Ouargla

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ورقلة
ⵡⴰⵔⴳⵕⴰⵏ
Ouargla
Ouargla (Algerien)
Red pog.svg
Koordinaten 31° 57′ N, 5° 19′ OKoordinaten: 31° 57′ N, 5° 19′ O
Basisdaten
Staat Algerien

Provinz

Ouargla
Höhe 135 m
Einwohner 133.024 (2008[1])

Ouargla (arabisch ورقلة, DMG Warqala, tamazight ⵡⴰⵔⴳⵕⴰⵏ) ist die Hauptstadt der algerischen Provinz Ouargla, 800 km südlich von Algier gelegen. Die Universitätsstadt hat über 133.000 Einwohner.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwei Faustkeile aus dem Gebiet um Ouargla, 17,5 und 14,5 cm lang

Im Mittelalter wohnten in der Stadt die Stämme der Magrawa und Ghardaia friedlich zusammen. Die Stadt gehörte den Reichen der Ibaditen und Charidschiten an und war vor allem für ihren Sklavenhandel bekannt.

909 wurde das charidschitische Imamat der Rustamiden im westlichen Algerien von den schiitischen Fatimiden erobert. Die überlebenden Charidschiten zogen sich nach Sedrata bei Ouargla zurück. Sedrata entwickelte sich als Begräbnisstätte des letzten Imams von Tahert, dem Ausgangsort der Charidschiten, zum bedeutenden Handels- und Pilgerzentrum der Ibaditen. Allerdings wurde Sedrata 1077 von den Hammadiden unterworfen, weshalb sich die Ibaditen in das Gebiet des Wadi M'zab zurückzogen. Die Mağğāna, erwähnt im 7. und 8. Jahrhundert, werden als Gruppe in der Stadt erwähnt, die unter den ibaditischen Berbern lebte, doch bleibt unklar, ob es sich um Christen, möglicherweise auch um Juden handelte. In jedem Falle spielten die örtlichen Juden eine erhebliche Rolle im transsaharischen Goldhandel.[2]

Als der Norden des Maghreb an das Osmanische Reich kam, wurde Ouargla dem Dey von Algier tributpflichtig.[3]

Ouargla ist von fünf kleinen Oasen umgeben, Beni Thour, Sidi Khouiled, Chott, Ruwaysat Said Otba und N'goussa, in denen zusammengenommen etwa eine Million Palmen wachsen. Die Oasen werden durch etwa 60 m tiefe artesische Brunnen bewässert, von denen es mehr als 800 in der Region Ouargla gibt.

Sehenswert ist die restaurierte Altstadt La Lasbah mit ihrem Markt, dem Souk und der Moschee „al-Masjid al-Atiq“. Im Südwesten der Altstadt hat sich in der französischen Kolonialzeit ein Europäerviertel gebildet, in den anderen Stadtteilen leben Nachfahren von Nomaden, die sich dort niederließen.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben der Landwirtschaft ist Ouargla ein Zentrum der Ölindustrie, obwohl die Ölfelder etwas von der Stadt entfernt liegen.

Neben Dattelpalmen werden Melonen angebaut, die mit leicht salzigem Wasser aus einem nur etwa 2 m tiefliegenden Wasserhorizont bewässert werden. Das Trinkwasser der tieferen Schichten wird nicht für die Landwirtschaft verwendet.

In der Stadt haben sich Firmen angesiedelt, die die umgebenden Erdölfelder ausbeuten. Die Ölfelder um Hassi Messaoud im Wilaya Ouargla machen etwa 20 % der Ölfelder Algeriens aus[4], woraus sich die wirtschaftliche Bedeutung der Region für das Land erschließt.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Einwohnerzahlen 2008. (englisch)
  2. Dominique Valérian: Islamisation et arabisation de l'Occident musulman médiéval (viie-xiie siècle), Publications de la Sorbonne, 2015, S. 121 f.
  3. Kap. La question saharienne, in: Hélène Blais: Mirages de la carte. L'invention de l'Algérie coloniale, Fayard, 2014.
  4. K. Schliephake: Erdöl und regionale Entwicklung. Dt. Inst. für Afrika-Forschung, Hamburg 1975, S. 44.