Paraíso do Tocantins

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Município de Paraíso do Tocantins
Paraíso do Tocantins
2008 Bernado Sayao Paraiso do Tocantins.jpg
Paraíso do Tocantins (Brasilien)
Paraíso do Tocantins
Koordinaten 10° 10′ S, 48° 53′ WKoordinaten: 10° 10′ S, 48° 53′ W
Lage von Paraíso do Tocantins im Bundesstaat Tocantins
Symbole
Brasao paraiso tocantins.jpg
Wappen
Paraiso do Tocantins Flag.jpg
Flagge
Gründung 23. Oktober 1963
Basisdaten
Staat Brasilien
Bundesstaat Tocantins
Região intermediária Palmas (seit 2017)
Região imediata Paraíso do Tocantins (seit 2017)
Mesoregion Ocidental do Tocantins (1989–2017)
Mikroregion Rio Formoso (1989–2017)
Metropolregion Palmas
Höhe 387 m
Klima tropisch, Aw[1]
Fläche 1.268,1 km²
Einwohner 44.417 (2010[2])
Dichte 35 Ew./km²
Schätzung 51.891 Ew. (1. Juli 2020)[2]
Gemeindecode IBGE: 1716109
Postleitzahl 77600-000 bis 77602-999
Telefonvorwahl (+55) 63
Zeitzone UTC−3
Website www.paraiso.to.gov.br (brasilianisches Portugiesisch)
Politik
Stadtpräfekt Moisés Avelino (2017–2020)
Partei Movimento Democrático Brasileiro (MDB, bis 2017 PMDB)
Kultur
Schutzpatron São José Operário
Wirtschaft
BIP 1.011.802 Tsd. R$
20.617 R$ pro Kopf
(2015)
HDI 0,764 (2013)

Paraíso do Tocantins, amtlich portugiesisch Município de Paraíso do Tocantins, ist eine 1963 gegründete Gemeinde des brasilianischen Bundesstaates Tocantins in der Região Norte. Sie ist 63 km von der Hauptstadt Palmas entfernt. Die Bevölkerungszahl wurde zum 1. Juli 2020[2] auf 51.891 Einwohner geschätzt, Paraisenser (portugiesisch paraisenses) genannt, die auf einem Gebiet von rund 1268 km² leben. Die Bevölkerungsdichte liegt bei 35 Personen pro km².[2]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Zentrum der Orts liegt auf einer Höhe von 387 Metern über Meeresspiegel. Das Terrain ist das der Ökoregion des brasilianischen Cerrado mit einer hohen Biodiversität. Am Ostrand der Stadt findet sich der Serra do Estrondo, ein kleiner Berg mit einer Aussichtsplattform.

Umliegende Orte sind:

Nordwesten: Monte Santo do Tocantins Norden: Barrolândia Nordosten:
Westen: Chapada de Areia Windrose klein.svg Osten: Luzimangues, Palmas
Südwesten: Pium Süden: Pugmil Südosten:

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Siedlung entstand während des Baus der Nord-Süd-Autobahn BR-153, die 1959 eröffnet wurde. Das Gebiet gehörte zum Bundesstaat Goiás. Am 23. Oktober 1963 wurde das Munizip durch Dekret „Lei Estadual n° 4.1716“ unter dem Namen Paraíso do Norte mit Ausgliederung aus der Gemeinde Pium, dem es bisher unterstand, gegründet.[3] Zu der Zeit hatte der Ort etwa 1500 Einwohner, die für den in Brasilien üblichen Volksentscheid, Bau eines Rathauses sowie Wahlen für Stadtverordnete und Bürgermeister ausreichten.

Die Gründung des Bundesstaates Tocantins und Abspaltung von Goiás erfolgte 1988 und am 1. Januar 1989 wurde der Ort in Paraíso do Tocantins umbenannt, was die neue Zugehörigkeit ausdrückte.

Stadtverwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Exekutive: Bei der Kommunalwahl 2016 wurde der Ex-Gouverneur von Tocantins Moisés Avelino zum dritten Mal Stadtpräfekt (Bürgermeister). Er ist Mitglied des Partido do Movimento Democrático Brasileiro (PMDB, heute MDB).[4] Die ersten beiden Stadtpräfekten wurden noch von der Regierung in Tocatins ernannt, ab 1966 wurden sie gewählt. Die Bürgermeister hatten sich in den 1960er Jahren mit einem Bevölkerungswachstum von über 500 % auseinanderzusetzen, in den 1970er Jahren verdoppelte sich die Einwohnerzahl.

Die Legislative liegt bei einem 13-köpfigen Stadtrat, den vereadores der Câmara Municipal, 2017 lag die Präsidentschaft bei João de Deus Lopes da Cunha, der ebenfalls dem PMDB angehört.

