Landesgartenschau Bad Iburg 2018

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Landesgartenschau Bad Iburg 2018
Landesgartenschau Bad Iburg 2018
Daten
Ort Bad Iburg, Niedersachsen
Eröffnung 18. April 2018
Eröffnet von Stephan Weil
Abschluss 14. Oktober 2018
Fläche 29 ha
Besucher 586.735

Die Landesgartenschau Bad Iburg 2018 war die sechste Niedersächsische Landesgartenschau. Sie wurde am 18. April 2018 in der niedersächsischen Stadt Bad Iburg, einem Kneippkurort im Südwesten des Landkreises Osnabrück, eröffnet[1] und dauerte bis zum 14. Oktober 2018. Die Schau wurde unter dem Motto Tauch ein! veranstaltet. Geschäftsführerin der Landesgartenschau ist Ursula Stecker.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 19. März 2015 stimmte die Mehrheit des Rates der Stadt Bad Iburg (bei der Stadtratswahl 2011 hatte die CDU 50,36 Prozent der Wählerstimmen erhalten[3]) gegen eine finanzielle Unterstützung der Gartenschau.[4] In einem Bürgerentscheid am 6. Dezember 2015 entschieden sich die Bürger von Bad Iburg hingegen für die Ausrichtung.[5] Im Januar 2016 nahm die Geschäftsstelle der Durchführungsgesellschaft die Arbeit am Projekt auf. Am 4. Juli 2016 stand fest, dass das Landschaftarchitekturbüro A 24 Landschaft die Gartenschauprojekte planen würde. Dieses Büro hatte unter anderem bereits die Landesgartenschauen in Rosenheim (2010), Schwäbisch Gmünd (2014), Landau in der Pfalz (2015) und Eutin (2016) geplant.[6] Am 18. April 2018 waren pünktlich zur Eröffnung der Gartenschau alle Arbeiten abgeschlossen.

Bei der Stadtratswahl 2016 erhielt die Bad Iburger CDU nur noch 17,31 Prozent der Wählerstimmen. Das Politikjournal „Rundblick“ bewertet dies als Reaktion auf die Ablehnung der Gartenschaupläne.[7]

Ausstellungsgelände[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ausstellungsflächen waren der Charlottenseepark mit dem namensgebenden Charlottensee am Fuße des Iburger Schlosses sowie der Waldkurpark. Die beiden Flächen sind durch die Bundesstraße 51 voneinander getrennt, deren Straßenverlauf in diesem Bereich einen Bogen zwischen den Hängen des Teutoburger Waldes um den Schlossberg beschreibt. Das eintrittspflichtige Areal betrug um die 25 Hektar, davon waren ca. 2,7 Hektar Wasserflächen der insgesamt zwei Seen und fünf Teiche. Das rund vier Hektar große Areal der Tegelwiese im Norden der Stadt war als eintrittsfreie Fläche Teil der Landesgartenschau und zeigte z. B. ein Feuchtbiotop. Im Waldkurpark wurden auf Lichtungen Ausstellungen zu verschiedenen Themen präsentiert. Mit in die Gartenschau eingebunden waren auch der Kneipp-Spielplatz an der Beckerteichpforte, die südliche Umgebung der Dörenberg-Klinik (Themenbereich Blütenterrassen) und die Klostergärten (Konventgarten und Knotengarten) des ehemaligen Benediktinerklosters (Themenbereich Schloss Iburg). Auf einer Bühne im Charlottenseepark fanden Veranstaltungen statt. Besondere Attraktion der Schau war ein 439 Meter langer Baumwipfelpfad, der zwischen 10 und 28 m Höhe durch den Waldkurpark führt und am etwa 32 m hohen, als Aussichtsturm genutzten Einstiegsturm wahlweise über Treppen oder mit einem Aufzug erreichbar ist.[8] Insgesamt gab es auf dem Gelände 12 Themengärten. An Pflanzenfläche wurden rund 1.000 m² Stauden und etwa 3.000 m² Wechselflor neu gepflanzt, daneben gab es eine ca. 1.000 m² große Blumenhalle.[9][10]

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pendelverkehr vom und zum Laga-Parkplatz

Für die Bahnstrecke Ibbenbüren–Hövelhof sind im Hinblick auf die Ausrichtung der Landesgartenschau in Bad Iburg in einer umsteigefreien Direktverbindung mit Osnabrück Potenziale gesehen worden.[11][12] Der Besitzer der Strecke, die LWS Lappwaldbahn Service GmbH, hatte im Vorfeld der Gartenschau Instandsetzungsarbeiten v. a. am Oberbau und den Brücken der seit 2013 teilweise gesperrten Strecke durchgeführt.[13]

Die Vereine Eisenbahn-Tradition aus Lengerich sowie die Osnabrücker Dampflokfreunde boten zu verschiedenen Terminen von Lengerich, Osnabrück und Münster aus Fahrten zum Bad Iburger Bahnhof mit historischen Zügen an.[14]

Vom Bahnhof in Bad Iburg wurden die Besucher per Bus zum ca. einen Kilometer entfernten Gartenschaugelände gebracht. Zusätzlich verkehrten täglich Linienbusse vom Osnabrücker Hauptbahnhof aus nach Bad Iburg.

Fazit und Nachnutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den ersten drei Monaten der sechsmonatigen Veranstaltung konnte die Schau rund 273.000 Besuche verbuchen, außerdem waren in diesem Zeitraum rund 8700 Dauerkarten verkauft worden.[15] Insgesamt stand am Ende die offizielle Zahl von 586.735 Besuchen, womit die angestrebte Besuchszahl von 500.000 übertroffen wurde.[16] Statt eines zuvor einkalkulierten finanziellen Defizits von 200.000 Euro wies die Abschlussbilanz der Schau einen Gewinn von 800.000 Euro auf.[17]

Während nach Ende der Schau manche Gartenflächen zurückgebaut wurden, sollen andere erhalten bleiben. Finanziert wird die Pflege aus dem erwirtschafteten Gewinn der Landesgartenschau-Gesellschaft. Nach dem Rückbau der Umzäunung wurden die Parkanlagen wieder für Besucher geöffnet. Der Baumwipfelpfad wird ebenfalls erhalten, der Besuch ist eintrittspflichtig.

Das Laga-Motto Tauch ein! kann im Prinzip weiterwirken, da mehrere Kneipp-Anlagen auf dem Gebiet der Stadt Bad Iburg (davon drei auf dem ehemaligen Laga-Gelände) erhalten blieben und frei zugänglich sind. Allerdings kann in Zeiten anhaltender Hitze und Trockenheit die Bewässerung städtischer Rasenflächen und Beete sowie die Wasserzufuhr zu Springbrunnen und dem Fontänenfeld im Kneipp-Park eingestellt werden.[18]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Landesgartenschau 2018 in Bad Iburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kneipp-Kurort setzt sich durch. Landesgartenschau 2018 kommt nach Bad Iburg. In: Neue Osnabrücker Zeitung, 21. Januar 2014.
  2. Geschäftsführer Landesgartenschau Bad Iburg (Memento des Originals vom 5. Februar 2015 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.landesgartenschau-badiburg.de.
  3. Landkreis Osnabrück: Die Kommunalwahl Landkreis Osnabrück vom 11. September 2011 S. 60
  4. Bad Iburger Rat kippt die Landesgartenschau 2018. In: Neue Osnabrücker Zeitung, 19. März 2015.
  5. Bad Iburger stimmen für Landesgartenschau. 6. Dezember 2015, abgerufen am 6. November 2015.
  6. A 24- Planer der LaGa Bad Iburg 2018. In: Neue Osnabrücker Zeitung. 5. Juli 2016, abgerufen am 13. Juli 2016.
  7. In Bad Iburg wird die FDP stärkste Partei. Rundblick. Politikjournal für Niedersachsen. Ausgabe 164/2016. 13. September 2016
  8. Leuchtturmprojekt: Der Baumwipfelpfad Bad Iburg auf der Webseite des Fördervereins Landesgartenschau 2018 Bad Iburg e.V., abgerufen am 7. Januar 2019
  9. Zahlen, Daten & Fakten, laga2018-badiburg.de, abgerufen am 3. Februar 2018.
  10. Gelände, laga2018-badiburg.de, abgerufen am 3. Februar 2018.
  11. Eine Chance für die Schiene – Aktionsbündnis pro TWE macht sich für Bahn-Shuttle zur LaGa 2018 in Bad Iburg stark. In: Westfälische Nachrichten, 2. August 2014.
  12. Projektpapier Zugprojekt „LaGa-Shuttle“ Osnabrück Hbf – Bad Iburg, Aktionsbündnis pro TWE, 15. Juli 2014
  13. Marode Eisenbahnbrücke in Bad Iburg wird erneuert, noz.de, 23. Februar 2018, abgerufen am 18. März 2018.
  14. Mit dem Zug zur Laga–Die Bahn ist frei, wn.de, 23. Februar 2018, abgerufen am 18. März 2018.
  15. Halbzeitbilanz der LaGa Bad Iburg: Mehr als zufriedenstellend!, landesgartenschau-badiburg-foerderverein.de, 12. Juli 2018, abgerufen am 28. September 2018.
  16. Viel Applaus in Bad Iburg für eine "einzigartige Landesgartenschau", noz.de, 14. Oktober 2018, abgerufen am 15. Oktober 2018.
  17. Bad Iburger Laga erzielt 800.000 Euro Überschuss, noz.de, 29. März 2019.
  18. Stadt Bad Iburg: Hitzeperiode: Die Stadt fordert alle Bürger zum Wassersparen auf!. Juni 2019

Koordinaten: 52° 9′ 34,6″ N, 8° 2′ 13,1″ O