Oscar von Gebhardt

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Oscar Leopold von Gebhardt (* 22. Juni 1844 in Wesenberg, Estland; † 9. Mai 1906 in Leipzig) war ein deutscher evangelischer Theologe und Bibliothekar.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Alter von zwei Jahren verlor Gebhardt seine Mutter. Als er vier Jahre alt war, starb sein Vater. Nach dem Tod seiner Eltern nahm ihn sein Onkel, ein Pfarrer, aus St. Johannes (Estland) auf. Er besuchte das Gymnasium auf der Insel Ösel. Seit 1862 studierte Gebhardt in Dorpat, Leipzig, Tübingen, Erlangen und Göttingen Theologie. Nach diesen Studien widmete er sich der griechischen Handschriftenkunde und dem Bibliotheksfach. Ab Mai 1875 war Gebhardt Volontär an der Bibliothek in Straßburg. Im Oktober 1875 wurde er zum Assistenten an der Universitätsbibliothek Leipzig berufen. Gebhardt arbeitete seit Oktober 1876 als Kustos und ab Januar 1877 als Unterbibliothekar in Halle. Im Januar 1880 ging er als Unterbibliothekar nach Göttingen und wurde im Mai 1884 zum Bibliothekar an der Königlichen Bibliothek in Berlin berufen. Seinen Professortitel erhielt Gebhardt im Januar 1889. Er übernahm im September 1891 als Direktor die Druckschriftenabteilung der Königlichen Bibliothek. Im April 1893 wurde er an der Universitätsbibliothek in Leipzig Oberbibliothekar und an der Universität Leipzig Honorarprofessor für Buch- und Schriftwesen. In der Leipziger Universitätsbibliothek erhielt er im Mai 1901 den Direktorentitel. Seit 1896 war er ordentliches Mitglied der Königlich Sächsischen Gesellschaft der Wissenschaften.

Gebhardt zählte zu den bedeutendsten Kennern griechischer Handschriften und war ein hervorragender Forscher auf dem Gebiet des Neuen Testaments und der altchristlichen Literatur. Zusammen mit Adolf Harnack gab er 30 Bände der Texte und Untersuchungen zur Geschichte der altchristlichen Literatur heraus. Ein Nachruf von seinem Kollegen und Freund Adolf Harnack lässt erahnen mit welcher Sorgfalt er seine Arbeit machte und welche Rolle er im Wissenschaftsbetrieb seiner Zeit spielte.[1]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Nachruf von Adolf Harnack. In: Texte und Untersuchungen zur Geschichte der altchristlichen Literatur Bd. 30, 1906http://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3D~IA%3Dtexteunduntersuc30akad~MDZ%3D%0A~SZ%3Dn8~doppelseitig%3D~LT%3DNachruf%20von%20Adolf%20Harnack.%20In%3A%20%27%27Texte%20und%20Untersuchungen%20zur%20Geschichte%20der%20altchristlichen%20Literatur%27%27%20Bd.%2030%2C%201906~PUR%3D.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]