Otto Klett

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Porträt von Otto Klett im Jahr 1971

Otto Klett (* Dezember 1910 in Kobadin (Dobrudscha); † 2. November 1976 in Gerlingen) war ein Vertriebenenfunktionär.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Otto Klett wurde 1910 auf einem Bauernhof in Kobadin in der rumänischen Dobrudscha geboren, in einem Dorf, das neben deutschen Kolonisten aus Bessarabien auch Rumänen und Tataren beherbergte. Dieses Zusammenleben mit anderen Völkern und das Bewusstsein des Auslandsdeutschen haben ihn entscheidend geprägt. Als 1916 Rumänien gegen Deutschland in den Krieg eintrat, musste die Familie fliehen.

Während der deutschen Besetzung der Dobrudscha besuchte Otto Klett die deutsche Volksschule, später eine rumänische. 1929 beendete er am deutschen evangelischen Lyzeum in Bukarest seine Schulbildung und bezog die dortige Universität, wo er Erdkunde, Geschichte, Soziologie und Archäologie studierte. Nach seinem Militärdienst begann seit 1934 eine breit gespannte Tätigkeit als Lehrer in Großwardein, Assistent am Institut für Grenz- und Auslandsdeutschtum in Marburg, Professor am Tarutiner Knabengymnasium im damals rumänischen Bessarabien. 1938 war er am Pädagogischen Seminar in Jassy und arbeitete in dieser Zeit mit dem berühmten Literaturhistoriker Karl Kurt Klein zusammen.

Ab 1939 finden wir ihn aktiv in der Volksgruppenarbeit der Dobrudschadeutschen, unter anderem als Kulturreferenten und Volkstumssachverständigen in den Umsiedlungs- und Einbürgerungskommissonen, da 1940 die gesamte Dobrudschadeutsche Volksgruppe ins Reich umgesiedelt wurde. Damals hatte Otto Klett in mehreren Eisenbahnwaggons das Material für ein Museum der Dobrudschadeutschen gesammelt und ins Reichsgebiet geschickt, doch blieb dieses Lebenswerk des jungen Wissenschaftlers in den Wirren der Kriegsentwicklung in Polen. Für den Dobrudschadeutschen folgte nach Kriegsdienst und Gefangenschaft zunächst eine Tätigkeit beim Hilfskomitee der Evangelisch-lutherischen Kirche aus Bessarabien, ehe er seit 1947 bis zu seinem krankheitshalber erfolgten Ruhestand 1973 in verschiedenen höheren Schulen Baden—Württembergs, zuerst am Albert-Schweitzer-Gymnasium, dann am Kepler Gymnasium, beide in Leonberg, als Oberstudienrat tätig war.

In diese Zeit fällt sein Dienst an der Volksgruppe in der Zerstreuung. Als Bundesvorsitzender der kleinen Landsmannschaft der Dobrudscha- und Bulgariendeutschen von 1950 — 1955, als Kulturreferent seit 1955 und wieder als Bundesvorsitzender seit Juni 1973 sammelte er diese kleine Volksgruppe, die in der alten Heimat nur 16 000 Seelen zählte, von denen heute nur ein Teil in der Bundesrepublik Deutschland ansässig ist. Klett hatte auch einen großen Anteil an den sogenannten Pfingsttreffen der Dobrudschadeutschen zu denen sich in den 60iger und 70iger Jahren jährlich bis zu 1200 von ihnen in Heilbronn trafen.

Er kämpfte für den Aufbau eines dobrudschadeutschen Archivs in Heilbronn und vollbrachte die einmalige Leistung der Herausgabe des in der wissenschaftlichen Welt des Südostens so geschätzten Jahrbuchs der Dobrudschadeutschen, von dem er 21 Bände herausbringen konnte, ehe er bei der Redaktion des Bandes 22 für das Jahr 1977 verstarb.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jahrbuch der Dobrudscha-Deutschen, Verlag Heilbronner Stimme, Heilbronn; erschien jährlich von 1956 bis 1976