Parsevalsche Gleichung

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Die parsevalsche Gleichung (nach Marc-Antoine Parseval), auch bekannt als Abgeschlossenheitsrelation, aus dem Gebiet der Funktionalanalysis ist die allgemeine Form des Satzes des Pythagoras für Innenprodukträume. Zugleich ist sie wichtig für Orthogonalzerlegungen in diesen Räumen, insbesondere für die verallgemeinerte Fouriertransformation.

Formulierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es seien ein Prähilbertraum und Orthonormalsystem gegeben - d.h. alle Elemente von sind zueinander orthogonal und haben zudem die Norm . ist genau dann ein vollständiges Orthonormalsystem (Orthonormalbasis) von , wenn für alle die parsevalsche Gleichung

erfüllt ist. Hierbei bezeichnet das Innenprodukt und die zugehörige Norm von .

Ist ein unvollständiges Orthonormalsystem, so gilt immerhin noch die besselsche Ungleichung.

Anwendungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gleichung hat die physikalische Aussage, dass die Energie eines Signals im Impulsraum betrachtet mit der Energie des Signals im Ortsraum identisch ist.

Eine andere Formulierung der Gleichung ist die Aussage, dass die L2-Norm einer Funktion gleich der - beziehungsweise -Norm der Koeffizienten der Fourierreihe dieser Funktion ist. Die Verallgemeinerung der parsevalschen Gleichung auf die Fouriertransformation ist der Satz von Plancherel.

Spezialfall der Fourierreihe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Satz von Parseval

Falls die Fourierkoeffizienten der (reellen) Fourierreihenentwicklung der -periodischen Funktion sind, das heißt

,

dann gilt die Gleichung

Diese Identität ist ein Spezialfall der oben beschriebenen allgemeinen parsevalschen Gleichung, wenn man als Orthonormalsystem die trigonometrischen Funktionen , n=1,2,..., nimmt, mit dem Skalarprodukt

.

Satz von Plancherel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Satz von Plancherel

Der parsevalschen Gleichung für die Fourierreihe entspricht eine Identität der Fouriertransformation, die gemeinhin als Satz von Plancherel bezeichnet wird:

Falls die Fouriertransformierte von ist, dann gilt die Gleichung

Die Fouriertransformation ist damit eine Isometrie im Hilbertraum L2. Diese Gleichung ist der parsevalschen sehr ähnlich, aber sie folgt nicht aus dieser, da der Fouriertransformation kein Orthogonalsystem zugeordnet ist.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]