Meißen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Meißen
Meißen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Meißen hervorgehoben
Koordinaten: 51° 10′ N, 13° 29′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Meißen
Höhe: 106 m ü. NHN
Fläche: 30,9 km²
Einwohner: 27.273 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 883 Einwohner je km²
Postleitzahl: 01662
Vorwahl: 03521
Kfz-Kennzeichen: MEI, GRH, RG, RIE
Gemeindeschlüssel: 14 6 27 140
Stadtgliederung: 12 Stadtteile/Stadtbezirke
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 1
01662 Meißen
Webpräsenz: www.stadt-meissen.de
Oberbürgermeister: Olaf Raschke (parteilos)
Lage der Stadt Meißen im Landkreis Meißen
Coswig (Sachsen) Diera-Zehren Ebersbach (bei Großenhain) Glaubitz Gröditz Großenhain Hirschstein Käbschütztal Klipphausen Lampertswalde Lommatzsch Meißen Moritzburg Gröditz Niederau Nossen Nünchritz Priestewitz Radebeul Radeburg Riesa Röderaue Schönfeld Stauchitz Strehla Thiendorf Weinböhla Wülknitz Zeithain Sachsen Dresden Landkreis Bautzen Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge Landkreis Mittelsachsen Landkreis Nordsachsen BrandenburgKarte
Über dieses Bild
Blick auf Meißen mit Burgberg, Dom und Albrechtsburg vom rechten Elbufer aus
Blick über die Dächer von Meißen zur Kirche St. Afra

Meißen (obersorbisch Mišno, lateinisch Misena) ist die Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises im Freistaat Sachsen, hat knapp 27.200 Einwohner und trägt den Status Große Kreisstadt.

International berühmt ist die Stadt Meißen für die Herstellung des Meißner Porzellans, das als erstes europäisches Porzellan seit 1708 hergestellt wird. Der Name der Stadt mit Doppel-s („Meissen“) ist ein eingetragenes Markenzeichen der Staatlichen Porzellanmanufaktur Meissen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Meißen – 25 km nordwestlich von Dresden, 75 km östlich von Leipzig und 30 km nördlich von Freiberg – liegt am Ausgang des Elbtalkessels an der Elbe und ihrem Nebenfluss, der Triebisch. Südöstlich von Meißen liegen Coswig und Radebeul. Niedrigster Punkt der Stadt ist der mittlere Wasserspiegel der Elbe bei 95 m ü. NN. Südlich von Meißen liegt das Meißner Hochland, nordwestlich der Stadt die Lommatzscher Pflege.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Angrenzende Gemeinden sind die Stadt Coswig, Diera-Zehren, Käbschütztal, Klipphausen, Niederau und Weinböhla im Landkreis Meißen.

Käbschütztal Diera-Zehren Niederau
Käbschütztal Nachbargemeinden Weinböhla
Klipphausen Klipphausen Coswig

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Meißen im Jahr 1650
5 RM-Gedenkmünze auf die Jahrtausendfeier von Burg und Stadt Meißen. Münzbild links nach Vorbild des städtischen Siegels von 1352, Münzstätte Muldenhütten
Meißner Porzellan auf DDR-Briefmarken

Unterhalb der um das Jahr 929 von König Heinrich I., dem Burgenbauer, gegründeten Burg „Misnia“ entwickelte sich Meißen aus dem slawischen Dorf Meisa am gleichnamigen Bach[2] zur Marktsiedlung und schließlich Ende des 12. Jahrhunderts zu einer Stadt, deren Stadtrechte für das Jahr 1332 urkundlich bezeugt sind. Wegen der hier residierenden Bischöfe (Bistum Meißen, gegründet 968) war die Stadt für die kulturelle Entwicklung Sachsens von herausragender Bedeutung.

Im Zuge der erst 1539 in Meißen eingeführten Reformation wurden die drei Klöster aufgelöst und im ehemaligen Franziskanerkloster eine Stadtschule eingerichtet. Seit 1543 befindet sich die Fürstenschule im ehemaligen Kloster St. Afra. Wirtschaftlich wurde Meißen lange Zeit durch die Tuchmacherei bestimmt, die durch den Dreißigjährigen Krieg aber nahezu zum Erliegen kam. 1710 wurde unter August dem Starken die Porzellanmanufaktur eröffnet, die neue Impulse setzte.

