Paul Bartsch (Musiker)

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Paul Bartsch 2018 in der Theatrale Halle (Saale) – Foto: Horst Sulewski

Paul Detlev Bartsch (* 30. Juni 1954 in Wernigerode) ist ein deutscher Liedermacher und Medienpädagoge.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Paul Bartsch wuchs in Danstedt, einem Dorf im Vorharz, auf. Mit 14 kam er auf die Erweiterte Oberschule in Halberstadt, sang dort in einer Schülerband und spielte Gitarre. Nach dem Abitur studierte Bartsch an der Bauhaus-Universität Weimar Architektur, brach dieses jedoch nach drei Semester ab und arbeitete in Halberstadt in der Holzwirtschaft. Von 1976 bis 1980 studierte Bartsch in Halle Musikpädagogik. 1981 erhielt er den Berufsausweis als Chansonsänger. Zur selben Zeit war Bartsch Aspirant am Germanistischen Institut der Universität Halle und promovierte dort 1988 als Literaturwissenschaftler. Von 1991 bis 2017 war Paul Bartsch als Medienpädagoge am Pädagogischen Landesinstitut Sachsen-Anhalt tätig. Im Oktober 2009 wurde er zudem auf die Professur für „Erziehungswissenschaft: Kindheit und Medien“ an die Hochschule Merseburg berufen. Paul Bartsch lebt heute in Halle (Saale); er ist seit 1978 verheiratet, hat eine Tochter und einen Sohn sowie zwei Enkel.

Liedermacher und Autor[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Student spielte Bartsch in verschiedenen Amateurbands Rockmusik von den Stones, CCR, Deep Purple, Led Zeppelin, Bad Company und Wishbone Ash wie auch eigene Kompositionen und schrieb dazu erste Songtexte auf Deutsch. Seit 1981 ist er mit eigenen Songs unterwegs, zunächst im Duo „HörBar“ mit Detlef Hörold (Klavier, Gesang), ab 1984 solistisch oder mit diversen Musikern. Von 1987 bis 1990 gehörte er als Sänger und Texter zur halleschen Profi-Band FAM. In den 1990er Jahren war Bartsch zunächst im Duo mit dem Gitarristen Thomas Fahnert (ex FAM), später mit dem Bassisten Gerd Hecht im Trio künstlerisch aktiv. Seit 2003 läuft das Projekt „BARTSCH&BAND“[1] (Thomas Fahnert – git, voc; Gerd Hecht – bg; Sander Lueken – keyb, voc; Ralf Schneider – dr, perc), das von Publikum und Kritik gern in jene Lücke gestellt wird, die der Tod des Liedermachers Gerhard Gundermann in die ostdeutsche Liedszene gerissen hat. Bartsch selbst sieht sich weniger als Epigone, wohl aber als Geistesverwandten seines Generationsgefährten und nennt als seine musikalische Initialzündung die zu Beginn der 1970er Jahre sehr populäre, dann verbotene DDR-Band Renft.

Paul Bartsch & Band 2018 in der Theatrale Halle (Saale).jpg

Neben Liedern schreibt und veröffentlicht Bartsch Lyrik und Prosa. Seit 1993 verfasst er zudem das Textbuch sowie die Liedtexte für die jährliche Weihnachtsrevue im halleschen Steintor-Varieté, die in jeder Spielzeit mehrere zehntausend Besucher anzieht. Bartsch lässt nicht autorisierte Mitschnitte seiner Konzerte von Videoplattformen entfernen.[2]

Medienpädagoge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bartsch leitet seit 1991 die medienpädagogische Fachabteilung des Pädagogischen Landesinstituts Sachsen-Anhalt (LISA). Unter seiner Federführung entstand 1996 mit „Wege zur Medienkompetenz“ eines der ersten curricularen Konzepte für die fachintegrative schulische Medienerziehung. Außerdem wurde der seit 2000 in Sachsen-Anhalt unterrichtete Wahlpflichtkurs „Moderne Medienwelten“ durch ihn initiiert. Im Rahmen der von ihm seit 2009 an der Hochschule Merseburg wahrgenommenen Professur „Erziehungswissenschaft: Kindheit und Medien“ trägt er die Modulverantwortung für das BA-Modul 1/3 Erziehung, Bildung und Sozialisation sowie einige verwandte Bereiche.

Er war von 2006 bis 2012 stellvertretender Sprecher der „Länderkonferenz Medienbildung“ (LKM), mit der er 2008 das „Kompetenzorientierte Konzept für die schulische Medienbildung“[3] erarbeitet und veröffentlicht hat. Als Mitglied einer Redaktionsgruppe war er an der Erarbeitung der von der Kultusministerkonferenz (KMK) im März 2012 veröffentlichten Erklärung Medienbildung in der Schule[4] beteiligt.

