Pepcom

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pepcom GmbH
Rechtsform GmbH
Gründung 2001
Auflösung 4. Oktober 2017
Auflösungsgrund Fusion zu Pÿur
Sitz Unterföhring, Deutschland
Leitung Günther Ernstberger, Uwe Nickl, Rüdiger Schmidt, Arno Wilfert (Geschäftsführung)
Mitarbeiterzahl 366 (2013)
Umsatz 111,523 Mio. Euro (2013)
Branche Kabelnetzbetreiber
Stand: 5. Oktober 2017

Die Pepcom GmbH mit Sitz in Unterföhring war ein Unternehmen der regionalen Kabelnetzbetreiber Kabel & Medien Service (München), FAKS (Frankfurt (Oder)), TKN (Hennigsdorf), KW (Wittenberge), KRR (Rheinruhr), KCR (Nierstein), KKG (Güstrow), REKA (Kamenz), KNS (Bad Salzungen, Walldorf, Meiningen), NEFtv (Nürnberg, Erlangen, Fürth), HL Komm (Leipzig) und für den Betrieb von mehr als einhundert lokalen und regionalen (Insel-)Netzen verantwortlich. Nach der Übernahme der Deutschen Telekabel (DTK) durch Primacom Anfang 2014 und deren Übernahme Mitte 2015 wiederum durch Tele Columbus war die Pepcom-Gruppe als Verbundunternehmen kurzzeitig mit insgesamt rund 630.000 Kunden der viertgrößte Kabelnetzbetreiber Deutschlands hinter Vodafone Kabel Deutschland, Unitymedia und Tele Columbus (einschließlich Primacom). Dies änderte sich bereits im September 2015, da die Pepcom-Gruppe selbst eine 100-prozentige Tochter von Tele Columbus wurde.

Zum 4. Oktober 2017 ist die Pepcom in der neu geschaffenen Dachmarke Pÿur aufgegangen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die pepcom-Gruppe wurde 2001 gegründet und war seit August 2010 bis zur Komplettübernahme durch Tele Columbus im Jahre 2015 eine 100-prozentige Tochter des britischen Private-Equity-Unternehmens Star Capital Partners Ltd. mit Sitz in London.[1] Im Juni 2012 erwarb die pepcom den Leipziger Stadtnetzbetreiber HL Komm für 49,7 Millionen Euro Barmittel zuzüglich einer Altschuldenübernahme in Höhe von 11,6 Millionen Euro von der Stadt Leipzig.[2] Ende Juni 2015 gab die Pepcom-Gruppe Pläne bekannt, wonach sie als erster deutscher Kabelnetzbetreiber das eigene Netzmonopol freiwillig aufgeben wird um die Koaxialkabelnetze erstmals dem Wettbewerb zu öffnen. Dies stellt eine tiefgreifende Zäsur bei der in Deutschland bisher üblichen Netzabschottungspolitik der führenden deutschen Kabelnetzbetreiber gegenüber potenziellen Drittanbietern wie Telekom, Vodafone, Telefonica oder United Internet dar und dürfte bei künftigen Unternehmensfusionen im Kabelnetzbetreiberbereich insofern auch die Zwangsöffnung des Kabelnetzes als denkbare kartellrechtliche Regulierungsauflage befördern.[3]

Zum 4. Oktober 2017 ist die Pepcom-Gruppe zusammen mit Tele Columbus, HL komm und Primacom in der neu geschaffenen Dachmarke Pÿur aufgegangen.

Produkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kabelanschluss mit analogem und digitalem TV[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über den Kabelanschluss wurde im eigenen Ausbaugebiet analoges und digitales Kabelfernsehen via DVB-C angeboten, welches teilweise auch von anderen Kabelnetzbetreibern als Vordienstleister bezogen wurde.

Internet und Telefonie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter der Marke „cablesurf“ wurden Internetanschlüsse angeboten. Unter der Marke „cablefon“ wurden hingegen reine Telefonanschlüsse für Privatkunden vertrieben.[4] Für Geschäftskunden wurden unter den Tarifbezeichnungen „cablesurf Business“, „cablesurf Business Plus“ und „cablesurf Professional“ vergleichbare Angebote mit bis zu 30 Leitungen und 100 Rufnummern bei einer symmetrischen Bandbreite von bis zu 100 MBit/s offeriert.[5]

Gebäude- und Projektmanagementdienstleistungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Unternehmen bot außerdem Dienstleistungen für infrastrukturelle Umbauten – insbesondere in den telemetriebezogenen Bereichen Kabelnetz, Haussicherheit oder temperaturgeregelte Heizung (z. B. Raumtemperaturregulierung über einen Breitbandkabelanschluss) – für Wohnungsbaugesellschaften, Baugenossenschaften, Eigentümergemeinschaften und einzelne Privateigentümer an.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tele Columbus kauft den nächsten Konkurrenten. In: Handelsblatt. 13. September 2016, abgerufen am 20. Mai 2017.
  2. Leipzig verkauft HL Komm an Kabelnetzbetreiber Pepcom – digitalfernsehen.de
  3. TV-Kabelbetreiber Pepcom öffnet Netze für DSL-Anbieter. In: WirtschaftsWoche. 25. Juni 2015, abgerufen am 27. Juni 2015.
  4. cablefon - telefonierten über Ihren Kabelanschluss. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 9. Juli 2015; abgerufen am 29. Juni 2015.
  5. Geschäftskunden. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 27. Juni 2015; abgerufen am 29. Juni 2015.