Ansicht um 1850

Bis 1423 existierte die Markgrafschaft Meißen. Bekannte Markgrafen von Meißen waren die Wettiner Konrad der Große, Otto der Reiche, Dietrich der Bedrängte, Heinrich der Erlauchte und Friedrich der Streitbare, der Kurfürst von Sachsen wurde.

Der Meißner Dom und die Albrechtsburg auf dem linkselbischen Burgberg prägen die Silhouette von Meißen. Um 1250 wurde mit dem Bau des Doms begonnen, die beiden markanten Domtürme wurden erst 1909 fertiggestellt, nachdem die Westfront mit ihren beiden ab 1315 gebauten Türmen bereits 1547 durch Blitzschlag zerstört worden war. Ab 1470 wurde unter Arnold von Westfalen die Albrechtsburg als erstes deutsches Schloss errichtet. Zunächst als Residenz der beiden regierenden Fürsten vorgesehen, kam es jedoch nie zu einer solchen Nutzung, sondern sie stand leer. Von 1710 bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts diente die Albrechtsburg als Sitz der Meißner Porzellanmanufaktur.

In Meißen kam es in den Jahren 1540 bis 1696 zu Hexenverfolgungen: Elf Personen gerieten in Hexenprozesse, 1620 wurde eine Frau verbrannt.[3]

Die Stadt Meißen gehörte der 1874 eingerichteten Amtshauptmannschaft Meißen an, war dann von 1915 bis 1946 bezirksfei und kam dann zum Landkreis Meißen.

Zur Zeit des Nationalsozialismus wurden auch in Meißen politische Gegner des NS-Regimes verfolgt. So wurde der sozialdemokratische Arbeiter Max Dietel als Widerstandskämpfer 1943 in Görden ermordet. Die in der Stadt lebenden jüdischen Familien wurden aus dem Land getrieben oder in Vernichtungslager deportiert. Zu ihnen gehörte das Ehepaar Alex und Else Loewenthal, die in der Elbstraße 8 ein Kaufhaus betrieben hatten und 1942 ermordet wurden. Ihre überlebenden Kinder ließen 1968 eine Gedenktafel für die Eltern anbringen.[4] Der damalige Superintendent von Meißen, Herbert Böhme, wollte verhindern, dass Meißen in den letzten Kriegstagen zur Festung erklärt und mit allen Mitteln verteidigt werden sollte, wurde für seinen mutigen Einspruch bei Gauleiter Mutschmann und dem damaligen Bürgermeister zum Tode verurteilt. Die schnell einmarschierende Rote Armee verhinderte mit ihrem Einmarsch am 7. Mai 1945 die Ausführung des Todesurteils. Der entsprechende Gefängnistrakt im damaligen Landgericht in Dresden wurde später als Gedenkstätte Münchner Platz Dresden eingeweiht.[5][6]

Das in der Elbstraße 19 befindliche Kaufhaus der Schocken-Kette wurde 1938 arisiert; das Gebäude wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Insgesamt erlitt die Stadt jedoch nur geringe kriegsbedingte Verluste ihrer historischen Bausubstanz. Die Elbbrücke (Altstadtbrücke) sowie die Eisenbahnbrücke wurden allerdings beide am 26. April 1945 durch eine Teilsprengung der Wehrmacht unbrauchbar und einige Häuser in der angrenzenden Elbstraße stark beschädigt.

Für das 2. Parlament der Freien Deutschen Jugend (FDJ) im Jahr 1947 ließ die Stadtverwaltung ein Zeltlager der Kinderlandbewegung an der „Rehbockschänke“ errichten.[7]

Die DDR legte angesichts der stetig steigenden Bevölkerungszahl den Schwerpunkt der Bautätigkeit auf der Schaffung neuer Wohnungen vor allem in den Außenbezirken. Dagegen verfiel die historische Innenstadt zunehmend.

Am 3. Oktober 1990 gründete sich in der Albrechtsburg der Freistaat Sachsen neu. Nach der Wiedervereinigung wurde besonders das Stadtzentrum umfassend saniert.

