Orchideae

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Orchideae
Vierpunkt-Knabenkraut (Orchis quadripunctata)

Vierpunkt-Knabenkraut (Orchis quadripunctata)

Systematik
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Monokotyledonen
Ordnung: Spargelartige (Asparagales)
Familie: Orchideen (Orchidaceae)
Unterfamilie: Orchidoideae
Tribus: Orchideae
Wissenschaftlicher Name
Orchideae
(Dressl. & Dods.) Verm.

Orchideae ist mit über 1.300 Arten die größte der vier Tribus der Unterfamilie Orchidoideae aus der Familie der Orchideen (Orchidaceae).

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weit verbreitet bei den Orchideae ist ein spezielles Speicherorgan, das zum größten Teil aus Wurzelgewebe gebildet wird, aber auch ein Stück Spross mit Knospen einschließt. Eine solche Knolle überdauert die ungünstige Jahreszeit, in der Wachstumsperiode wird aus einer Seitenknospe eine neue Knolle gebildet. So lange, bis die Nährstoffe der vorjährigen Knolle aufgebraucht sind, bestehen also zwei Knollen nebeneinander.

Die Staubbeutel sind in der Regel aufrecht oder herabgebogen und üblicherweise an ihrer Basis breit mit dem Gynostemium (der Columna) verwachsen. Diese Verwachsungszone erlaubt die Ausbildung komplizierter Strukturen unter Beteiligung von Gewebe der Staubbeutel und der Narbe. Nächst der Narbe liegt also die Basis der Staubbeutel, ein Merkmal, dass die Orchideae mit den Diseae teilen und aufgrund dessen sie auch schon als „Basitonae“ von allen anderen Orchideen separiert wurden. Das Pollinium ist eine weiche, aber zusammenhängende, schnittfähige Masse, in viele kleine Abschnitte unterteilt. Aus ihrem Ansatz, aus Gewebe der Staubbeutel gebildet, ragen meist zwei Stielchen (Caudicel) heraus.[1] An ihrem Ende sitzt je eine Klebscheibe (Viscidium), welches aus Gewebe des mittleren Narbenlappens gebildet wird. Ebenfalls aus Gewebe des mittleren Narbenlappens wird das Rostellum gebildet, das bei den Orchideae zwischen die einzelnen Theken des fertilen Staubbeutels hineinreicht. An der Basis dieses Staubblatts finden sich seitliche Anhängsel.

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Arten der Subtribus Orchidinae sind hauptsächlich auf der Nordhalbkugel verbreitet, ebenfalls in Afrika und im tropischen Asien. Die zweite Subtribus, Habenariinae, ist hauptsächlich im südlichen Afrika verbreitet, hat aber weltweit Vertreter.

Das evolutionäre Zentrum der Gattung wurde in Südostasien vermutet, mit Wanderungsrouten einmal nach Südafrika sowie nach Europa, mit nachfolgender Entwicklung vieler Arten. Ebenfalls möglich ist aber ein Entwicklungszentrum in Afrika, von dem aus Asien und Europa besiedelt wurden.

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Habenaria rhodocheila

Die Orchideae nach Dressler umfasst zwei Untertribus:

Nach genetischen Studien ist die Subtribus Habenariinae in ihrem „klassischen“ Umfang nicht monophyletisch, da sie nahe verwandt mit der Subtribus Satyriinae ist, die Dressler in die Tribus Diseae stellt.[2]

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Richard M. Bateman, Peter M. Hollingsworth, Jillian Preston, Luo Yi-Bo, Alec M. Pridgeon, Mark W. Chase: Molecular phylogenetics and evolution of Orchidinae and selected Habenariinae (Orchidaceae). In: Botanical Journal of the Linnean Society, 142, 1 (Mai), 2003 Online, abgerufen am 17. November 2007
  • Robert L. Dressler (1993): Phylogeny and Classification of the Orchid Family. S. 105ff. Cambridge University Press, ISBN 0-521-45058-6

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Orchideae – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Robert L. Dressler, Calaway H. Dodson: Classification and Phylogeny in the Orchidacea, in: Annals of the Missouri Botanical Garden, Vol. 47, No.1, 1960, Ss. 25-68
  2. K. M. Cameron et al. (1999): A phylogenetic analysis of the Orchidaceae: evidence from rbcL nucleotide sequences. American Journal of Botany 86:208-224. Online, abgerufen am 17. November 2007