Oologie

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Die Oologie ist die Vogeleierkunde und ein Teilgebiet der Ornithologie. In Abgrenzung von der Embryologie beschäftigt sie sich mit der Außenhülle der Eier und nicht mit deren Inhalt. Ein weiteres Nachbargebiet ist die Nesterkunde (Kaliologie).

Die Oologie beschäftigt sich hauptsächlich mit der Beschreibung und Bestimmung von Eiern anhand von Größe, Gewicht, Gestalt und Form. Oologische Sammlungen nennt man auch Ootheken. Ornithologen hatten früher häufig große Sammlungen Eiersammlungen mit Gelegen auch seltener Arten. Heute ist sammeln von Eiern verboten. Es gibt aber noch immer Sammler, welche sich Eier auch seltener Arten illegal beschaffen.

Illegale Eiersammler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jeffrey Lendrum, Spitzname von der britischen Presse "Pablo Escobar of eggs", wurde 2018 am Londoner Flughafen Heathrow von Zollbeamte beim Schmuggel von 19 Greifvogeleiern im geschätzten Wert von 118.000 Euro festgenommen. Ein britisches Gericht verurteilte Lendrum, der aus Rhodesien stammt und früher Mitglied der Spezialtruppen der rhodesischen Armee war, im Januar 2019 zu mehr als drei Jahren Gefängnis. Er wurde bereits fünfmal auf drei verschiedenen Kontinenten verhaftet. Im Januar 2020 wurde bei einem weiteren Gerichtstermin über ein Auslieferungsersuchen Brasiliens verhandelt, da er 2016 trotz Zahlung einer Kaution aus Brasilien floh. Dort war er zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt worden, da er Wanderfalken aus dem Land zu schmuggeln versuchte. Seine erste Verurteilung erhielt der 2020 58-Jährige im Alter von 22 Jahren. Es werden jährlich weniger als ein halbes Dutzend Fälle von Eier-Diebstählen auf der ganzen Welt bekannt. Einige der betroffenen Arten sind extrem selten, und selbst kleine Mengen von Eiern, die illegal aus der Natur entnommen wurden, können erhebliche Auswirkungen auf bedrohte Populationen haben. Die Financial Times nannte Lendrum "den größten Greifvogeldieb der Welt". Joshua Hammer schrieb über Lendrum das Buch The Falcon Thief (übersetzt: Der Falken-Dieb), in dem es um den Raub von Falkeneiern in Nord-Quebec geht.[1]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Friedrich W. Baedeker: Die Eier der europäischen Vögel. Nach der Natur gemalt. Baedeker Verlag, Leipzig 1855/1863 (2 Bde.; zusammen mit Christian Ludwig Brehm).
  • Colin J. Harrison: Jungvögel, Eier und Nester aller Vögel Europas, Nordafrikas und des Mittleren Ostens („A field guide to the nests, eggs and nestlings of European birds“). 2. Aufl. AULA-Verlag, Wiebelsheim 2004, ISBN 3-89104-685-5 (Nachdr. d. Ausg. Hamburg 1975).
  • Wolfgang Makatsch: Die Eier der Vögel Europas. Eine Darstellung der Brutökologie aller in Europa brütenden Vögel. Verlag Neumann-Neudamm, Melsungen 1974/1976 (2 Bde.).
  • Hans Noll: Bestimmungstabelle für Nester und Eier einheimischer Vögel, 3. Auflage. Wepf Verlag, Basel 1968.
  • Eugène Rey: Die Eier der Vögel Mitteleuropas. Verlag Krüger, Lobenstein 1912 (2 Bde.).
  • Max Schönwetter (Autor), Wilhelm Meise (Hg.): Handbuch der Oologie. Akademie-Verlag, Berlin 1967/1992 (2 Bde.).
  • E. Willibald: Die Nester und Eier der in Deutschland und den angrenzenden Ländern brütenden Vögeln. Koch Verlag, Leipzig 1886.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Pablo Escobar of eggs: Jeffrey Lendrum The Economic Times vom 22. Januar 2020, abgerufen am 22. Januar 2020