Das Elbe-Nebenflüsschen Triebisch beschädigte Teile der historischen Innenstadt im August 2002 durch Hochwasser schwer. In der Nacht zum 13. August überflutete sie ihr Tal und die Altstadt. Vier Tage später erreichte der Pegel des Elbhochwassers seinen höchsten Stand, sodass Altstadt und weitere Stadtteile teilweise bis zu drei Meter in den Fluten versanken. In Dresden lag der Pegel mit 9,40 Meter fast 8 Meter über dem Normalpegel dieser Jahreszeit. Kino, Theater, der Heinrichsbrunnen und weitere Sehenswürdigkeiten Meißens standen zeitweilig unter Wasser. Der erhöht liegende Marktplatz mit der Frauenkirche und dem Rathaus blieb hingegen verschont.

Im Juni 2013 traf ein weiteres Hochwasser die Stadt Meißen. Am 6. Juni zeigte der Pegel in Dresden einen Wert von 8,76 m, 64 cm unter dem Niveau von 2002. Teile der Meißner Altstadt wurden wieder überflutet, darunter das Theater, das Kino, der Heinrichsplatz, die Neugasse, die Gerbergasse, der Neumarkt und das Buschbad, da das Hochwasser die neu erbauten Flutmauern am Elbufer überstieg.

In der Nacht zum 29. Juni 2015 kam es zu einem Brandanschlag auf eine geplante, noch unbewohnte Asylbewerberunterkunft. Nach der Tat erhielt der Besitzer der Immobilie Morddrohungen. Die Täter sind laut Polizei in der rechten Szene zu vermuten.[8][9]

Panoramablick von der Albrechtsburg Meißen über die historische Altstadt in Richtung Elbe

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung
Bohnitzsch (mit Nassau) 01. Apr. 1914
Cölln 01. Jan. 1901
Dobritz (mit Buschbad) 01. Juli 1950
Fischergasse 01. Apr. 1921 Zusammenschluss mit Hintermauer, Niedermeisa und Obermeisa zu Meisatal
Hintermauer 01. Apr. 1921 Zusammenschluss mit Fischergasse, Niedermeisa und Obermeisa zu Meisatal
Klosterhäuser 01. Apr. 1937
Korbitz 01. Apr. 1923
Lercha 01. Apr. 1928
Meisatal 01. Aug. 1928
Neudörfchen 01. Jan. 1914
Niederfähre 01. Jan. 1887 Zusammenschluss mit Vorbrücke zu Niederfähre-Vorbrücke
Niederfähre-Vorbrücke 01. Jan. 1890 Eingemeindung nach Cölln
Niedermeisa 01. Apr. 1921 Zusammenschluss mit Fischergasse, Hintermauer und Obermeisa zu Meisatal
Niederspaar 01. Jan. 1908
Obermeisa 01. Apr. 1921 Zusammenschluss mit Fischergasse, Hintermauer und Niedermeisa zu Meisatal
Oberspaar 01. Jan. 1912
Proschwitz 01. Okt. 1939 Eingemeindung nach Winkwitz
Siebeneichen 1973 Umgemeindung von Bockwen
Vorbrücke 01. Jan. 1887 Zusammenschluss mit Niederfähre zu Niederfähre-Vorbrücke
Winkwitz 01. Jan. 1994
Zaschendorf 01. Jan. 1912
Zscheila 01. Apr. 1914

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung bis 2002

Entwicklung der Einwohnerzahl ab 1834:

1834 bis 1960
  • 1834: 07.738
  • 1875: 13.002
  • 1880: 14.166
  • 1885: 15.474
  • 1933: 46.992
  • 1939: 48.342
  • 1946: 48.348 1)
  • 1950: 49.455 2)
  • 1960: 48.289
1970 bis 2001
  • 1970: 45.175
  • 1981: 39.276
  • 1984: 38.214
  • 1995: 32.200
  • 1997: 30.486
  • 1998: 30.038
  • 1999: 29.604
  • 2000: 29.398
  • 2001: 28.982
2002 bis 2010
  • 2002: 28.780
  • 2003: 28.640
  • 2004: 28.543
  • 2005: 28.435
  • 2006: 28.081 3)
  • 2007: 27.856
  • 2008: 27.736
  • 2009: 27.693
  • 2010: 27.545
2011 bis 2013
  • 2011: 27.112
  • 2012: 27.098
  • 2013: 27.135

Datenquelle ab 1994: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsens
1) 29. Oktober
2) 31. August
3) 30. November

Dialekt und Sprachgebrauch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Meißen wird eine spezielle Form des sächsischen Dialektes gesprochen: das Südostmeißnische, einer der fünf meißnischen Dialekte.

