Ochsenpferchbunker

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Front des Bunkers mit Eingangsbereich
Nord-West-Seite

Der Ochsenpferchbunker ist der größte Hochbunker in Mannheim und stammt aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Das denkmalgeschützte Gebäude steht am nördlichen Neckarufer, an der Auffahrt der Jungbuschbrücke im Stadtbezirk Neckarstadt-West. Die Benennung des Bunkers rührt vom Gewann „Ochsenpferch“ her, in dem er errichtet wurde. Alternativ wurden früher auch die Bezeichnungen „Bunker an der Hindenburg-Brücke“ oder „Bunker Bürgermeister-Fuchs-Straße“ verwendet.

Gebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gebäudehülle umfasst 29.310 Kubikmeter bei einer Grundfläche von 6100 Quadratmetern. Über einem Kellergeschoss und dem Erdgeschoss befinden sich vier Stockwerke. Die Wanddicke beträgt 1,10 m, die Deckenstärke 1,40 m. Die Kapazität war (mit rund 1000 Liegeplätzen und 2000 Sitzplätzen) für eine planmäßige Belegung mit 3412 Menschen konzipiert. Nach Aushub Ende 1940 wurde der Rohbau von April 1941 bis Januar 1943 errichtet und dazu mehr als 10.000 Kubikmeter Stahlbeton verwendet.

Nutzung im Zweiten Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den ersten Luftangriffen auf die Neckarstadt am 9./10. Mai 1941 befand sich der Bunker noch im Bau. Nach Fertigstellung bot er bei maximaler Belegung 7500 Menschen Schutz. Das Gebäude wurde mehrfach getroffen und hielt in der Nacht vom 23./24. September 1943 dem Treffer einer 10-Zentner-Minenbombe auf den östlichen Treppenturm stand. Weitere Luftangriffe, u. a. am 26. August 1944, führten nicht zu ernsthaften Beschädigungen.

Nutzung nach dem Krieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Kriegsende wurde der Bunker zunächst von den Amerikanern als Gefangenenlager und danach zur Unterbringung für deren Bedienstete, für Kriegsheimkehrer und Rückkehrer aus Evakuierung genutzt. Ab Ende 1954 wurden die Bewohner wieder in Wohnungen umquartiert. Frei war der Bunker aber erst 1966.

Nach entsprechendem Umbau diente er im Kalten Krieg als Atomschutzbunker dem Zivilschutz und hätte im Ernstfall etwa 5400 Menschen Platz geboten. 2010/2011 wurde er vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) entwidmet. Der Bund schenkte ihn der Stadt Mannheim.

Nutzung durch das Stadtarchiv Mannheim[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2008 dient der Bunker als Außendepot des Stadtarchivs Mannheim, vor allem für Bestände, die bereits digitalisiert sind. Das Stadtarchiv hat bislang seinen Sitz im Collini-Center. Weil der Büroturm des Technischen Rathauses sanierungsbedürftig ist, wurde ein neues Quartier in der Stadt gesucht. 2014 beschloss der Gemeinderat der Stadt einstimmig, den Ochsenpferchbunker für 17 Millionen Euro umzubauen. Für Büros, Lesesaal und Veranstaltungsräume des Stadtarchivs sollen zwei moderne Stockwerke auf den Bunker aufgesetzt werden. Auch Ausstellungsflächen für ein lokales NS-Dokumentationszentrum sind geplant. Die Denkmalschutzbehörde beim Regierungspräsidium Karlsruhe hat die Pläne genehmigt. Die Ausführung der Baumaßnahmen begann im Februar 2016, die Fertigstellung ist für Mitte 2017 geplant.

Die Jungbuschbrücke, ganz links der Ochsenpferchbunker

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ochsenpferchbunker – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten: 49° 30′ 0,3″ N, 8° 27′ 41,3″ O