2014 wurde Paul Bartsch durch das Kultusministerium Sachsen-Anhalt in den Literaturbeirat des Landes berufen.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tonträger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • "Leben in der Stadt", LP, SCALA Halle, 1990 (Paul Bartsch & FAM; Ein Liedermacher. Eine Band)
  • "Ein deutsch/deutscher Spitzen-Salat", Kassette, METRIX Halle, 1992 (Fahnert&Bartsch)
  • "Deutschland. Ein Herbst-Märchen", Kassette, METRIX Halle, 1994 (Fahnert, Bartsch & Hecht)
  • "Geliebte G.", CD, 1995 (Fahnert, Bartsch & Hecht)
  • "68er", CD, FunDomMusic, 1997 (Paul Bartsch & BleyFrey)
  • "Wenn ich aufhör anzufangen", CD, 2000 (Paul Bartsch solo)
  • "Weißes Kreuz auf rotem Grund", CD, 2001 (Paul Bartsch solo – live in Dänemark)
  • "BRUCHPILOTEN", CD, House Master Records, 2003 (BARTSCH&BAND) – "CD des Monats" in der deutschen Liederbestenliste vom Februar 2004[5]
  • "HEIMATREVUE der etwas anderen Art", CD mit Liedern nach Texten von Fritz Otto Hartmann, 2004, "CD des Monats" in der deutschen Liederbestenliste vom Januar 2005[6]
  • "Stechen in See", CD, cäsar music, 2005 (BARTSCH&BAND)
  • "1990 - 2005 / Eine Auswahl", Doppel-CD, 2007
  • "Wer weiß schon wie", CD, dunefish/EDEL, 2008 (BARTSCH&BAND)
  • "Live im Objekt 5", CD, Bluebird Café Berlin Records, 2010 (BARTSCH&BAND)
  • "Wolkenkuckucksheimerbauer", CD, Bluebird Café Berlin Records, 2011 (Paul Bartsch & Band)
  • "Seltsames Spiel", CD, Bluebird Café Berlin Records, 2012
  • "Tanzende Hunde – Die Lieder der Bordkapelle", CD, Bluebird Café Berlin Records, 2013 (Paul Bartsch & Band)
  • "Freund sein", CD, Bluebird Café Berlin Records, 2016 (Paul Bartsch & Band)
  • "LiebesLand", CD, Bluebird Café Berlin Records, 2018 (Paul Bartsch & Band)
  • "Alle Fragen offen", CD, Bluebird Café Berlin Records, 2020 (Paul Bartsch & Band)

Bücher (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Paul Detlev Bartsch: Sparring. In: Einstieg. Geschichten neuer Autoren (Anthologie). Berlin 1987, S. 156–160 (= erste Veröffentlichung von Paul Bartsch in einem Buch). ISBN 3-355-00322-0
  • "Sag mir, wo du stehst – Ein Land in seinen Liedern", Winklers Verlag, Darmstadt 1997
  • "... manchmal wird daraus ein Lied", Lieder 1978–1998, Verlag Janos Stekovics, Halle/Zürich 1999
  • "Große Brüder werfen lange Schatten", Erzählung, projekte verlag 188, Halle 2002, ISBN 3-931950-54-9
  • "Amt des Sängers", Songbuch, 24 Texte & Noten, projekte verlag 188, Halle 2003
  • "Das Wasser am Hals oder 20 Sätze über die Trägheit", Erzählung, Anderbeck-Verlag, 2007, ISBN 978-3-937751-38-2
  • "Zweitausendplus. Die Lieder 2000 - 2010 | Eine Auswahl", 70 Texte, davon 40 mit Noten (Gesang/Gitarre), Fotografien von Heiko Fiedler, Vorwort von Christian Kuno Kunert (ex Renft), Projekte Verlag Halle, 2011, ISBN 978-3-86237-276-8
  • "Große Brüder werfen lange Schatten", Novelle, Neuausgabe, Mitteldeutscher Verlag, Halle (Saale) 2018, ISBN 978-3-96311-026-9
  • "Das Wasser am Hals. 20 Sätze über die Trägheit", Erzählung, Neuausgabe, Mitteldeutscher Verlag, Halle (Saale) 2019, ISBN 978-3-96311-137-2

Medienpädagogische Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Medienkompetenz im Handlungsfeld Schule. In: Schell/Stolzenburg/Theunert (Hrsg.): Medienkompetenz. Grundlagen und pädagogisches Handeln, KoPäd Verlag, München 1999
  • Medienbildung – Ein kompetenzorientiertes Konzept für die Grundschule mit Beispielaufgaben und einem Medienpass, LISA, Halle 2008 (Projektleitung)
  • Heimat – Medien – Identität. Informationen, Anregungen und Materialien zu einem komplexen (Unterrichts-)Thema, LISA, Halle 2007/08 (Redaktion)
  • Von der Mediennutzung zu einer nachhaltigen Medienbildung. In: COMPUTER+UNTERRICHT 77, Verlag Friedrich in Velber, I/2010

Projekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • BARTSCH&BAND – diverse Konzertprogramme mit szenischen Elementen zwischen Rock und Folk, Blues und Reggae, Tango und Swing
  • HEIMATREVUE der etwas anderen Art – multimediales Programm mit niederdeutschen Liedern (ostfälisches Platt), deren Texte von Fritz O. Hartmann (1891–1974) stammen und das ein interessantes Auswandererleben (Hartmann ging 1923 für 12 Jahre nach Brasilien) im Zeitkontext vorstellt

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mitteldeutsche Zeitung: Neues Album von Paul Bartsch; Ein Hauch von Titanic. Abgerufen am 2. Dezember 2013.
  2. deutsche-mugge.de. Abgerufen am 2. Dezember 2013.
  3. lkm.lernnetz.de, „Kompetenzorientiertes Konzept für die schulische Medienbildung“
  4. Medienbildung in der Schule (Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 8. März 2012), abgerufen am 2. Juli 2018 (PDF; 191 kB)
  5. liederbestenliste.de
  6. liederbestenliste.de (Memento vom 3. Dezember 2013 im Internet Archive)