Freiwillige Feuerwehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fahrzeuge der Feuerwehr Meißen

Die Feuerwehr Meißen ist eine Freiwillige Feuerwehr und wurde 1841 auf eine entsprechende Anwerbung von Personal durch den Stadtrat Meißens gegründet. Als im Juli 1841 die erste Mannschaft verpflichtet wurde, war diese bereits 132 Mann stark.[10] Zuvor bestand in Meißen seit dem Mittelalter ein organisiertes Löschwesen. Die Stadt stattete die Männer mit einfachen Feuerlöschgeräten aus und verpflichtete die Löschtrupps zur Hilfeleistung bei Bränden. Obwohl per Gesetz jeder Bürger zur Hilfeleistung bei Bränden verpflichtet war, wurde ab 1475 das Mitwirken bei der Brandbekämpfung mit finanziellen Anreizen verbunden. Ein Widersetzen führte zu Haftstrafen oder dem Stadtbann. Im Jahr 1570 erließ die Stadtverwaltung die erste offizielle Feuerordnung.

1794 wurde in Anbetracht der beginnenden Industrialisierung die Löschordnung Meißens überarbeitet, sodass sie sich nun auch mit Fragen des Brandschutzes, zusätzlich zu den Rechten und Pflichten der Bürger bei und nach einem Brand beschäftigte.

Die Freiwillige Feuerwehr Meißen zählt 58 aktive Berufseinsatzkräfte (Stand 2013). Die Fahrzeuge sind auf die zwei Feuerwachen Wache Teichmühle in Meißen-Cölln und Wache Rote Schule in der Altstadt verteilt.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oberbürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oberbürgermeister ist seit 2004 Olaf Raschke, der am 19. September 2004 gewählt wurde und am 18. September 2011 mit 81,1 % wiedergewählt wurde.[11]

Stadtrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2014[12]
Wahlbeteiligung: 42,9 % (2009: 40,4 %)
 %
30
20
10
0
24,1 %
22,2 %
19,0 %
6,0 %
10,5 %
6,7 %
4,3 %
4,6 %
2,7 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
-1,8 %p
+1,2 %p
-1,6 %p
-3,4 %p
+1,5 %p
-0,6 %p
+4,3 %p
+4,6 %p
+2,7 %p
Expression-Fehler: Unerwartete schließende eckige Klammer

Die Kommunalwahl vom 25. Mai 2014 führte bei einer Wahlbeteiligung von 42,7 Prozent (vorherige Wahl: 40,4) zu folgendem Ergebnis:[13]

Partei / Liste 2014 2009
Stimmenanteil Sitze Stimmenanteil Sitze
CDU 24,1 %0 7 25,9 %0 7
U.L.M1 22,2 %0 6 21,0 %0 6
Linke 19,0 %0 5 20,6 %0 6
FDP 6,0 % 1 9,4 % 2
FBBM2 10,5 %0 3 9,0 % 2
SPD 6,7 % 2 7,3 % 2
Grüne 4,3 % 1
pro Deutschland 4,6 % 1
Piraten 2,7 % 0
NPD 4,1 % 1

1 Unabhängige Liste Meißen         2 Freie Bürger-Bewegung Meißen

In Meißen unterhält die SPD-Bundestagsabgeordnete Susann Rüthrich ein Bürgerbüro.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Großes Wappen der Stadt Meißen

Blasonierung: Das Wappen der Stadt Meißen zeigt im Wappenschild in Gold rechts einen über Eck stehenden gezinnten, vierfenstrigen und mit Tor versehenen roten Turm mit Spitzdach und Knauf, links einen nach rechts hingewendeten rotbewehrten schwarzen Löwen mit rotausschlagender Zunge, welcher den Turm mit seinen Vorderpranken berührt. Im Oberwappen einen Stechhelm mit silber-roter Helmdecke und den Rumpf eines bärtigen Mannes mit spitziger, pfauenfedernbesteckter Mütze.

Die Verwaltung der Stadt Meißen verwendet für ihre Zwecke ein vereinfachtes Wappen, das nur den Wappenschild enthält (siehe Wappen in der Infobox).

Der sogenannte Meißner Löwe ist der Löwe der einstigen Markgrafen von Meißen, welche die Stadt seit vielen Jahrhunderten regierten und ihn ab dem im 12. Jahrhundert verliehenen Stadtrecht verwendeten. Der rote Turm symbolisiert vermutlich die durch Mauer und Türme verteidigungsfähige Stadt. Das älteste Siegel der Stadt zeigt einen wehrfähigen, Schwert tragenden Bürger, der die Wappen der Mark- und Burggrafen von Meißen trägt. Er steht vor einer symbolisierten Kathedralfassade. So sind die drei Grundherrschaften der Stadt, zu denen auch der Bischof von Meißen zählt, vergegenwärtigt. Das obige kleine Wappen erscheint zunächst in Siegeln des frühen 16. Jahrhunderts und hat sich seither kaum verändert.

Städtepartnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Meißen ist mit insgesamt sechs Städten weltweit verbunden. Diese sind

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Profanbauten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sakralbauten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Meißner Dom
  • Frauenkirche
  • Kirche St. Afra
  • Nikolaikirche im Triebischtal
  • Martinskapelle auf dem Plossen
  • Jakobskapelle, Leipziger Straße, spätgotische Kapelle
  • St. Benno-Kirche, katholische Kirche im neugotischen Stil, geweiht 1887, durch Brandanschlag (2000) und Flut (2002) geschädigt, Erneuerung abgeschlossen im Oktober 2003
  • Lutherkirche, im Triebischtal, evangelische Kirche im neugotischen Stil, geweiht 1904
  • Wolfgangskirche, spätgotischer Kirchenbau an der Jahnastraße im Meisatal, erbaut ab 1471
  • ehemalige Franziskanerklosterkirche (Stadtmuseum Meißen)
  • Johanneskirche (Weihe 24. Oktober 1898) mit dem Fresko Der Triumph des Kreuzes im Weltgericht von Sascha Schneider, der Altar stammt von der Sächsischen Ofenfabrik und die Kanzel von der Ofen- und Porzellanfabrik Ernst Teichert (beide siehe Ernst Teichert).
  • Urbanskirche, Nebenkirche der Johanneskirche auf dem Alten Johanneskirchhof an der Dresdner Straße
  • Trinitatiskirche
  • Kapelle auf dem ursprünglichen Gebäudekomplex der Huttenburg, Huttenburgweg, Kapelle im neugotischen Stil
  • Ruine des Klosters Heilig Kreuz, seit dem Ende des 20. Jhd. Meißner Hahnemann-Zentrum
  • Begräbniskapelle auf dem neuen Stadtfriedhof an der Nossener Straße, Weihe 1875

Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenmal auf dem sowjetischen Soldatenfriedhof Meißen-Bohnitzsch
  • Denkmal des Bildhauers Werner Hempel von 1958 an der Kerstingstraße/Käthe-Kollwitz-Park zur Erinnerung an 26 Meißner Bürger, die in der NS-Diktatur aus unterschiedlichen Gründen verfolgt und ermordet wurden, sowie an 224 Personen aus mehreren Ländern, die während des Zweiten Weltkriegs nach Deutschland verschleppt und Opfer von Zwangsarbeit wurden
  • Ehrenmal und Grabstätten auf dem Soldatenfriedhof Meißen-Bohnitzsch für sowjetische Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter sowie weitere Kriegsgräber von gefallenen deutschen Soldaten[14]
  • Ehrenmal auf der Südseite des Neuen Johannesfriedhofs in Meißen-Zaschendorf für 63 umgekommene Zwangsarbeiter aus der Sowjetunion, Polen und Italien
  • Gedenkstein an der Nikolaikirche Hirschbergstraße/Ecke Neumarkt für alle Opfer von Diktatur und Gewalt. Den Opfern des Zweiten Weltkriegs ist auch ein Altartuch dieser Kirche gewidmet, angefertigt von Klaus Urbach
  • Gedenktafel an der Mauer vom Stadtfriedhof (Krematorium) an der Nossener Straße für 16 kriegsgefangene Zwangsarbeiter aus Frankreich, Italien, Polen und der Sowjetunion. Sie wurden an dieser Mauer, im März und April 1945, noch kurz vor Ende des 2. Weltkrieges, im Auftrag des nationalsozialistischen Staates wiederrechtlich erschossen.
  • Skulptur im Verwaltungsgebäude der Meißen Keramik GmbH, zur Erinnerung an den ermordeten Widerstandskämpfer Max Dietel; das Gebäude trug zu DDR-Zeiten seinen Namen.

Naturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick vom Aussichtspunkt Juchhöh im Spaargebirge auf Meißen

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Frühjahr gibt es einen Töpfer- und Grafikermarkt sowie das Literaturfest. Vor Beginn der Sommerferien laden die Kultureinrichtungen zur Langen Nacht.

Zwischen 2009 und 2012 fand jährlich im August der Meißner City Downhill statt, bei dem auch eine Anzahl überregionaler Radsportler teilnahm.

An einem Wochenende Ende September findet das Weinfest statt, das einem Stadtfest gleicht und seinen Höhepunkt im Umzug am Sonntag findet.

Mit Beginn der Adventszeit öffnet die Meißner Weihnacht ihre Tore und lädt bis zum 24. Dezember mit einem breiten Kulturangebot und einem Weihnachtsmarkt Groß und Klein ein. Gleichzeitig verwandeln sich die 24Fenster des Meißner Rathauses in Adventskalendertürchen. Verbunden damit ist eine Tombola für gemeinnützige Zwecke.

Für Motorsport-Freunde gibt es jährlich Motorrad-Speedwayrennen im Speedway-Stadion des MC Meissen.

Tierpark[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Fuß von Schloss Siebeneichen befindet sich der Heimattierpark Siebeneichen. Der Bergtierpark beherbergt über 400 Tiere in 85 verschiedenen Arten. Gehalten werden viele Haus- und Heimtierarten, aber auch ungewöhnlichere Tiere wie Polarfüchse und verschiedene Streifenhörnchen.

Kulinarische Spezialitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Weinanbaugebiet um Meißen gilt als das nordöstlichste Weinanbaugebiet Europas. Es bringt besonders bei Kennern geschätzte trockene Weine hervor.

Die Meißner Fummel ist ein aufgeblasenes und sehr zerbrechliches Gebäck. Dies wurde angeblich erfunden, um einen der Trunkenheit zugetanen Boten des sächsischen Königs zu erziehen: Dieser musste die Fummel nach der Reise unversehrt vorweisen, was bei den damaligen Straßenverhältnissen im trunkenen Zustand unmöglich war.

Die Gegend um Meißen ist ein Obstanbaugebiet, in dem sich noch einige ältere Apfelsorten, wie der Borsdorfer Apfel, finden.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das wohl bekannteste Unternehmen Meißens ist die Staatliche Porzellan-Manufaktur Meissen GmbH, die handgefertigtes und kostbares Meißner Porzellan herstellt. Es erzielt traditionell hohe Marktpreise. Folgende Unternehmen sind u. a. in Meißen ansässig:

ferner die Medien

Gesundheitswesen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Elblandklinikum Meißen

Die Geschichte des Elblandklinikums Meißen geht bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurück. In Meißen wurde bereits 1863 ein "Arbeits- und Versorgehaus" erbaut. Aus der dort befindlichen Krankenstube für akut erkrankte Insassen entstand das Krankenhaus in der Hospitalstraße mit angeschlossener Poliklinik. Dazu gehörte auch das Stadtkrankenhaus an der Zscheilaer Straße, die Frauenklinik am Ratsweinberg und die Außenstelle Domprobstberg. 1998 wurden diese Standorte vom Krankenhausneubau am Nassauweg in Meißen-Bohnitzsch abgelöst. Seit 1992 gehört zum Meißner Krankenhaus eine Medizinische Berufsfachschule. Im Jahr 2002 schloss sich Meißen mit dem Kreiskrankenhaus Radebeul zu den Elblandkliniken Meißen-Radebeul zusammen. [15] Beide Häuser sind seit 2008 Teil der kommunalen Klinikengruppe Elblandkliniken. [16]

Das Elblandklinikum Meißen verfügt über 355 Betten.

