Olaf Trätelgja

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Ynglingasaga: Olaf, der Holzhacker (Illustration von Gerhard Munthe, 1889)

Olaus bzw. Olaf Trätelgja[1] (†um 640)[2] (norwegisch Olav Tretelgja, schwedisch Olof Trätälja, altnorwegisch/altisländisch Óláfr trételgja, d. h. etwa "Olaf, der Holzhacker, Holzaxt, oder Baumfäller"), eigentlich Olaf Ingjaldsson, war ein legendärer Ynglinger-Prinz bzw. ein schwedisch-norwegischer Sagenkönig. Er gilt als Stammvater der norwegischen Ynglinger-Könige, ist aber historisch nicht belegt.

Schwedischen und norwegisch-isländischen Sagen (Ynglingatal, Ynglingasaga) zufolge war Olaf der Sohn des Königs Ingjald Ildraade (Illråde) von Alt-Uppsala, der um 600 Svear und Gauten unter seiner Herrschaft vereint hatte. Seine Mutter war der Heimskringla zufolge Prinzessin Gauthild von West-Götland. Die verschiedenen Überlieferungen stimmen darin überein, dass Ingjald und seine Tochter Asa in ihrer von Feinden umstellten Residenz verbrannten.[3] Unterschiedlich überliefert wurde, ob auch Olaf verbrannte oder fliehen konnte bzw. erst noch seinem Vater als König folgte, ehe auch er gestürzt und vertrieben wurde.

Einigen Überlieferungen zufolge sei er über Närke und Västergötland nach Värmland geflohen, wo er um 600 zusammen mit weiteren schwedischen Flüchtlingen ein neues Königreich begründet habe, das sich bis über das norwegische Vestfold erstreckt habe.[4] (Die im waldreichen Värmland notwendigen Rodungsarbeiten sollen der Grund für Olafs Beinamen gewesen sein.)

In Skiringssal (später Kaupang genannt) in Vestfold soll er eine neue Kultstätte und Residenz begründet haben. Von dort aus habe er dann versucht, auch Jütland und Schleswig zu erobern,[5] musste es aber schließlich den Dänen überlassen. Letztlich aber soll auch Olaf während eines Aufstands seiner über zunehmende Abgaben und Teuerung erbosten Untertanen in seiner Residenz verbrannt sein.[6] Sein historisch ebenfalls nicht belegter Sohn und Nachfolger Halfdan Hvitbeinn (Halfdan Weißbein) soll von 640 bis etwa 700 regiert haben.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peter A. Munch: Das heroische Zeitalter der nordisch-germanischen Völker und die Wikinger-Züge. Bremen 1854/2011, S. 105 ff.
  • Wilhelm Wägner: Unsere Vorzeit, 1. Band (Germanische Göttersagen). Neufeld & Henius Verlag, Berlin 1921, S. 310 ff.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. deutsche Schreibweise nach Meyers
  2. Olaf. In: Universal-Lexikon der Gegenwart und Vergangenheit. 4., umgearb. und stark vermehrte Auflage, Band 12: Nishnei-Nowgorod–Pfeufer, Eigenverlag, Altenburg 1861, S. 254.
  3. Schweden. In: Universal-Lexikon der Gegenwart und Vergangenheit. 4., umgearb. und stark vermehrte Auflage, Band 15: Säugethiere–Sicilicus, Eigenverlag, Altenburg 1862, S. 548.
  4. Olaf Trätelgja. In: Christian Blangstrup (Hrsg.): Salmonsens Konversationsleksikon. 2. Auflage. Band 18: Nordlandsbaad–Perleøerne. J. H. Schultz Forlag, Kopenhagen 1924, S. 471 (dänisch, runeberg.org).
  5. Meyers Konversations-Lexikon, Zwölfter Band, Seite 129 (Norwegen: Geschichte). Dritte Auflage, Leipzig 1877... ebenso Zwölfter Band, Seite 252, Vierte Auflage, Leipzig und Wien 1885-1892... nicht mehr jedoch in der Fünften Auflage von 1897
  6. Norwegen. In: Universal-Lexikon der Gegenwart und Vergangenheit. 4., umgearb. und stark vermehrte Auflage, Band 11: Matelica–Nishnei-Kolymsk, Eigenverlag, Altenburg 1860, S. 124.