Cerro de Pasco

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Cerro de Pasco
Koordinaten: 10° 41′ S, 76° 16′ W
Karte: Peru
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Cerro de Pasco
Cerro de Pasco auf der Karte von Peru
Basisdaten
Staat Peru
Region Pasco
Provinz Pasco
Stadtgründung 1578
Einwohner 25.600 (Zensus 2017)
Stadtinsignien
Bandera de Cerro de Pasco.JPG
18cpescudo.jpg
Detaildaten
Höhe 4330 m
Stadtvorsitz Marco Antonio De la Cruz Bustillos
(2019–2022)
Website www.munipasco.gob.pe
Der Bergbau bestimmt die Entwicklung der Stadt.
Der Bergbau bestimmt die Entwicklung der Stadt.

Cerro de Pasco (gegründet als Villa de Pasco) ist eine Stadt in Zentral-Peru. Sie ist die Hauptstadt der Verwaltungsregion Pasco und der Provinz Pasco. Die Einwohnerzahl lag beim Zensus 2017 bei 25.600, 10 Jahr zuvor bei 27.840.[1]

Ortslage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cerro de Pasco liegt auf einer Hochebene in den Anden und gilt als eine der höchstgelegenen Städte der Erde. Sie befindet sich eingeschlossen in einer Ebene in den zentralen Anden am Berg Ulianchin und am Fuß der Lagune Patarcocha in der geographischen Region der Tierra helada (frostiges Land), in der nur Ichu-Gras wächst und in der die mit den Lamas verwandten Vicuñas leben.

Bergbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cerro de Pasco gilt als Zentrum des Bergbaus in den Zentralanden Perus. Im Zentrum Cerro de Pascos befindet sich der Tagebau Raul Rojas und im Westen der Stadt das Untertagebergwerk Paragsha. Seit den 1960er Jahren wird dort hauptsächlich Blei und Zink abgebaut, vorher auch Kupfer. Betreiber der Bergwerke in Cerro de Pasco ist das kanadische Bergbauunternehmen Cerro de Pasco Resources (bis 2019 gehörten die Betriebsstätten dem peruanischen Bergbauunternehmen Volcan Compañía Minera). 2018 förderte Volcan in Cerro de Pasco 11.000 t Zink, 4.000 t Blei sowie – als Nebenprodukt – 12 t Silber (Angaben jeweils als toneladas métricas finas = Tonnen verwertbare Förderung).[2]

Ein Großteil der Bevölkerung ist im Bergbau (Silber, Blei, Gold, Kupfer und Zink) beschäftigt. Die sozialen Konflikte im Bergbau im Cerro de Pasco des beginnenden 20. Jahrhunderts thematisiert das Theaterstück El Cóndor pasa.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Cerro de Pasco ist auf drei Distrikte aufgeteilt. Deren urbaner Bevölkerungsanteil bildet die Bevölkerung von Cerro de Pasco. Es handelt sich um Chaupimarca (25.627 Einwohner),[3] Yanacancha (29.192 Einwohner)[4] und Simón Bolívar (12.663 Einwohner).[5] Somit zählt die Stadt rund 67.000 Einwohner (Volkszählung 2017).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gegründet wurde die Stadt 1578 als Bergbau-Siedlung. Im 17. Jahrhundert wurde in Cerro de Pasco Silbervorkommen entdeckt. Während der Jahre 1639 bis 1740 erlangte Cerro de Pasco Berühmtheit durch seinen Mineralienreichtum und konnte sich hinsichtlich der Ausbeute mit der bisherigen Silberhauptstadt Potosí messen lassen. Der spanische Bergmann José Maíz y Arias ließ einen enormen Tunnel in Yanacancha bauen und fand große Mengen an Silbervorkommen. In der Regentschaft von Vizekönig Luis Fernández y Cabrera 1639, sandte er fünf Millionen Dukaten von Cerro de Pasco nach Spanien. Die Einwohnerzahl stieg stark an und das Interesse der spanischen Krone spiegelte sich in der Vergabe von Titeln wider.

Am 7. Dezember 1820 proklamierte General Francisco Álvarez de Arenales die Unabhängigkeit von Pasco und ernannte Ramón de Arias zum Bürgermeister.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts galt Cerro de Pasco als die zweitgrößte Stadt Perus. In den 1920er Jahren stammten 80 % der gesamten peruanischen Förderung von Edelmetallen und Erzen aus den Bergwerken in und um Cerro de Pasco.[6] Größter Bergwerksbetreiber in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war die Cerro de Pasco Corporation.[7] Während des „Oncenio“ (span.: „Elfjahreszeitraum“), d. h. während der zweiten, elfjährigen Präsidentschaft von Augusto Bernardino Leguía y Salcedo von 1919 bis 1930, war die Cerro de Pasco Corporation das bedeutendste ausländische Unternehmen in ganz Peru.[8]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von der Hauptstadt Lima ist die Stadt etwa acht Autostunden entfernt. Der Weg führt entlang am Naturschutzreservat des Sees Lago Junín. Gleichfalls führt eine der weltweit höchstgelegenen Eisenbahnstrecken nach Cerro de Pasco. Sie dient allerdings nicht dem Personenverkehr, sondern dem Transport der abgebauten Erze nach La Oroya, bzw. an die Küste nach Lima. Alternative gut ausgebaute Routen für den Güterverkehr (Straße und Schiene) existieren bisweilen nicht. Eine Verbindung von Lima über Canta nach Huayllay und Cerro de Pasco wird diskutiert. Sie würde die Carretera Central entlasten.

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Klima in Cerro de Pasco ist hauptsächlich durch die Höhe bestimmt. Das Jahr ist in zwei Jahreszeiten einzuteilen, eine regnerische Periode von September bis Mai und eine trockene Periode von Juni bis August. Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 4,2 °C.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Horst Badura: Cerro de Pasco und La Oroya, die Zentren des peruanischen Erzbergbaus. In: Geographische Rundschau. 18, 9, 1966, ISSN 0016-7460, S. 354–357.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Peru: Region Pasco – Provinzen & Orte. www.citypopulation.de. Abgerufen am 19. Dezember 2019.
  2. Cerro de Pasco, abgerufen am 19. November 2019.
  3. Instituto Nacional de Estadística e Informática (INEI): Directorio Nacional de Centros Poblados – Censos Nacionales 2017. Lima 2018, Bd. 4, S. 1463 (online).
  4. Instituto Nacional de Estadística e Informática (INEI): Directorio Nacional de Centros Poblados – Censos Nacionales 2017. Lima 2018, Bd. 4, S. 1483 (online).
  5. Instituto Nacional de Estadística e Informática (INEI): Directorio Nacional de Centros Poblados – Censos Nacionales 2017. Lima 2018, Bd. 4, S. 1476 (online).
  6. Thomas F. O'Brien: The Revolutionary Mission. American Enterprise in Latin America, 1900–1945 (= Cambridge Latin American Studies, Bd. 81). Cambridge University Press, Cambridge 1996, ISBN 0-521-55015-7, S. 114.
  7. Thomas F. O'Brien: The Revolutionary Mission. American Enterprise in Latin America, 1900–1945. Cambridge University Press, Cambridge 1996, S. 115–116.
  8. Thomas F. O'Brien: The Revolutionary Mission. American Enterprise in Latin America, 1900–1945. Cambridge University Press, Cambridge 1996, S. 121.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Cerro de Pasco – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien