Paul Crell

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Paul Crell

Paul Crell, auch Krell (* 5. oder 6. Februar 1531 in Eisleben; † 24. Mai 1579 in Meißen) war ein deutscher lutherischer Theologe.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Besuch der Lateinschule seiner Vaterstadt immatrikulierte sich Crell am 14. November 1548 an der Universität Wittenberg. Dort studierte er zunächst an der philosophischen Fakultät, unter anderem bei Johannes Marcellus die Sieben Freien Künste. Am 22. Februar 1552 erhielt er den Magister der Künste und fand am 10. Juli 1555 Aufnahme in den Senat der philosophischen Fakultät.

Er wandte sich einem theologischen Studium zu, trat 1559 die Nachfolge von Paul Eber als Prediger an der Schlosskirche Wittenberg an und promovierte im selben Jahr am 7. Dezember zum Doktor der Theologie. Daraufhin wurde er als ordentlicher Professor in die theologische Fakultät aufgenommen, hielt Vorlesungen über alttestamentliche, neutestamentliche und dogmatische Themen, letztere auf der Grundlage der Loci Communes von Philipp Melanchthon. Crell distanzierte sich aber zunehmend von der kirchlichen Richtung der Philippisten, was zu Auseinandersetzungen mit seinen Amtskollegen führte.

Nachdem er im Sommersemester 1563 das Rektorat und im Sommersemester 1569 das gleichwertige Prorektorat bekleidet hatte, gab Crell seine Stellung in Wittenberg aufgrund der Auseinandersetzungen auf und wechselte nach Meißen in das Oberkonsistorium. Hier entwickelte er sich zu einem eifrigen Gnesiolutheraner und bestärkte August von Sachsen in der Durchsetzung einer strengen lutherischen Linie in der Kirchenpolitik. Mit seiner Schrift „kurtz Bekenntnis und Artickel vom heiligen Abendmahl“ schuf er die Grundlage dafür, dass auf dem 1574 durchgeführten Landtag in Torgau die Torgauer Artikel beschlossen wurden, auf deren Grundlage die Philippisten aus Sachsen vertrieben wurden.

Daraufhin kehrte Crell mit Kaspar Eberhard nach Wittenberg zurück, um die Wittenberger Akademie nach lutherischem Vorbild auszurichten. Während seiner zweiten Wittenberger Phase nahm er 1576 an Verhandlungen zum Torgauer Buch, der sächsischen Vorform der Konkordienformel, teil. Dennoch konnte er in Wittenberg nicht glücklich werden. Einerseits geriet er wegen der Verordnungen des Kurfürsten in Misskredit bei den Studenten und anderseits intrigierten am sächsischen Hof noch strengere Vertreter der Lutherischen Orthodoxie gegen ihn. Da man an Crells lutherischen Überzeugung Zweifel hegte, fand sein Wirken durch die Aberkennung seiner Lehrbefähigung ein jähes Ende. Er ging 1577 an das Konsistorium nach Meißen zurück, wo er schließlich starb.

Aus seiner Ehe mit Anna der Tochter des Georg Majors gingen die Kinder Elisabeth (* 16. Mai 1560), Theodor (* 6. Februar 1562), Sebastian (* 11. Januar 1563; † 1633), Paul (* 3. Januar 1566) und Anna (* 20. Dezember 1567) hervor.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Harmoniam quatuor Evangelistarum. Wittenberg 1566/1571/1613
  • Opus concordatium. Frankfurt 1627
  • Tractatum de justificatione &c. Freherus

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Matrikel der Universität Wittenberg von 1502 bis 1610
  • Julius Köstlin: Die Baccaulaurei und Magistri der Wittenberger Philosophischen Fakultät (1503–1560). Halle 1887

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]