Onkel Emil

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Berliner Gedenktafel am Haus, Hünensteig 6, in Berlin-Steglitz

Onkel Emil war eine Berliner Widerstandsgruppe im Dritten Reich.

Sie war nicht ideologisch, sondern humanitär motiviert und bestand vorwiegend aus Journalisten, Ärzten und anderen Intellektuellen.

Die Gruppe fand sich im Winter 1938 um die Journalistin Ruth Andreas-Friedrich und den Dirigenten Leo Borchard zusammen. Zum inneren Zirkel der Vereinigung gehörten laut Tätigkeitsbericht der Gruppe[1] weiterhin die Schauspielerin Karin Friedrich (die Tochter von Ruth Andreas-Friedrich), der Schriftsteller Fred Denger, der Konditormeister Walter Reimann und seine Frau Charlotte, der Arzt Josef Schunk und der Facharzt Walter Seitz. Es gab eine Anzahl weiterer aktiver Mitarbeiter.

Sie wurde nach ihrem Warnruf benannt und half in einer Art privatem Netzwerk unter hohem persönlichen Risiko verfolgten Juden mit Verstecken, Verpflegung und Papieren. Außerdem unterstützte sie die Familien politisch Verfolgter und verbreitete Flugblätter der „Weißen Rose“.

Die Gruppenmitglieder Ruth Andreas-Friedrich und Karin Friedrich wurden mit der Yad Vashem-Medaille als „Gerechte unter den Völkern“ ausgezeichnet.

Eine Gedenktafel befindet sich am ehemaligen Wohnhaus der Gründerin in Steglitz, Hünensteig 6.

2012 veröffentlichte die Weiße Rose Stiftung eine umfangreiche Ausstellung zur Widerstandsgruppe Onkel Emil.[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Onkel Emil – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Notizen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ruth Andreas-Friedrich: Der Schattenmann (1986), S. 301ff
  2. Weiße Rose Stiftung: Ausstellung Onkel Emil (Memento vom 8. Dezember 2015 im Internet Archive)