Pesso-Therapie

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Pesso Boyden System Psychomotor (PBSP) ist eine Form der körperorientierten Psychotherapie[1], die seit Anfang der 1960er-Jahre von Albert Pesso (* 19. September 1929; † 19. Mai 2016)[2][3] und Diane Boyden-Pesso (* 8. August 1929; † 4. März 2016)[4] entwickelt wurde. Sie verfolgt einen eigenen ganzheitlichen Ansatz, der auch Elemente analytischer, kognitiver, humanistischer und systemischer Psychotherapie umfasst. Im deutschsprachigen Raum ist die Bezeichnung Pesso-Therapie[5] oder Pesso-Psychotherapie üblich.

Die Methode[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ablauf einer PBSP-Struktur

In der Pesso-Therapie werden die Folgen von

  • entwicklungsgeschichtlichen Defiziten,
  • Verletzungen oder Traumata und von
  • Lücken im System der Ursprungsfamilie

behandelt.

Im Verlauf einer therapeutischen Sitzung wird eine sogenannte Struktur entwickelt, in der der Klient/die Klientin mit Hilfe von Idealen Figuren die Möglichkeit erhält, heilende Alternativen zu den prägenden frühen Erfahrungen zu entwerfen und so symbolisch die Befriedigung der Grund-Entwicklungsbedürfnisse zu erleben und neue emotionale Erfahrungen zu machen. Im Rahmen einer Gruppe geschieht dies im Rollenspiel; im Setting einer Einzeltherapie werden Gegenstände verwendet oder es wird mit Imagination gearbeitet.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Barbara Fischer-Bartelmann: Einführung in die Pesso-Therapie. In: Serge Sulz, Leonhard Schrenker, Christoph Schricker (Hrsg.): Die Psychotherapie entdeckt den Körper. Oder: Keine Psychotherapie ohne Körperarbeit. 2005, S. 277–301.
  • Tilmann Moser, Albert Pesso: Strukturen des Unbewussten. Protokolle und Kommentare. Suhrkamp Verlag, 1998, ISBN 978-3-518-39336-9.
  • Albert Pesso: Dramaturgie des Unbewussten. Eine Einführung in die psychomotorische Therapie. Klett-Cotta, 1999, ISBN 978-3-608-95422-7.
  • Albert Pesso, Lowijs Perquin: Die Bühnen des Bewusstseins Oder: Werden, wer wir wirklich sind: PBSP – ein ressourcenorientierter, neurobiologisch fundierter Ansatz der Körper-, Emotions- und Familientherapie. CIP-MEDIEN Verlag, 2007, ISBN 978-3-932096-57-0.
  • Leonhard Schrenker: Pesso-Therapie: Das Wissen zur Heilung liegt in uns: PBSP als ganzheitliches Verfahren einer körperorientierten Psychotherapie. 3. Auflage. Klett-Cotta, 2017, ISBN 978-3-608-89220-8.
  • Bärbel Smikalla-Weier, Günter Weier: Albert Pesso: Berührt von der Wahrheit der Existenz. In: Deutsches Ärzteblatt. Oktober 2014, S. 460–461, abgerufen am 25. Juni 2018.
  • Serge Sulz, Leonhard Schrenker, Christoph Schricker (Hrsg.): Die Psychotherapie entdeckt den Körper. Oder: Keine Psychotherapie ohne Körperarbeit. CIP-MEDIEN Verlag, 2005, ISBN 978-3-932096-38-9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Al Pesso erhielt im August 2012 von der US-Amerikanischen Gesellschaft für Körperpsychotherapie (USABP) eine Ehrung für seine Lebensleistung, siehe: Albert Pesso, PBSP, Pesso Boyden System Psychomotor. United States Association for Body Psychotherapy, abgerufen am 28. Juni 2018 (englisch).
  2. Weier, Günter: Albert Pesso: Nachruf auf einen Pionier der Körperpsychotherapie erschienen im Ärzteblatt, PP 15, Ausgabe Juli 2016, Seite 313, https://www.aerzteblatt.de/archiv/180735/Albert-Pesso-Nachruf-auf-einen-Pionier-der-Koerperpsychotherapie
  3. Nachruf auf Albert Pesso http://www.forevermissed.com/albert-pesso/
  4. Nachruf auf Diane Boyden-Pesso http://www.forevermissed.com/diane-boyden-pesso/
  5. Siehe http://www.pesso-institut.de/