Park der Gärten

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Aussichtsturm

Der Park der Gärten ist eine Dauergartenschau und "Deutschlands größte Mustergartenanlage" im Ortsteil Rostrup der Gemeinde Bad Zwischenahn im niedersächsischen Landkreis Ammerland.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Niedersächsische Landesgartenschau 2002

Der Park der Gärten befindet sich auf dem ehemaligen Gelände des Niedersächsischen Gartenkulturamtes, kurz GKC. Zunächst fand auf diesem Gelände im Jahre 2002 die erste Niedersächsische Landesgartenschau statt.[1] 2003 wurde das Areal der ehemaligen Gartenschau weiter entwickelt und in Park der Gärten umbenannt. Verschiedene Fernsehsender berichten seither regelmäßig über den Garten und über eine Reihe von Garten- und Pflanzenthemen, die in dem Park medienwirksam aufbereitet sind. Den Anfang machte der Bayerische Rundfunk im BR Fernsehen im Rahmen der Gartensendung Querbeet.[2]

Eingang zum „Park der Gärten“

2013 eröffnete der Park in seinem Besucherzentrum unter dem Titel „Grüne Schatztruhe“ eine Dauerausstellung, in die insgesamt 3,6 Millionen Euro investiert wurden.[3] Die Ausstellung befasst sich unter anderem mit der Frage, woher die Pflanzen des Parks stammen, wie die Pflanzennamen entstanden sind, sowie mit den Vegetationsbedingungen bestimmter Pflanzengruppen und deren Standort und Wachstumsbedingungen innerhalb des Parkgeländes. Außerdem geht die Ausstellung auf die Wanderung der Pflanzen von ihrer fernen Heimat nach Europa ein. Dargestellt wird, wie die zumeist exotischen Gewächse die weiten Transportwege überstanden und welch hohen monetären Wert diese Pflanzen aus fernen Ländern einst darstellten. Ein 270°-Kino dokumentiert die Vielfalt des Parks mit seiner Pflanzenwelt aus verschiedenen Blickwinkeln und Perspektiven.[4]

Parkgelände aus der Luft

Einen Überblick über das Gelände bietet der 2014 eröffnete rund 20 Meter hohen Aussichtsturm. Im selben Jahr erfuhr der Wasserbereich des Parks eine erhebliche Ausdehnung, und es wurde der Kletterspielplatzes neu gestaltet. Der Aussichtsturm ist eine Konstruktion aus Stahl und Lärchenholz und hat rund 400.000 Euro gekostet. Die Aussichtsplattform erlaubt einen Rundblick über die Gartenschau aus einer nicht alltäglichen Perspektive.[5]

Erscheinungsbild[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der ca. 14 Hektar große Park setzt sich aus 43 Themengärten zusammen, die durch Hecken in einer Gesamtlänge von 1.170 Metern voneinander abgegrenzt werden. Zwischen den einzelnen Abteilungen des Parks wurden 28.700 Quadratmeter Rasen angelegt. Auf dem Parkgelände sind 945 Solitärbäume gepflanzt. Ungefähr 2.000 Rhododendronarten und -sorten geben dem Park ein für das Ammerland typisches Gepräge.[6]

Das Pinetum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Johann-Dietrich zu Jeddeloh inmitten seiner Koniferensammlung

Eine der wertvollsten Sammlungen in Bad Zwischenahn ist die an einem schmalen lang gezogenen Hügel angelegte Koniferensammlung. Das Pinetum - eine Wortschöpfung zusammengesetzt aus Pinus, Arboretum und Alpinum - präsentiert mit rund 500 Nadelgehölzen einen kleinen Ausschnitt der Koniferensammlung des Baumschulers und Pflanzenzüchters Johann-Dietrich zu Jeddeloh.[7] Als begeisterter Dendrologe bereiste er die ganze Welt und brachte von allen Kontinenten viele Raritäten mit. Von 1948 an bis zu seinem Tod im Jahr 1999 selektierte Johann-Dietrich zu Jeddeloh besondere Wuchsformen von Nadelgehölzen. Vor allem die ganz Kleinen kamen durch ihn groß heraus. Es sind dies Zwerggehölze, die nur wenige Zentimeter im Jahr wachsen und daher auch ohne regelmäßigen Schnitt in Form bleiben. Bei der Anlage des Pinetum wurde darauf geachtet, dass die einzelnen Pflanzengattungen dicht beieinander stehen, um Vergleiche zu ermöglichen. Zahlreiche schirmförmig, kugelig oder säulenförmig wachsende Formen sind hier zu bestaunen.[8]

Japanischer Garten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Japanische Garten im „Park der Gärten“ zeichnet sich durch übersichtliche, klare Linien aus und vermittelt Ruhe, Geborgenheit und Schönheit. Die wenigen, aber anspruchsvollen Elemente haben eine große Aussagekraft, die den Betrachter zu jeder Jahreszeit gefangen nimmt. Eine Berglandschaft mit Wasserlauf und Kiesbett bildet das Zentrum des Gartens. Der Wasserlauf wird durch Kies, in den Wellen gerecht werden, symbolisiert. Die geschnittenen Kiefern - Big-Bonsais genannt - strahlen Ruhe und ein ehrwürdiges Alter aus. Über fünfzig Jahre sind sie alt und werden seit zwanzig Jahren bearbeitet und geschnitten. Ein Bambushain und alte Rhododendren runden das harmonische Bild des Japangartens ab.

