Olympiastützpunkt

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Olympiastützpunkte (OSP) sind Einrichtungen für den Hochleistungssport in Deutschland. Neben den Bundesstützpunkten und den Bundesleistungszentren sind sie ein Strukturelement innerhalb des Stützpunktsystems des deutschen Spitzensports.

Sie werden aus zweckgebundenen Mitteln des Bundesministeriums des Innern, der jeweiligen Länder sowie ggf. weiterer Zuwendungsgeber finanziert.

Kennzeichen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Skulptur an einem Olympiastützpunkt (OSP) in Baden-Württemberg

Im Stützpunktkonzept[1] des damaligen Deutschen Sportbundes (heute: Deutscher Olympischer Sportbund) vom Dezember 2004 wurden die Olympiastützpunkte erstmals beschrieben. Der DOSB beschreibt sie wie folgt:

„Olympiastützpunkte sind Betreuungs- und Serviceeinrichtungen für Bundeskaderathletinnen und -athleten sowie deren Trainerinnen und Trainer, bei freien Kapazitäten auch für Landeskader. Ihre Hauptaufgabe liegt in der Sicherstellung einer qualitativ hochwertigen komplexen sportmedizinischen, physiotherapeutischen, trainings- und bewegungswissenschaftlichen, sozialen, psychologischen und ernährungswissenschaftlichen Betreuung, insbesondere für die Olympiavorbereitung des TopTeams im täglichen Training bzw. bei zentralen Maßnahmen der Spitzenverbände. Hinzu kommt die regionale sportarten-übergreifende Koordination und Steuerung der Leistungssportentwicklung in den Schwerpunktsportarten.“

Deutscher Olympischer Sportbund (DOSB)[2]

Die Olympiastützpunkte erfüllen gemäß dem Stützpunktkonzept des DOSB von 2013 im Einzelnen folgende Zwecke:[3]

  • „Deutsche Athleten/innen sollen gesund trainieren und an Wettkämpfen teilnehmen und im Verletzungs- oder Krankheitsfall schnell und fachkundig versorgt und nach Möglichkeit wieder in den Trainingsprozess integriert werden können.“
  • „Der tägliche Trainingsprozess soll fortwährend trainingswissenschaftlich begleitet werden können, um Leistungsvoraussetzungen zu schaffen, Bewegungen zu verbessern, Trainingsbelastungen zu steuern sowie Athlet/in und Trainer/in in Fragen der Trainingsgestaltung zu beraten.“
  • „Durch Trainingsstätten und Trainerbeschäftigung werden wesentliche Voraussetzungen für den Trainings- und Wettkampfbetrieb geschaffen.“
  • „Die Athleten/innen sollen Schule, Ausbildung und Beruf mit dem Leistungssport vereinbaren können.“
  • „Durch sportpsychologisches Training sollen die zu betreuenden Athleten/innen lernen können, sich auf die Anforderungen des Leistungssports einzustellen.“
  • „Die Athleten/innen sollen sich gesund und abwechslungsreich ernähren können.“

Bei den Häusern der Athleten liegt die Aufgabe der Olympiastützpunkte darin, die zweckbestimmte Nutzung sicherzustellen, den Finanzbedarf aus Bundessicht zu ermitteln und die bereitgestellten Mittel zur Verfügung zu stellen und dies ggfs. mit den Trägern der Einrichtungen abzustimmen und zu prüfen. Die Olympiastützpunkte arbeiten jedoch mit sehr verschiedenen Modellen, die teilweise mit der räumlichen Struktur, teilweise mit der sehr unterschiedlichen personellen Ausstattung zusammenhängt. So sind die Kosten pro aus dem OSP resultierendem Olympiateilnehmer oder -medaillengewinner extrem unterschiedlich.[4] 2014 hat der Bundesrechnungshof die Verwendung der Bundesmittel in den OSPs kritisiert und die sachgerechte Verwendung angemahnt sowie auf das Einsparungspotential für den Bund in der Zukunft verwiesen.[5] Da der DOSB hierauf nichts unternommen hat, hat der Bundesrechnungshof 2015 erneut gemahnt und die fehlende Transparenz bemängelt, durch den die Bundesfachverbände sehr unterschiedlich gefördert werden.[6]

Stützpunkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Olympiastützpunkt Freiburg-Schwarzwald
Olympiastützpunkt Tauberbischofsheim (Fechten)
Olympiastützpunkt Westfalen in Dortmund (Rudern)

Das Stützpunktsystem verfügt zurzeit über folgende 19 Olympiastützpunkte:

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Deutscher Olympischer Sportbund (Hrsg.): DOSB Stützpunktkonzept. Weiterentwicklung des Stützpunktsystems ab 2013. 20 Seiten. DOSB, Frankfurt am Main 2013.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stützpunktkonzept des Deutschen Sportbundes Bereich Leistungssport 2004.
  2. DOSB: Olympiastützpunkte. Online auf www.dosb.de. Abgerufen am 22. August 2016.
  3. DOSB: DOSB Stützpunktkonzept. Weiterentwicklung des Stützpunktsystems ab 2013. (PDF, 1,13 MB). 21. März 2013. Online auf www.dosb.de. Abgerufen am 22. August 2016.
  4. Eike Emrich, Ronald Wadsack: Zur Evaluation der Olympiastützpunkte: Betreuungsqualität und Kostenstruktur. (= Berichte und Materialien des Bundesinstituts für Sportwissenschaft. Band 6). Sport und Buch Strauß, Köln 2005, ISBN 3-89001-406-2.
  5. Bundesrechnungshof: Jahresbericht 2014 Bes. S. 167ff.
  6. Correctiv.org: Rechnungshof: Sportförderung muss transparenter werden.