Pestwurz-Sommerwurz

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Pestwurz-Sommerwurz
Pestwurz-Sommerwurz (Orobanche flava) am Traunsee

Pestwurz-Sommerwurz (Orobanche flava) am Traunsee

Systematik
Asteriden
Euasteriden I
Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Sommerwurzgewächse (Orobanchaceae)
Gattung: Sommerwurzen (Orobanche)
Art: Pestwurz-Sommerwurz
Wissenschaftlicher Name
Orobanche flava
Mart. ex F.W.Schultz

Die Pestwurz-Sommerwurz (Orobanche flava) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Sommerwurzen (Orobanche) und gehört zur Familie der Sommerwurzgewächse (Orobanchaceae). Sie wird auch als Hellgelbe Sommerwurz bezeichnet.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der zweijährige Holoparasit erreicht Wuchshöhen von 15 bis 40 Zentimeter.

Der einfache Stängel ist wachsgelb. Die blass- bis hellgelbe, seltener ockergelbe Krone ist an der Oberlippe rötlich und beim Vertrocknen braun werdend. Kronen-Rücken und Kronen-Oberlippe haben keine kammförmige Erhebung. Die Kronen-Oberlippe ist tief zweilappig, Zipfel erst vorgestreckt, zuletzt zurückgeschlagen. Der Mittellappen der Kronen-Unterlippe ist helmförmig (konvex). Die Staubfäden sind vier bis sechs Millimeter über dem Grund der Kronröhre eingefügt; der Griffel ist kahl bis spärlich drüsenhaarig.

Blütezeit ist von Juni bis August.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 38.[1]

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Pestwurz-Sommerwurz kommt vor in Frankreich, Italien, Kroatien, Slowenien, Serbien, Rumänien, Ukraine, Österreich, Deutschland, Schweiz, Tschechien, Ungarn, Polen, Slowakei, im Kaukasusraum und in Marokko.[2] Als Standort werden kalkreiche Felsschuttfluren bevorzugt, da diese Art auf Pflanzen der Gattung Pestwurzen (Petasites) parasitiert – besonders auf Petasites paradoxus. Weiters auch auf Vertretern der Gattungen Alpendost (Adenostyles), Huflattich (Tussilago) und Eisenhut (Aconitum). Die Pestwurz-Sommerwurz ist in Mitteleuropa eine Charakterart der Klasse der Steinschutt- und Geröll-Gesellschaften (Thlaspietea rotundifolii), sie kommt aber auch in Gesellschaften des Mesobromion vor.[1]

In Österreich ist sie montan bis subalpin verbreitet. In den Nördlichen Kalkalpen kommt sie häufig, sonst zerstreut vor. Sie fehlt im Burgenland und in Wien. In Deutschland ist sie nur im Süden (Alpen) verbreitet. In den Allgäuer Alpen steigt sie in Bayern zwischen Dietersbachalpe und Älpele bis zu einer Höhenlage von 1650 Metern auf.[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Manfred A. Fischer, Wolfgang Adler, Karl Oswald: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. 2., verbesserte und erweiterte Auflage. Land Oberösterreich, Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen, Linz 2005, ISBN 3-85474-140-5.
  • Konrad Lauber & Gerhart Wagner: Flora Helvetica. 4. Auflage. Haupt-Verlag, Bern 2007, ISBN 978-3-258-07205-0.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. Unter Mitarbeit von Angelika Schwabe und Theo Müller. 8., stark überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 866.
  2. Orobanche im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am 27. Januar 2018.
  3. Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 2, IHW, Eching 2004, ISBN 3-930167-61-1, S. 488.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Pestwurz-Sommerwurz (Orobanche flava) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien