Paul Deitenbeck

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Paul Deitenbeck (* 13. Juli 1912 in Lüdenscheid; † 3. Dezember 2000 ebenda) war deutscher Pfarrer und Schriftsteller.

Inhaltsverzeichnis

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Paul Deitenbeck durchlief das Vikariat in Lüdenscheid bei Pastor Walther Baudert, dem späteren Bischof der Herrnhuter Brüdergemeine, und in der Berliner Stadtmission bei Pfarrer Erich Schnepel, der dort seit 1919 Leitender Missionarischer Mitarbeiter (Missionsinspektor) war. Beide „Vikariatsväter“, Baudert und Schnepel, wurden ihm „ein Leben lang zu Freunden“, wie Deitenbeck Anfang der 1980er Jahre rückblickend schrieb.[1] Eine Hilfsprediger-Stelle erhielt Deitenbeck im Ravensberger Land und danach wurde er Synodal-Jugendpfarrer für den Kirchenkreis Bielefeld. Der von ihm durchlebte Kirchenkampf im Dritten Reich bewirkte, dass er sich der Bekennenden Kirche anschloss.

Nachdem er eine Jugendmitarbeiterin aus Lüdenscheid geheiratet hatte, wurde er zu Kriegsbeginn in die Wehrmacht eingezogen. In Augsburg traf er auf den Feldwebel, evangelischen Pfarrer und späteren EKD-Vorsitzenden Helmut Claß, der am Ende des Zweiten Weltkrieges ebenso wie Deitenbeck in sowjetische Kriegsgefangenschaft kam. Deitenbeck durchlitt, wie er formulierte, als ehemaliger Peilfunker der Luftwaffe die Gefangenschaft u. a. im Lager 126 Nikolajew, danach in Moskau.[2]

Nach der Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft in Moskau wurde Deitenbeck in der kirchlichen Jugendarbeit, der Studentengemeinde, der Volksmission der Seelsorge und in der Fabrikmission tätig, bis er Pfarrer an der Kreuzkirche in Lüdenscheid wurde. Dort arbeitete er von 1952 bis 1982 als Gemeindepfarrer. Gleichzeitig übernahm er gesamtkirchliche Aufgaben in der Zeltmission, der Evangelischen Allianz und im Gnadauer Verband. Darüber hinaus wirkte Deitenbeck ehrenamtlich in der Bekenntnisbewegung Kein anderes Evangelium mit. Im höheren Lebensalter beschrieb er seine Glaubenserfahrung und Erkenntnis: „Wir brauchen nicht selber Schicksal zu spielen, sondern Gottes Führungsgeheimnis steuert unser Leben und interveniert auch in Engpässen und Durststrecken zu unserem Besten.“[3] Zu seinen engeren Bekannten zählte Deitenbeck den Pfarrer und Geistlichen Vorsteher der Evangelischen Brüdergemeinde Korntal Fritz Grünzweig und den Pfarrer Arno Pagel, der in seinem Berufsleben EC-Bundespfarrer, EC-Weltbundpräsident und Missionsdirektor im Deutschen Gemeinschafts-Diakonieverband war.

Deitenbeck galt in Kirchenkreisen als pietistischer Evangelist und Prediger sowie als Verfechter der evangelikalen Bewegung in Deutschland. Er war Mitbegründer der Bekenntnisbewegung Kein anderes Evangelium und war von 1958 bis 1979 Mitvorsitzender der Deutschen Evangelischen Allianz und der Erfinder der „Jesus lebt“-Anstecknadel.[4]

Eine Stiftung, die seinen Namen trägt, die Paul-Deitenbeck-Stiftung,[5] wurde zugunsten der Arbeit im Evangelischen Allianzhaus in Bad Blankenburg errichtet.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Botschaften von der anderen Seite; Brockhaus, 2001, ISBN 3-417-11690-2
  • Immer am Danken bleiben; 1992 (4. Auflage), ISBN 3-501-00731-0
  • Ich lasse mich überraschen. Ein Gang durch das Jahr. Tägliche Andachten; 1979, ISBN 3-7958-0363-2
  • Lohnendes Leben; Verlag Goldene Worte, 1962
  • Herausgeber der schmalen Hefte Lebenshilfe im Lied; "Der Rufer" Evangelischer Verlag Hermann Werner Nachf., Wuppertal-Barmen (der Verlag firmierte ab Februar 1939 so und wurde im Herbst 1943 geschlossen), Deitenbeck ist Verfasser bzw. besorgte die Zusammenstellung folgender Hefte: Ein neuer Tag, ein neues Leben; Licht für die Nacht. Aus Abendliedern und Standort unter dem Kreuz

Viele weitere Bücher verfasste Paul Deitenbeck gemeinsam mit Gerd Rumler, darunter

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Paul Deitenbeck: Gottes Türen still sich weiten. In: Kurt Heimbucher, Traugott Thoma (Hrsg.): Diener Jesu Christi. Bekannte Persönlichkeiten berichten aus ihrem Leben. Verlag der Liebenzeller Mission, Bad Liebenzell 1984, ISBN 3-88002-232-1, S. 25–28 (26)
  2. Paul Deitenbeck: Gottes Türen still sich weiten. In: Kurt Heimbucher, Traugott Thoma (Hrsg.): Diener Jesu Christi. Bekannte Persönlichkeiten berichten aus ihrem Leben. Verlag der Liebenzeller Mission, Bad Liebenzell 1984, S. 26 f.
  3. Paul Deitenbeck: Gottes Türen still sich weiten. In: Kurt Heimbucher, Traugott Thoma (Hrsg.): Diener Jesu Christi. Bekannte Persönlichkeiten berichten aus ihrem Leben. Verlag der Liebenzeller Mission, Bad Liebenzell 1984, S. 28.
  4. Paul Deitenbeck gestorben: Prägende Gestalt des Nachkriegspietismus. Pressemitteilung der Deutschen Evangelischen Allianz vom 15. Dezember 2000
  5. Die Evangelische Allianz in Deutschland Spenden an Stiftungen.