Oswalt Kolle: Was ist eigentlich Pornographie?

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Film
Originaltitel Oswalt Kolle: Was ist eigentlich Pornographie?
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 1971
Länge 79 Minuten
Altersfreigabe FSK 18
Stab
Regie Oswalt Kolle
Drehbuch Oswalt Kolle
Produktion Arca-Winston Films Corporation GmbH & Co. KG, Berlin/West
(Gero Wecker)
Musik Heinz Kiessling
Kamera Horst Chlupka
Besetzung

diverse

Oswalt Kolle: Was ist eigentlich Pornographie? ist ein deutscher Kompilationsfilm von Oswalt Kolle aus dem Jahr 1971 zum Thema Pornographie.

Inhalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oswalt Kolle plädiert für die Freigabe der Pornographie und lässt dabei Publizisten und Sozialwissenschaftler zu Wort kommen, welche die Verlogenheit der Gesellschaft kritisieren. Um die Thematik zu erläutern, präsentiert er einen Zusammenschnitt aus unzensierten dänischen Schmalfilmen mit sexuellen Handlungen.

Die FSK griff jedoch drastisch in diese Zusammenstellung ein. Während einige Szenen ganz geschnitten wurden, sind andere verdunkelt und nur der Ton zu hören, oder schwarze Balken und Kreise verdecken teilweise das Bild.[1]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Uraufführung erfolgte am 13. Mai 1971. Auf den Plakaten wurde der Film vom Verleiher Constantin Film als „wissenschaftliche Dokumentation“ ausgewiesen mit dem gleichzeitigen Vermerk: „Erwachsenen, die sich nicht ausdrücklich sexuell freizügige Szenen ansehen wollen, wird vom Filmbesuch dringend abgeraten.“ Der Film war in allen großen Städten zu sehen außer in München, wo sich die Staatsanwaltschaft seiner annahm.[2]

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Michael Schwarze kommentierte am 2. Juni 1971 in der FAZ: „Als vorläufig größtes Ruhmesblatt in ihrem lang andauernden Kampf gegen Kolles Trivialaufklärung darf die FSK die fast schon gespenstische Beschneidung von ‚Was ist Pornographie‘ für sich buchen.“ Die Einblendungen dänischer Pornofilme würden durch schwarze Balken und Kreise „gleichsam zu Mysterienspielen verklärt“. Mit „kleinkarierter Beharrlichkeit werden die inkriminierten Passagen von den Zensurbalken verfolgt und schließlich glücklich abgedeckt“, so dass der Zuschauer den Vorgang in seiner Vorstellung vervollständigen müsse. Damit habe die Selbstkontrolle in deformierter Gestalt in einen Kolle-Film ein Element eingebracht, „dessen Fehlen zu Recht immer kritisiert worden ist, das der Phantasie nämlich.“[3]

Das Lexikon des Internationalen Films sieht in dem Produkt lediglich einen pseudowissenschaftlichen „Querschnitt durch mehr oder weniger belanglose Aussprüche einschlägiger Publizisten und Sexualwissenschaftler zur Titelfrage.“[4]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Frank-Burkhard Habel: Zerschnittene Filme. Zensur im Kino. Gustav Kiepenheuer Verlag, Leipzig 2003, ISBN 3-378-01069-X, S. 104
  2. Stefan Rechmeier: Wo der Wildbach durch das Höschen rauscht. Das etwas humorvolle Lexikon des deutschen Erotikfilms. Medien Publikations- und Werbegesellschaft mbH, Hille 2005, ISBN 3-931608-66-2, S. 27
  3. Rolf Thissen: Sex verklärt. Der deutsche Aufklärungsfilm. Wilhelm Heyne Verlag, München 1995, ISBN 3-453-09005-5, S. 232 f.
  4. Oswalt Kolle: Was ist eigentlich Pornographie? In: Lexikon des internationalen Films. Filmdienst, abgerufen am 27. Mai 2021.Vorlage:LdiF/Wartung/Zugriff verwendet