Liste der Stadtpräfekten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Name Amtsdauer
Ercíclio Bezerra de Castro (ernannt) 13. März 1964 bis 24. Januar 1965
Pedro Cândido de Oliveira (ernannt) 25. Januar 1965 bis 30. Januar 1966
Manoel Lúcio de Carvalho Filho (gewählt) 31. Januar 1966 bis 30. Januar 1970
Raimundo José de Moraes (gewählt) 31. Januar 1970 bis 30. Januar 1973
Abrão Pereira de Andrade (gewählt) 31. Januar 1973 bis 31. Januar 1977
Benedito Pereira Bandeira Sobrinho (gewählt) 1. Februar 1977 bis 31. Januar 1983
Moisés Avelino (gewählt) 1. Februar 1983 bis 30. August 1988
Alípio Barbosa Neto 31. August 1988 bis 31. Dezember 1988
Arnaud de Souza Bezerra (gewählt) 1. Januar 1989 bis 31. Dezember 1992
Manoel de Jesus Torres (gewählt) 1. Januar 1993 bis 31. Dezember 1996
Virgínia Avelino (gewählt) 1. Januar 1997 bis 31. Dezember 2000
Hider Alencar (gewählt) 1. Januar 2001 bis 31. Dezember 2004
Arnaud de Souza Bezerra (gewählt) 1. Januar 2005 bis 31. Dezember 2008
Sebastião Paulo Tavares (gewählt) 1. Januar 2009 bis 31. Dezember 2012
Moisés Avelino (gewählt) 1. Januar 2013 bis 31. Dezember 2016
Moisés Avelino (wiedergewählt) 1. Januar 2017, amtierend bis 2020

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quelle: IBGE (Angaben für 2019 sind lediglich Schätzungen). 25,79 % der Bevölkerung waren 2010 Kinder und Jugendliche bis 15 Jahre.[5] 95,62 % lebten 2010 in der urbanen Zone, 4,38 % im weitläufigen Naturraum.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der politischen Gemeinde verteilt sich auf die drei Hauptsektoren Landwirtschaft, Handel und Dienstleistungen, Industrie:

Wirtschaftssektorenanteile am BIP
Sektor Tsd. Real
Landwirtschaft
  
19.449
Dienstleistung
  
394.091
Industrie
  
167.984
Quelle: IBGE, 2014

Der Index der menschlichen Entwicklung für Städte, abgekürzt HDI (portugiesisch: IDH-M) lag 1991 bei dem niedrigen Wert von 0,488, im Jahr 2010 bei dem als hoch eingestuften Wert von 0,764.[5]

HDI
Jahr Punkte
1991 0,488
2000 0,613
2010 0,764

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Paraíso do Tocantins führt die Nordsüdverbindungsstraße BR-153 (Rodovia Transbrasiliana), für die Ost-West-Verbindung sorgt die staatliche Autobahn TO-080.

Westlich liegt der Flugplatz Aeroporto de Paraíso do Tocantins mit einer 1200-Meter-Piste.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Instituto Federal do Tocantins unterhält in Paraíso einen Campus. Laut Volkszählung 2010 befanden sich in Paraíso 25 Grund- und neun Mittelschulen.

Analphabetenquote[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Paraíso do Tocantins hatte 1991 eine Analphabetenquote von 25,5 %, die sich bei der Volkszählung 2010 bereits auf 8,9 % reduziert hatte.[5]

Analphabetenquote
Jahr Prozent
1991
  
25,51
2000
  
14,20
2010
  
8,86

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Paraíso verfügt über ein Heimatmuseum Museu Municipal João Batista de Brito, eine Stadtbibliothek und eine städtische Bühne. Sport bieten die Fußballclubs Paraíso Esporte Clube und Clube Atlético Cerrado, die aber bei den Staatsmeisterschaften von Tocantins noch keine Titel errangen.

Sehenswürdig ist die Kirche Igreja Matriz São José Operário. Am 19. März findet jährlich ein Fest zu Ehren des Stadtpatrons Josef von Nazaret, portugiesisch: São José Operário, statt, am 23. Oktober wird das Gründungsjubiläum gefeiert.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Secretaria do Planejamento e Orçament (SEPLAN): Paraíso do Tocantins 2017. Hrsg.: Governo do Estado do Tocantins (= Perfil Socioeconômico dos Municípios). Palmas 2017 (brasilianisches Portugiesisch, Online [PDF]).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Paraíso do Tocantins – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Klima Paraíso do Tocantins: Wetter, Klimatabelle & Klimadiagramm für Paraíso do Tocantins. In: climate-data.org. de.climate-data.org, abgerufen am 8. Oktober 2018.
  2. a b c d IBGE: Tocantins: Paraíso do Tocantins – Panorama. Abgerufen am 14. Oktober 2020 (brasilianisches Portugiesisch).
  3. Fotokopie des Dokuments. Abgerufen am 20. Januar 2018.
  4. Moisés Avelino 15 (Prefeito). In: com.br. Eleições 2016, abgerufen am 8. Oktober 2018 (brasilianisches Portugiesisch).
  5. a b c Atlas do Desenvolvimento Humano do Brasil: Paraíso do Tocantins. Abgerufen am 20. Januar 2018 (brasilianisches Portugiesisch).