen vorrangig den Zollfahndungsdienst und die Finanzkontrolle Schwarzarbeit, aber auch alle deutschen Länderpolizeien, die Landeskriminalämter, sowie das Bundeskriminalamt.[1]

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die OEZ sind in den acht Zollfahndungsämtern Teil des Sachgebietes 200 „Einsatzunterstützung“ neben den Technischen Servicediensten und dem Lage- und Informationsdienst. Bei jeder OEZ sind Technische Einsatzgruppen (TEG) eingerichtet. Diese sind verantwortlich für die komplexe Unterstützungstechnik bei den laufenden Einsatzmaßnahmen, wie zum Beispiel Ortungs-, Nachtsicht-, Wärmebild-, Video- und Audiotechnik.

Eignungsfeststellung und Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Eignung für eine Verwendung in den OEZ wird in einem einwöchigen Auswahlverfahren festgestellt. Es besteht aus einer medizinischen Untersuchung, einem sportlichen beziehungsweise praktischen und psychologischen Test sowie der Vorstellung vor einer Auswahlkommission. Anschließend werden die Kräfte bei den OEZ weiterqualifiziert, um neben ihrer Observationstätigkeit unter anderem als Einsatztrainer für Sport beziehungsweise Schießen, Rettungssanitäter, Fahrsicherheitstrainer, Einsatztechniker, Legendenbeauftragter und vieles mehr tätig zu sein. Seit 2019 findet das Auswahlverfahren in neuer Form statt. Es wird nun zeitlich voneinander getrennt in zwei Schritten durchgeführt. Teil 1 beinhaltet schriftliche psychologische Tests (ein Tag) und Teil 2 sportliche Abnahmen sowie Einzelgespräche mit dem Psychologen und der Auswahlkommission (fünf Tage). Als Teil 1 erhalten die Bewerber die Information, ob sie für Teil 2 zugelassen sind.[1][2]

Die Ausbildung zum OEZ-Beamten dauert mit 28 Wochen verhältnismäßig lange. Während der Ausbildung werden schwerpunktmäßig Observationstaktik, Schießen, Festnahmen und waffenlose Selbstverteidigung trainiert. Parallel dazu sollen die Auszubildenden immer wieder an ihre körperliche und geistige Belastbarkeit geführt werden.

Dazu kommen umfangreiche Fahrsicherheitstrainings, die 3 Wochen andauern.

Grundsätzlich können die Aspiranten während dieser Zeit an jedem Tag das Lehrgangsziel verfehlen und bestehen somit die Ausbildung zum OEZ-Beamten nicht.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor dem Hintergrund immer häufiger organisiert und konspirativ agierender Straftäter im Zuständigkeitsbereich des Zolls gewann die Observation Ende der 1980er-Jahre zunehmend an Bedeutung. Im Zuge dieser Entwicklung wurden die OEZ bei den Zollfahndungsämtern eingerichtet.

Standorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die acht Zollfahndungsämter, zu denen je eine OEZ gehört, sind in Berlin, Dresden, Essen, Frankfurt am Main, Hamburg, Hannover, München, Stuttgart.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Observationseinheiten des Zolls (Faltblatt). (PDF) In: Bundeszollverwaltung. Januar 2020, abgerufen am 21. März 2020.
  2. Auswahlverfahren – Hinweise zum Ablauf. In: Bundeszollverwaltung. Abgerufen am 21. März 2020.