Tarutyne

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Tarutyne
Тарутине
Wappen fehlt
Tarutyne (Ukraine)
Tarutyne
Tarutyne
Basisdaten
Oblast: Oblast Odessa
Rajon: Rajon Tarutyne
Höhe: 88 m
Fläche: 3,99 km²
Einwohner: 6.080 (2004)
Bevölkerungsdichte: 1.524 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 68500
Vorwahl: +380 4847
Geographische Lage: 46° 11′ N, 29° 9′ OKoordinaten: 46° 11′ 19″ N, 29° 9′ 5″ O
KOATUU: 5124755100
Verwaltungsgliederung: 1 Siedlung städtischen Typs
Bürgermeister: Mykola Chartschenko
Adresse: вул. Красна 201
68500 смт. Тарутине
Statistische Informationen
Tarutyne (Oblast Odessa)
Tarutyne
Tarutyne
i1

Tarutyne (ukrainisch Тарутине; russisch Тарутино/Tarutino, deutsch Tarutino, rumänisch Tarutina, griechisch Thyratyna) ist eine Siedlung städtischen Typs in der Oblast Odessa in der südlichen Ukraine. Die Siedlung ist etwa 118 Kilometer westlich von Odessa gelegen und Zentrum des gleichnamigen Rajons Tarutyne. Seit 1957 ist sie eine Siedlung städtischen Typs.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ethnische Verteilung in Tarutino auf Basis der rumänischen Volkszählung von 1930, 3500 Deutsche, 1550 Juden, 500 Russen, 150 Bulgaren, 100 Rumänen

Der Ort liegt in der historischen Landschaft Bessarabien, die 1812 im Frieden von Bukarest vom osmanischen Vasallenstaat Fürstentum Moldau zusammen mit dem Budschak an das Russische Kaiserreich kam. Die Neuerwerbung wurde als Kolonisationsgebiet behandelt und zunächst dem Generalgouverneur von Neurussland zugeordnet. Kaiser Alexander I. rief in einem Manifest von 1813 deutsche Kolonisten ins Land, um die neu gewonnenen Steppengebiete in Neurussland zu kolonisieren. Hier gründeten 1814 deutsche Auswanderer Tarutino als erste deutsche Kolonie in Bessarabien. Die Ortschaft gehört zu den 24 bessarabiendeutschen Mutterkolonien. Sie wurden von Einwanderern gegründet, während Tochterkolonien später von Bewohnern der Mutterkolonien gegründet wurden.

Die Auswanderer, die sich hier 1814 niederließen, stammten vorwiegend aus dem norddeutschen Bereich. Darunter waren etwa 500 Personen aus Preußen, 250 aus Preußisch-Polen und 90 aus Mecklenburg. Nur etwa 70 stammten aus Württemberg. Daher wurde im Ort plattdeutsch gesprochen. Bei der Auswahl des Siedlungsortes war eine Wasserquelle entscheidend. Ursprünglich hieß der Ort auf Geheiß der russischen Ansiedlungsbehörde „Elisabeth“, später wurde er in Tarutino umbenannt. Das beruht auf der siegreichen Schlacht bei Tarutino der Russen gegen Napoleon während des Vaterländischen Kriegs 1812 beim Dorf Tarutino im Gouvernement Kaluga.

Ihre gute wirtschaftliche Entwicklung verdankt die Siedlung einem 1826 eingerichteten Wochenmarkt. Später gab es einen Getreide-, Pferde-, Wein- und Holzmarkt. Tarutino war die größte bessarabiendeutsche Ansiedlung in Bessarabien mit etwa 3.700 Bewohnern im Jahr 1940. Im Ort befanden sich zwei der drei höheren Schulen der Bessarabiendeutschen:

Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts siedelten sich im Dorf zahlreiche Industriebetriebe an, beispielsweise eine Tuchfabrik, Brauerei, Färberei, Spinnerei, Gießerei, Dampfmühle, Ziegelei, Druckerei sowie Molkereien. Im Einzelhandelsbereich gab es Läden für Schuhe, Glas, Kurzwaren, Leder, Banken, Buchhandel. Die Bessarabiendeutschen entwickelten ein kulturelles Leben mit Sport- und Bildungsvereinen.

Die Siedlung gehörte bis 1918 zum Russischen Reich und kam dann zum Königreich Rumänien. Nach der sowjetischen Besetzung Bessarabiens im Sommer 1940, gedeckt von dem Hitler-Stalin-Pakt, schlossen sich die etwa 1.600 bessarabiendeutschen Ortsbewohner im Herbst 1940 der Umsiedlung ins Deutsche Reich unter dem Motto Heim ins Reich an. 1941 bis 1944 wurde die Ortschaft von Rumänien besetzt, danach war sie ein Teil der Ukrainischen SSR beziehungsweise seit 1991 ist sie ein Teil der unabhängigen Ukraine.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]