Palmkernölspeicher

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Der Palmkernölspeicher

Der Palmkernölspeicher in Berlin-Stralau der Firma Rengert und Co. ist neben den Überresten des Glaswerks und dem Flaschenturm der Engelhardt-Brauerei eines der letzten Industriedenkmäler der Halbinsel Stralau. Er steht im nördlichen Teil Stralaus direkt am Ufer des Rummelsburger Sees und wurde sowohl als Fabrik als auch als Speicher genutzt. Er ist heute das einzige erhaltene Gebäude der Fabrikanlage der ehemaligen Palmkernöl- und Schwefelkohlenstoffabrik Rengert und Co.

Gebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der sechsgeschossige Palmkernölspeicher mit einer Länge von 50 Metern wurde 1883–1885 von dem Architekten Alber Biebendt und dem Bauherrn Robert Paul Rengert erbaut und gilt als typischer Industriebau der Gründerzeit. Zu dem Gebäude gehörte auch ein eigener Schiffsanlegeplatz, der noch heute existiert und überwiegend von Anglern genutzt wird.

Die Wandflächen, bestehend aus roten Verblendziegeln, sind vertikal mit Pilastern und horizontal mit Stockwerkgesimsen gegliedert. Bezeichnend für das Bauwerk ist die vergleichsweise niedrige Geschosshöhe. Getragen wird es von zwei Reihen durchlaufender Stahlstützen im Innenraum. Sie sind hohl und wurden zudem ursprünglich als Rohrleitungen genutzt. Das Dach ist mit einem Zwerchgiebel ausgestattet.

Auffällig ist zudem die schmiedeeiserne Treppe aus der Entstehungszeit, und ein erhaltener Walzenstuhl aus den 1920er Jahren.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ansicht um 1890

Die ehemalige Palmkernöl- und Schwefelkohlenstoffabrik Rengert und Co. wurde 1881 errichtet und war einer der ältesten Industriebetriebe auf Stralau. Die Fabrik diente der Gewinnung von Pflanzenöl aus Palmkernen und weiteren ölhaltigen Samen und Früchten, die besonders für die Herstellung von Margarine von Bedeutung war. Die Rohstoffe wurden aus den ehemaligen deutschen Kolonien in Westafrika importiert. Der gewonnene Schwefelkohlenstoff wurde sowohl für den eigenen Bedarf verwendet als auch an den Handel weitergegeben.

Der Speicher gegenüber dem Neubau

Nachdem die Firma wegen neuer Technologieentwicklungen bereits 1899 Konkurs anmeldete, wurde das Gebäude des Öfteren verkauft und ging 1921 in den Besitz der Viktoriamühle über. Seitdem wurde es bis 1989 als Mühle und bis 1990 als Getreidespeicher und Tierfutterproduktionsstätte genutzt. 1945 wurde es an die Berliner Osthafenmühlen verkauft.

In Kooperation mit seiner Berliner Kontaktarchitektin Inken Baller hat der niederländische Architekt Herman Hertzberger eine moderne Wohnanlage errichtet, die sich gegenüberstehend viertelkreisförmig um den Palmkernölspeicher legt und einen starken Kontrast zu dem alten Industriegebäude bildet.[1] Der in der Nähe liegende, ehemalige Privatweg mit dem Verlauf von den Straßen Am Speicher und Fischzug über die Bahrfeldtstraße, wurde am 15. Juli 1999 in Palmkernzeile benannt.[2]

Spätere Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebäude stand bis 2007 leer und war ungenutzt. Von der Speicher Stralau GmbH sollte der Palmkernölspeicher mit 24 exklusiven Eigentumsloftwohnungen ausgestattet werden. Der Ausbau wurde jedoch bis auf die Neudeckung des Daches und die Reinigung der Fassade mehrmals verschoben.

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Im Herbst 2010 erwarb der irische Investor Glen Pearson mit seiner Firma Lakestar Investment den Palmkernölspeicher von einem russischen Vorbesitzer.Jetzt wird der Speicher saniert und soll bis Ende 2011 fertiggestellt werden. Nach den Planungen des Investors sollen rund zwölf Wohneinheiten mit einer Größe zwischen 150 und 300 Quadratmetern entstehen. Eine Galerie so wie Café und Projektraum sind geplant. [3]

Die geplanten Eigentumswohnungen stehen nun zum Verkauf.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Palmkernölspeicher – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vorne Alexanderplatz, hinten Spreeblick. In: Berliner Zeitung, 14. August 1998.
  2. Palmkernzeile. In: Straßennamenlexikon des Luisenstädtischen Bildungsvereins (beim Kaupert).
  3. Alter Ölspeicher lässt Investoren träumen: Industriedenkmäler - WELT. In: DIE WELT. Abgerufen am 12. September 2016.

Koordinaten: 52° 29′ 47″ N, 13° 28′ 31″ O