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptbahnhof

Meißen liegt an der Hauptbahnstrecke Borsdorf–Coswig, an der die Bahnhöfe Meißen Hauptbahnhof, Meißen Altstadt und Meißen-Triebischtal liegen. Meißen-Triebischtal ist der Endpunkt der Dresdner S-Bahn-Linie S1, welche im Halbstundentakt die Relation Meißen-Triebischtal–DresdenSchöna bedient. In der Gegenrichtung bestanden Direktverbindungen nach Leipzig über Döbeln. Am 12. Dezember 2015 endete der fahrplanmäßige Nahverkehr auf dem Abschnitt Meißen Triebischtal–Döbeln. Bis 1966 fuhren Schmalspurbahnen nach Wilsdruff und Lommatzsch.

Meißen ist über die Elbe durch die Sächsische Dampfschiffahrt unter anderem mit Dresden verbunden. Die B 6 und B 101 führen durch Meißen.

Im Jahr 1899 wurde in der Stadt die elektrische Straßenbahn Meißen eröffnet, die bis 2. März 1936 Personen und bis 2. Januar 1968 Güter beförderte. Im 21. Jahrhundert wird der regionale Busverkehr durch die Verkehrsgesellschaft Meißen organisiert, die ein Teil des Verkehrsverbundes Oberelbe ist.

Durch die Stadt verläuft an beiden Elbufern der Elberadweg.

Brücken und Tunnel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altstadtbrücke (Vordergrund) und Eisenbahnbrücke (Hintergrund)

In Meißen gibt es drei Elbquerungen. Das sind eine kombinierte Eisenbahn- und Fußgängerbrücke, erbaut 1866, die Altstadtbrücke und die Elbtalbrücke (B 101). Seit 2007 führt die B 101 nach Nossen durch den 720 Meter langen Schottenbergtunnel, der sich direkt an die Elbtalbrücke anschließt. Am 31. Dezember 1885 "Schlag 10 Uhr" entfiel auch in Meißen, wie im gesamten Königreich Sachsen, der bis dahin noch obligatorische Brückenzoll. Ein armer Mann mit Schiebebock und Besen, musste das letzte Brückengeld mit 3 Pfennigen entrichten., schrieb das Meissner Tageblatt am 1. Januar 1886.[17] Die Altstadtbrücke hatte bis 1866 hölzerne Bögen. Im Juni desselben Jahres wurde sie wegen des Einmarschs der Preußen von der sächsischen Armee gesprengt (Deutscher Krieg). Bei der Wiederherstellung kamen eiserne Joche zur Anwendung.

Den Wasserlauf der Triebisch kann man auf der linkselbischen Seite auf zahlreichen Brücken queren. Einige Brücken sind dabei nur für Fußgänger und Radfahrer bestimmt. Weiterhin gibt es noch Brücken und Stege, welche über den heute größtenteils stillgelegten und verfüllten Mühlgraben führen.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gymnasium Sankt Afra

