Initiativen der Veränderung

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Logo der Initiatives of Change (IofC)

Die Initiativen der Veränderung (englisch: Initiatives of Change, französisch: Initiatives et Changement; Internationale Abkürzung : IofC) ist seit 2002 eine internationale Bewegung, die aus der früheren Oxford-Gruppe über die ehemalige Bewegung Moralische Aufrüstung (MRA) entstanden ist. Sie ist eine Nichtregierungsorganisation (NGO), hat einen besonderen beratenden Status im Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen und einen Teilnehmerstatus im Europarat (Straßburg).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den späten 1920er Jahre bildeten an der Universität von Oxford einige Studenten eine „Oxford-Gruppe“. Als Begründer gilt Frank Buchman (1878 – 1961), der 1938 als Gegenpol zur weltweiten Kriegsaufrüstung zu einer „moralischen und geistigen Aufrüstung“ aufrief. Buchman hatte deutliche Affinitäten zum Nationalsozialismus. 1936 erklärte er „Ich danke Gott für einen Mann wie Adolf Hitler, der eine Verteidigungslinie aufgebaut hat gegen den Antichrist des Kommunismus.“ Aus Buchmans Initiative entstand die Moral Rearmament (MRA) bzw. „Bewegung für moralische Wiederaufrüstung.“ Es handelte es sich um eine Art „religiöser Erweckungsbewegung,“ die in der Art von Kreuzzüglern den Kommunismus bekämpfte. Die Bewegung bekundete, für „Frieden ... Wahrheit ... Gott, Christus als Freund und Erlöser, eine Kirche, die vom Feuer des Heiligen Geistes erfüllt“ sei, einzutreten. Sie bekämpfte neben dem Kommunismus auch „sexuell Pervertierte und Kompromittierte in einflußreichen Stellungen, die Spione und Landesverräter decken, ... die Unterhöhlung der Vaterlandsliebe, ... Homosexualität, lesbische Beziehungen, Pornographie, Ehebruch.“

Nach 1945 entwickelte sie ein Programm „zum moralischen und geistigen Wiederaufbau der Welt“. Ihren Sitz nahm die MRA Im schweizerischen Caux im Grandhotel Mountain House, das betuchte Schweizer Bürger gekauft und Buchman geschenkt hatten, der dort 1960 ein internationales Konferenzzentrum eröffnete. Sie organisierte mit populären Mitteln (Laienspielgruppen, Chöre, öffentlichen Sündenbekenntnissen) Massenkampapgnen und zugleich eine Kaderschulung („democratic training“) für Personen, die Führungsaufgaben übernehmen sollten, in Caux. Dabei erhielt die Sekte Unterstützung aus der Politik. So nahm zum Beispiel im Juni 1948 der hessische Erziehungsminister Erwin Stein (CDU) an der MRA-Weltversammlung in Kalifornien teil. Auf der Tagesordnung stand die Entwicklung ideologischer Waffen im aufkommenden Kalten Krieg. Konrad Adenauer erklärte als Kongreßteilnehmer in Caux in diesem Jahr, er erkenne die „große Bedeutung von Caux für die Schlacht zwischen Gut und Böse“. Der spätere Westberliner CDU-Politiker Peter Lorenz nahm nach seinen Worten von dort Kraft für „den Kampf gegen den Kommunismus in Berlin“ mit auf den Rückweg. In Nordrhein-Westfalen, Bayern, Baden-Württemberg und Hessen gab es auf Bitten der Regierungen Tourneen eines MRA-Propagandatheaters mit dem musikalischen Stück „Der gute Weg“.[1] Mehr als 3 000 Deutsche und 2 000 Franzosen kamen nach Caux. Nach Frank Buchman übernahm 1961 der Brite Peter Howard[2]die Leitung der MRA, der aber bereit 1965 verstarb.

Es folgte eine Neuorientierung, die zur Folge hatte, dass sich das Projekt „Up with People“ als Bildungsprogramm abspaltete, nachdem eine gemeinsame „Vertrauensbasis“ nicht mehr vorhanden war. Mit dem wirtschaftlichen und politischen Zusammenbruch kommunistischer Staaten begann ein neuer Abschnitt für die Bewegung, die nach Osteuropa expandierte. In Taiwan, Brasilien und Kenia wurden Programme für „Saubere Wahlen“ initiiert. 2001 wurde von Cornelio Sommaruga (* 1932) und Rajmohan Gandhi (* 1935) die neue Namensgebung „Initiative der Veränderungen“ bekanntgegeben.

Inspiration und Ziel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bewegung setzt sich weltweit dafür ein, Menschen anzuregen, zu unterstützen und zu verknüpfen, damit die Weltbedürfnisse erreicht werden können. Hierbei setzt sie auf die Tatkraft des Einzelnen. Einen besonderen Schwerpunkt legt sie auf persönliche Verantwortung, ethische Führung, Vertrauensaufbau und Versöhnung. Sie möchte über die Gräben und die Trennung hinweg, auf die Welt hineinwirken.

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zentrum „Initiative of Change“ in Caux

Die Bewegung ist weltweit in 60 Ländern tätig, in 44 Ländern verfügt sie über unabhängige Trägerschaften, die sich Initiatives of Change – International angeschlossen haben. Die IofC hat ihren Hauptsitz in Caux und wurde 2002 als Verein gegründet. Das dortige Büro vertritt die internationale Bewegung bei den VN, dem Europarat und weiteren internationalen Organisationen. In Genf unterhält sie das „Office of International Trainings Service“ , ein Schulungszentrum, welches alle internationalen Aus- und Weiterbildungen koordiniert und vermittelt. Die größten Zentren der Initiativen der Veränderung befinden sich in der Schweiz, Großbritannien, Indien und Australien.

Struktur und Aufbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das oberste Gremium der IofC ist die jährlich stattfindende Mitgliedervollversammlung, sie wird vom Präsidenten geleitet. Die globale Vollversammlung wählt neun bis elf Mitglieder zum Internationalen Rat. Daraus wird ein vierköpfiges Leitungsteam gewählt, es setzt sich aus dem Präsidenten, dem Vizepräsidenten dem Schatzmeister und einem Sekretär zusammen. Das Leitungsteam ist für den Geschäftsbetrieb und das Management zuständig, ihm können weitere Ratsmitglieder beigeordnet werden. Zur weiteren Unterstützung stehen dem Leitungsteam ständige Ausschüsse zur Verfügung, deren Mitglieder gehören nicht dem Internationalen Rat an. Aktuelle Präsidentin ist Dr. Omnia Marzouk[3].

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alle Angaben in diesem Abschnitt, wenn nicht anders angegeben: Hagen Rudolph, Die verpaßten Chancen. Die vergessene Geschichte der Bundesrepublik, Hamburg 1979, S. 204-209; Geschichtlicher Überblick, IofC von den Anfängen bis heute (Die Anfänge) [1].
  2. Peter Howard.
  3. Dr Omnia Marzouk from Egypt and UK is elected as the new President of Initiatives of Change International [2]