Paul Wilhelm von Keppler

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Paul Wilhelm Keppler)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Paul Wilhelm Keppler (1852–1926)

Paul Wilhelm Keppler, ab 1899 von Keppler, (* 28. September 1852 in Schwäbisch Gmünd; † 16. Juli 1926 zu Rottenburg am Neckar) war ein deutscher katholischer Theologe und 6. Bischof des Bistums Rottenburg.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erinnerungstafel an Kepplers Geburtshaus in Schwäbisch Gmünd

Keppler empfing am 2. August 1874 die Priesterweihe. Er studierte an der Universität Tübingen katholische Theologie und wurde dort 1883 promoviert. Er war Mitglied der Theologengesellschaft Guelfia in Tübingen. Seit 1883 lehrte Keppler an der Universität Tübingen.

1898 wurde er zum Bischof des Bistums Rottenburg ernannt. Die Bischofsweihe spendete ihm Erzbischof Thomas Nörber am 18. Januar 1899. Kraft seines Bischofsamtes war Keppler bis 1906 Mitglied der Zweiten, von 1906 bis 1918 Mitglied der Ersten Kammer des Württembergischen Landtags, ließ dieses Mandat jedoch stets ruhen. Keppler weilte öfters auf der Burg Straßberg.Keppler war befreundet mit dem Architekten Josef Cades und als Vorsitzender des Kunstvereins der Diözese einer der prägenden diözesanen Kunstsachverständigen.

Er war seit 1878 Ehrenmitglied der katholischen Studentenverbindung AV Guestfalia Tübingen im CV, später wurde er ebenfalls Ehrenmitglied der Studentenverbindung A.V. Cheruskia Tübingen. Von den 80 in den Jahren seiner bischöflichen Amtszeit neuerbauten Kirchen hatte er 72 selbst konsekriert. An der 1900 erbauten und seither unverändert belassenen Kirche von St. Martin in Kirchberg an der Iller kann man heute noch seine Auffassung von Kirchenneubau und Religiosität nachvollziehen.[1]

Bisweilen äußerte sich Keppler in antisemitischer Weise, so wunderte er sich nach einem Besuch im Heiligen Land, dass die dort lebenden Juden „ein Teil desselben Volkes“ seien, „welches außerhalb Palästinas den Christenvölkern wie ein Pfahl im Fleische sitzt, welches ihnen das Blut aussaugt, sie knechtet […] mit den Rohrzeptern giftgetränkter Federn, die öffentlichen Brunnen der Bildung und Moral durch Einwerfen ekliger und eitriger Stoffe vergiftet“ (letzteres eine Anspielung auf die alte Verleumdung der Juden als Brunnenvergifter).[2]

Seine letzte Ruhestätte fand er in der Bischofsgruft der Friedhofskirche Sülchen.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1899 Kommenturkreuz des Ordens der württembergischen Krone,[3] welches mit dem persönlichen Adelstitel verbunden war
  • Seine Heimatstadt Schwäbisch Gmünd verlieh ihm 1924, „zum 25jährigen Bischofs- und 50jährigen Priesterjubiläum in Anerkennung seiner Verdienste als Landesbischof, Gelehrter und Schriftsteller“,[4] die Ehrenbürgerschaft
  • Im gleichen Jahr erhielt er die Ehrenbürgerwürde der Stadt Rottenburg am Neckar
  • Nach ihm ist die Paul Wilhelm von Keppler-Stiftung benannt

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wanderfahrten und Wallfahrten im Orient
  • Mehr Freude
  • Aus Kunst und Leben
  • Unsere toten Helden und ihr letzter Wille
  • Württembergs kirchliche Kunstaltertümer

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Paul Wilhelm von Keppler – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Paul Wilhelm von Keppler – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Architektur und Gestaltung von St. Martin: Das religiöse Bild und das Geheimnis der Inkarnation. von Diözesanbaumeister Heiner Giese, Bistum Rottenburg-Stuttgart, Aufsatz innerhalb der Schrift Katholische Kirchengemeinde Kirchberg an der Iller (Hrsg.), 100 Jahre Pfarrkirche St. Martinus in Kirchberg an der Iller, Memminger Medien Zentrum 2001
  2. Keppler: Wanderfahrten und Wallfahrten im Orient. 5. Auflage Freiburg im Breisgau 1905, S. 310 Internet Archive.
  3. Hof- und Staatshandbuch des Königreichs Württemberg 1907, S. 33
  4. zit. nach Die Ehrenbürger der Stadt in 800 Jahre Stadt Schwäbisch Gmünd, Schwäbisch Gmünd 1962
Vorgänger Amt Nachfolger
Franz Xaver von Linsenmann Bischof von Rottenburg
18981926
Joannes Baptista Sproll