Rosengarten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Königin unter den Blumen ist im „Park der Gärten“ ebenfalls ein Garten gewidmet. Über 2500 Rosen in 50 Sorten wachsen und gedeihen auf einer Fläche von 900 Quadratmetern. In symmetrische Beete gegliedert kreuzen sich die Hauptwege in der Mitte und treffen sich an einem vertieften Sitzplatz. Überdacht wird dieser Platz von einer hohen Holzpyramide, die mit Kletterrosen, Clematis und Hopfen überwachsen ist. Farben und Duft der Rosen genießen ist das oberste Ziel in diesem Garten. Alle Pflanzen sind durch die Wegeführung von nahem zu bewundern. Bei der Sortenwahl wurde bewusst auf robuste und dem Klima angepasste Sorten geachtet, dadurch wird ein Einsatz von Pflanzenschutzmitteln vermieden.

Wellnessgarten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Wellnessgarten im „Park der Gärten“ will den Besucher einladen, seinen Körper wieder zu entdecken, in sich hineinzuhören, um unsere psychischen Bedürfnisse wie Lebensfreude, ein gutes Körpergefühl, Sinnlichkeit oder Sinnsuche zu erkennen und zu spüren, wenn die Energie verbraucht ist. Den Duft der Kräuter einatmen, das Wasserrauschen hören und die Gedanken schleifen lassen. Eine Auszeit nehmen und neue Kräfte sammeln. Der Wellness-Mustergarten will dem Besucher Vorschläge und Anregungen für den eigenen Garten anbieten.

Modelliertes Parkgelände

Rundweg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zaubernussblüte während der Wintersonderöffnung
Kunst im „Park der Gärten“

Entlang des knapp drei Kilometer langen Rundweges kann man sich an verschiedenen Stationen im Park über ökologische Themen wie Vogelschutz, nachwachsende Rohstoffe oder Bodenkunde informieren.[9]

Der Park ist alljährlich von Mitte April bis Anfang Oktober geöffnet. Außerdem gibt es außerhalb der Saison Sonderöffnungen, beispielsweise zur Besichtigung von Winterblühern.

Im Spätsommer werden die Öffnungszeiten im Rahmen der Aktion „Illumination - Lange Abende im Park“ verlängert. Die Gartenbeleuchtung macht es Besuchern möglich, die Gartenschau auch bei einbrechender Dunkelheit zu erleben.

Besucher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2016 wurde der Park von 153.700 zahlenden Gästen besucht.[10]

Schule im Grünen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Park der Gärten findet regelmäßig in der warmen Jahreszeit die „Schule im Grünen“ statt. Im Verlauf einer Saison nutzten insgesamt 150 bis 200 Schulklassen und Kindergartengruppen die Schule im Grünen.

Kulturelle Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Allein rund 8000 Besucher kamen 2015 speziell im Rahmen von Kulturveranstaltungen unter die Zeltdachbühne zu Konzerten, Lesungen oder Kinoveranstaltungen in den Park. Diese Besucher sind nicht in der offiziellen Statistik erfasst.[11]

Gesellschafter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Park der Gärten wird von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, dem Landkreis Ammerland, der Gemeinde Bad Zwischenahn und der „Fördergesellschaft Landesgartenschauen Niedersachsen mbH“ betrieben.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. 1. Niedersächsische Landesgartenschau, abgerufen am 14. Oktober 2012
  2. „Von der Gartenschau zum Park der Gärten“, auf BR.de (Memento vom 17. Januar 2008 im Internet Archive)
  3. Park der Gärten im Ammerland macht sich hübsch. Hamburger Abendblatt, 11. April 2013, abgerufen am 30. März 2016
  4. Park der Gärten - Geländeplan Seite 2, Dauerausstellung Grüne Schatztruhe, abgerufen am 30. März 2016
  5. Park der Gärten hat ein neues Wahrzeichen, abgerufen am 2. Mai 2014
  6. Park der Gärten: Der Park in Zahlen 2009
  7. Schaugarten und Pinetum. Baumschule zu Jeddeloh, abgerufen am 30. März 2016.
  8. „Von der Gartenschau zum Park der Gärten“, auf BR.de (Memento vom 17. Januar 2008 im Internet Archive)
  9. Beate Leufen-Bohlsen: Der Park der Gärten ist eine Reise wert! mein schöner garten. 2. Juni 2010
  10. Markus Minten: Besucherrekord im Park der Gärten. Nordwestzeitung, 15. Oktober 2013
  11. Ostfriesland Tourismus GmbH: Park der Gärten: Saisonbilanz 2010

Koordinaten: 53° 12′ 2″ N, 7° 59′ 16″ O