Otto Garten

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Otto Garten, obersorbisch Ota Garten (* 1. Dezember 1902 in Elstra; † 14. Oktober 2000 ebenda), war ein deutsch-sorbischer Künstler.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Otto Garten wurde als Sohn des Kleinbauern Ernst Garten und seiner Frau Marie geb. Glausch geboren. Schon als Kind wandte sich Garten dem Zeichnen zu. Der Maler Josef Goller, der seit 1906 an der Kunstgewerbeschule Dresden wirkte, besuchte öfter die Kleinstadt Elstra und wurde auf den begabten Garten aufmerksam. Goller empfahl eine Ausbildung als Kunstmaler.

Nach dem Tod des Vaters begann Garten 1917 eine Ausbildung an der Kunstgewerbeschule Dresden und ab 1920 an der Kunstakademie Dresden und bekam ab 1922 ein Stipendium der Schill-Poeppig-Stiftung. Als Lehrer und Vorbild wirkte insbesondere Richard Dreher.

1927 beendete Garten sein Studium und ging als freier Kunstmaler zurück in seine Heimatstadt Elstra. Zu Studienaufenthalten weilte er 1930-1932 in Paris und 1937 in Italien.

Im Zweiten Weltkrieg diente Garten ab 1941 als Soldat der Wehrmacht u.a. in Frankreich, Belgien und Holland. Er geriet in Kriegsgefangenschaft nach Schottland und kehrte 1948 nach Elstra zurück.

Da die Kontakte zu den Dresdner Künstlern kriegsbedingt abgerissen waren orientierte sich Garten neu und wurde 1952 in den ArbeitskreisSorbischer bildender Künstler aufgenommen. Im Umfeld der sorbischen Kulturtradition fand Garten die Voraussetzungen zur weiteren Arbeit.

Otto Garten starb im Jahr 2000 im Alter von 98 Jahren in seiner Heimatstadt Elstra.

Sein Nachlass befindet sich weitgehend im Sorbischen Museum in Bautzen.

Stil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Garten gilt als später Vertreter der Dresdner Malerei, die vom koloristischen Realismus der Freiluftmalerei geprägt war. Bei der Motivwahl spielten Licht, Luft und freie Natur eine große Rolle. Gartens Werke sind durch intensive Natureindrücke, Leichtigkeit, Unbefangenheit, Lebensfreude und eine Ausstrahlung tiefer Menschlichkeit geprägt. Tiere und Pflanzen waren immer wieder Gegenstand und Ausdruck seiner Kunst.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Garten war seit 1993 Ehrenbürger der Stadt Elstra, die im Mai 2000 die Grundschule nach ihm benannte.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Siegmar Schubert: Der Oberlausitzer Maler Otto Garten. in: Landesverein Sächsischer Heimatschutz (Hg.): Kalender Sächsische Heimat 2017, Kalenderblatt 38. Woche

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]