Osser (Künisches Gebirge)

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Osser
Kleiner und Großer Osser aus Südosten vom Zwercheck

Kleiner und Großer Osser aus Südosten vom Zwercheck

Höhe 1293 m
Lage Deutschland, Bayern / Tschechien
Gebirge Künisches Gebirge (Böhmerwald / Bayerischer Wald)
Dominanz 4,7 km → Zwercheck
Schartenhöhe 155 mfd2
Koordinaten 49° 12′ 13″ N, 13° 6′ 33″ OKoordinaten: 49° 12′ 13″ N, 13° 6′ 33″ O
Osser (Künisches Gebirge) (Bayern)
Osser (Künisches Gebirge)
Gestein Glimmerschiefer

Der Osser (tschechisch: Ostrý) ist ein Berg auf der Grenze zwischen Deutschland und Tschechien, im Bayerischen Wald bzw. Böhmerwald gelegen und zum Künischen Gebirge gehörend.

Lage und Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Man unterscheidet zwischen dem unmittelbar an der Grenze gelegenen Großen Osser (1293 m) (Velký Ostrý) und dem westlich davon ganz in Bayern gelegenen Kleinen Osser (1266 m) (Malý Ostrý). Beide Gipfel gelten wegen ihrer spitzen Form als einzigartig im Bayerischen Wald. Sie prägen die Kulisse des Lamer Winkels, der von den Orten Arrach, Lam und Lohberg gebildet wird. Der Osser liegt im Landkreis Cham und somit im Regierungsbezirk Oberpfalz.

Die Tschechen bezeichnen den Osser auch liebevoll als „Brüste der Mutter Gottes“. Von den Einheimischen wird der Hausberg von Lam gern auch das „Matterhorn des Bayerwaldes“ genannt.

Osserschutzhaus „Haus Willmann“ auf dem Großen Osser.

Am Gipfel des Großen Ossers befindet sich das in Bayern unmittelbar an der Grenze gelegene Osserschutzhaus „Haus Willmann“ des Bayerischen Wald-Vereins, das während der Sommermonate bewirtschaftet wird und auch Übernachtungsmöglichkeiten anbietet. Die spitze Form des unmittelbar angrenzenden auf deutscher Seite gelegenen Gipfels bedingt, dass man die letzten ca. 50 Höhenmeter leicht kletternd zurücklegen muss. Da der Osser einer der schönsten Aussichtsberge im gesamten Bayerischen Wald ist, wird er an schönen Sommerwochenenden von deutschen und tschechischen Wanderern sowie von Touristen stark frequentiert. Vom Gipfelkreuz aus hat man einen weiten Blick nach Tschechien über den Böhmerwald, zum nahen Arber und bei guter Fernsicht sogar bis in die Alpen.

Zum Osser führen verschiedene Wanderwege, die allerdings Trittsicherheit erfordern. Ausgangspunkte sind Lohberg, Silbersbach, Lam, Sattelparkplatz oder Lambach. Sämtliche Wege sind steil, steinig und damit relativ anstrengend.

Geschichte und Sagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im 12. Jahrhundert wurde am Gipfel des Ossers die Osserburg errichtet, die mittlerweile völlig zerstört ist.

Um den Osser ranken sich mehrere Märchen und Sagen. Die wohl beliebteste und bekannteste Sagenfigur ist der Osserriese mit seinen Geschichten.[1] So erzählt man sich auch, dass es einmal einen dritten Gipfel gegeben haben soll.[2]

Geotop[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gipfelbereich des Grossen Osser ist vom Bayerischen Landesamt für Umwelt als Geotop (372R010) ausgewiesen. [3] Die Gipfelfelsen des Großen Osser bestehen aus quarzreichen, stark verfalteten Glimmerschiefern, die stellenweise zahlreiche Granate (bis 4 mm Durchmesser) enthalten.

Der Gipfelbereich des Kleinen Osser ist als Geotop (372R011) ausgewiesen. [4] Der felsige Gipfelaufbau des Kleinen Osser besteht aus quarzreichen, stark verfalteten Glimmerschiefern. Die Felsklippen und großen Blöcke sind die Folge verstärkter physikalischer Verwitterung.

Geplantes Pumpspeicherwerk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zusammenhang mit dem von den Bürgern von Lam abgelehnten[5] Pumpspeicherwerk Johanneszeche sollte am Osser das Oberbecken errichtet werden und ein fast vier Kilometer langer Abschnitt der Druckleitung in einem vorhandenen Weg verlegt werden.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Osser – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Der wilde Osserriese. wildes-waldgebirge.de, abgerufen am 8. März 2012.
  2. Der versunkene dritte Ossergipfel. wildes-waldgebirge.de, abgerufen am 8. März 2012.
  3. Geotop: Großer Osser (Abgerufen am 3. November 2015)
  4. Geotop: Kleiner Osser (Abgerufen am 3. November 2015)
  5. Ergebnis Bürgerentscheid vom 26. Juli 2015. Marktgemeinde Lam, 26. Juli 2015, abgerufen am 26. Juli 2015.