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den bekanntesten Söhnen der Stadt Meißen gehört Samuel Hahnemann, Begründer der Homöopathie. Als Musikgruppe wurde die Stern-Combo Meißen bekannt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Günter Naumann: Stadtlexikon Meissen. Sax-Verlag, Beucha 2009, ISBN 978-3-86729-013-5.
  • Jürgen Helfricht: Kleines Meißen-ABC. Die über 1000-jährige Wiege Sachsens. Husum-Verlag, Husum 2013, ISBN 978-3-89876-605-0
  • Rolf Schneider: Meißen. Sachsens heimliche Hauptstadt. be.bra verlag, Berlin 2014, ISBN 978-3-86124-668-8.
  • Elbtal und Lößhügelland bei Meißen (= Werte unserer Heimat. Band 32). 1. Auflage. Akademie Verlag, Berlin 1979.
  • Andreas Christl: Der Weg Meißens zur Bürgerstadt. Das 12./13. Jahrhundert im Spiegel von schriftlichen und materiellen Quellen. In: Yves Hoffmann, Uwe Richter (Hrsg.): Die Frühgeschichte Freibergs im überregionalen Vergleich. Städtische Frühgeschichte – Bergbau – früher Hausbau. Mitteldeutscher Verlag, Halle/Saale 2013, ISBN 978-3-95462-132-3, S. 65–76.
  • Paul Gau: Die Hochfluth in Meißen 1890 vom 5. bis 9. September 1890. Mehrbändiges Werk. Meißen 1890. (Digitalisat)
  • Helmuth Gröger: Tausend Jahre Meißen. Meißen 1929.
  • Hirschberg: Die Verwaltung der Stadt Meißen in den letzten 50 Jahren. zur Erinnerung an die daselbst den 31. März 1834 eingeführte Allgemeine Städte-Ordnung. Klinkicht, Meißen 1884. (Digitalisat)
  • Hans-Joachim Mrusek: Meißen. Leipzig 1989.
  • Günter Naumann: Ansichten von Alt-Meißen. Hennecke 1993, ISBN 3-927981-30-3.
  • Fritz Rauda: Meissen – die tausendjährige sächsische Elbstadt. Augsburg 1929.
  • Helmut Reibig: Meißen. Leipzig 1964.
  • Arndt Reichel: Meißen. (Kunstgeschichtliche Städtebücher). Leipzig 1964.
  • Paul Reinhard: Die Stadt Meissen, ihre Geschichte, Merkwürdigkeiten und mahlerische Umgegend. Meißen 1829. (Digitalisat)
  • Gerhard Steinecke: Unser Meißen – 1929–2004. Meißner Tageblatt, Meißen 2004.
  • Ludwig von Zehmen: Die Entstehung der Allgemeinen Meissnischen Kreis-Casse und die Verwendung ihrer Einkünfte, Druck Julius Reichel, Dresden 1880, 2. Auflage 1887.
  • Eckhart Leisering: Acta sunt hec Dresdene - die Ersterwähnung Dresdens in der Urkunde vom 31. März 1206, Sächsisches Staatsarchiv, Mitteldeutscher Verlag (mdv), Halle/Saale und Dresden 2005, Seiten 96, ISBN 978-3-8981-2320-4. Erläuterungen zur civitas Meißen, S. 66–68

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Meißen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Meißen – Quellen und Volltexte
 Wikivoyage: Meißen – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Ernst Eichler, Hans Walther (Hrsg.): Historisches Ortsnamenbuch von Sachsen. Band II, Berlin 2001, ISBN 3-05-003728-8, S. 25.
  3. Manfred Wilde: Die Zauberei- und Hexenprozesse in Kursachsen. Köln/ Weimar/ Wien 2003, S. 546–549f.
  4. Bundeszentrale für politische Bildung (Hrsg.): Gedenkstätten für die Opfer des NS II. Bonn, S. 711 ff.
  5. Annette Dubbers: Die Südvorstadt. Aus der Geschichte eines Dresdner Stadtteils. Eigenverlag in Kooperation mit dem Michel Sandstein Verlag, 2004, ISBN 3-937199-32-2, S. 49.
  6. Alfred Harendt: Zum Tode verurteilt. In: Die Stunde Null. Berlin 1966, S. 67.
  7. Facebook-Eintrag zur Kinderlandbewegung
  8. Frankfurter Allgemeine - Wieder Brandanschlag auf unbewohntes Asylbewerberheim
  9. Morddrohungen gegen Besitzer von Flüchtlingsunterkunft
  10. Ausführlich in: Matthias Blazek: Unter dem Hakenkreuz. Die deutschen Feuerwehren 1933–1945. ibidem, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-89821-997-6, S. 9 f.
  11. http://www.stadt-meissen.de/3309.html
  12. Ergebnisse der Gemeinderatswahl 2014
  13. Wahlergebnisse Stadt Meißen (Memento vom 29. Juli 2014 im Internet Archive).
  14. Informationen auf krematorium-meissen.de, eingesehen am 30. Oktober 2008.
  15. Geschichte des Elblandklinikums Meißen Website. Abgerufen am 08. April 2016.
  16. Internetauftritt der Elblandkliniken Website. Abgerufen am 08. April 2016.
  17. Meissner Tageblatt vom 1. Januar 1886