Oxapampa

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Hauptplatz mit der Holzkirche Santa Rosa
Oxapampa
Koordinaten: 10° 34′ S, 75° 24′ W
Karte: Peru
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Oxapampa
Oxapampa auf der Karte von Peru
Basisdaten
Staat Peru
Region Pasco
Stadtgründung 30. August 1891[1]
Einwohner 12.826 
Detaildaten
Fläche 982.04[1]
Höhe 1814 m
Stadtgliederung 7
Zeitzone UTC−5

Oxapampa ist eine peruanische Stadt und die Hauptstadt der Provinz Oxapampa. Die Stadt hat 12.826 Einwohner.[1]

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oxapampa liegt auf 1800 m ü. NN in der Yunga-Höhenzone umgeben von üppigen Bergwäldern. Das Klima ist tagsüber heiß und feucht. Die Nächte sind relativ kühl.

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name Oxapampa stammt aus dem Quechua und setzt sich aus den Wörtern Stroh bzw. Gras (que. Ocsha) und Ebene (que. Panpa) und entspräche daher dem deutschsprachigen Wort Wiese.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oxapampa wurde im 19. Jahrhundert von österreichischen und deutschen Siedlern aus Pozuzo im Siedlungsgebiet der indigenen Yanesha' gegründet.[2][3] Im 20. Jahrhundert migrierten zudem zahlreiche Kroaten in das zentralperuanische Dorf.

Erste Besiedlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ersten Einwohner im heutigen Oxapampa waren native Stammesgruppen der Yanesha' (auch Amuesha). Im Westen grenzten sie an das Stammesgebiet der Campa und Asháninka; im Osten und Nordosten ans Gebiet der Cashibo. Diese ethnischen Gruppen lebten als Nomaden oder Halbnomaden. Mitte des 17. Jahrhunderts kamen erstmals franziskanische Mönche in die Gegend und begann mit ihrer missionarischen Tätigkeit. Sie errichteten Missionen in Chanchamayo (La Merced), Perené, Huancabamba, Gran Pajonal und Alto Ucayali.

Rebellion und Kolonisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1742 begann Juan Santos Atahualpa verschiedene Stammesgruppen zwischen Jauja und Tarma zu vereinen und organisierte einen Aufstand gegen die spanische Kolonisation und einzelne Missionstationen. Auch die Truppen des spanischen Vizekönigs konnten den Aufstand nicht niederschlagen. Während dreizehn Jahren verteidigte Atahualpa das zentrale Tiefland erfolgreich gegen Eindringlinge. Der legendäre Führer stammte nach unbestätigten Angaben von Nachfahren der Inkafamilien in Cuzco ab, wurde von Jesuiten aufgezogen und beherrschte mehrere Sprachen. Er hatte sogar die Gelegenheit, mit einem seiner Jesuitenlehrer nach Spanien zu fahren. Nach seinem mysteriösen Tod zwischen 1755 und 1756 herrschten noch lange indianische Stämme über das Gebiet. Erst 1780 wagten es Misionare und Händler wieder ins Tiefland vorzudringen.

Österreichisch-deutsche Kolonisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Zeit der Republik begann die Kolonisation von Pozuzo durch österreichische und deutsche Siedler. Unter der Führung des Barons Damian Schütz von Holzhausen wurde mit dem peruanischen Präsidenten Ramón Castilla ein Vertrag zur Kolonisation des zentralen Tieflandes unterzeichnet. Holzhausen verpflichtete sich, 10.000 Siedler nach Peru zu bringen.

1857 verließen 200 Tiroler und 100 Deutsche aus den preußischen Rheinlanden und von der Mosel unter der geistlichen Führung des Priesters Joseph Egg für immer ihr Heimatland. In einer mehrmonatigen Reise mit dem Schiff Norton erreichten die Kolonisten Peru. Nach der anstrengenden Reise mussten die Ankömmlinge aber noch die Anden überqueren und sahen sich mit der Tatsache konfrontiert, dass die peruanische Regierung den Weg vom Hochland nach Pozuzo nicht gebaut hatte. Trotz des schweren Anfangs kamen schließlich 1889 rund 170 Kolonisten in Pozuzo an und begannen das Gebiet dauerhaft zu besiedeln. Das enge Tal in Pozuzo war schwierig zu bewirtschaften, und das Klima war heiß und feucht. Eine Gruppe mehrheitlich deutscher Kolonisten suchte nach neuen Gebieten, die weniger heiß und einfacher zu bewirtschaften waren. Sie gelangten ins heutige Oxapampa und gründeten am 30. August 1891 die neue Kolonie.

Neuere Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1943 wurde von La Merced her eine Straße gebaut und beendete die mehr als 50-jährige Isolation der Kolonisten. Die Straße eröffnete neue Möglichkeiten, vor allem für die Holzwirtschaft, und verwandelte das Gebiet in einen der größten Holzlieferanten in Peru. Der Holzboom war allerdings von kurzer Dauer, da die nutzbaren Wälder bald abgeholzt waren. Ab 1955 begannen im Teil Pichis und Palcazú Firmen mit der Ölförderung. Auch dieser Eingriff ist mit Umweltschäden und sozialen Unruhen der Yanesha und Ashaninca Stammesgruppen verbunden. In den 1980er Jahren stieg das Umweltbewusstsein; am 28. Juni 1986 wurde ein Gebiet von 122.000 ha zum Nationalpark erklärt. Neben dem Nationalpark Yanachaga Chemillén folgten weitere Schutzgebiete mit großer Biodiversität wie z. B. der Schutzwald San Matías – San Carlos. 2010 prämierte die UNESCO die Bemühungen und erklärte die Region zum Biosphärenreservat Oxapampa-Asháninka-Yánesha.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Kirche Santa Rosa befindet sich im Zentrum der Stadt. Sie wurde 1939/1940 nach Plänen des Franziskanerpaters Otto Müller erbaut.[4]
  • Die Mission Quillazú (7 km nordwestlich von Oxapampa) ist eine der ältesten des Landes und wurde 1881 von Franziskanern gegründet.[5]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

in der Reihenfolge des Erscheinens

  • Dionisio Ortiz OFM: Oxapampa. Estudio de una provincia de la selva del Perú, 2 Bände. Editorial San Antonio, Lima 1967.
  • Guillermo Godbersen: Colonización alemana en la selva central del Perú. Servicios Generales Rene, Lima 2003.
  • Herbert Frey Bullón, Sara Salazar Rodas: Colonos alemanes fundadores de Oxapampa. Cimagraf, Lima 2007, ISBN 978-9972-33-467-2.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Beschreibung der Stadt auf der Website der Provinz Oxpampa
  2. Siegfried Moll: "Peru wollte deutsche Einwanderer – Teil I", Traunsteiner Tagblatt 28/2007
  3. Siegfried Moll: "Peru wollte deutsche Einwanderer – Teil II", Traunsteiner Tagblatt 29/2007
  4. Paloma Prevost Maco, Óscar Ruffner Cárdenas: Inventario Turístico del distrito de Oxapampa. Centro de Estudios y Promoción del Desarrollo, Lima 2003, S. 49.
  5. Pilar García Jordán, Jean-Claude Roux: La construcción de la Amazonía andina (siglos XIX–XX). Procesos de ocupación y transformación de la Amazonía peruana y ecuatoriana entre 1820 y 1960. Abya-Yala, Quito 1995, ISBN 9978-04-082-X, S. 45.