Peter Elster

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Peter Elster (getauft 1. Juli 1637 in Neudek; begraben 30. April 1704 in Platten) war ein böhmischer Unternehmer, Farbmacher, Blaufarbenwerksbesitzer und einer der Rebellenführer im Nordböhmischen Bauernaufstand von 1680.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Peter Elster war der Sohn des Drahtziehermeisters auf der unteren Drahtmühle bei Neudek Jobst Elster (II.) († 1669) und dessen Ehefrau Kunigunda († 1674), möglicherweise Tochter des Drahtziehermeisters Jacob Lerch († 1635). Die Familie siedelte Ende des 16. Jahrhunderts vom Harz in Braunschweig nach Neudek in Böhmen um, wo sie traditionell über Generationen als Drahtzieher tätig waren. Sein Urgroßvater war der Hochofenmeister und Eisenschmelzer Claus Elster († 1611). Elster wuchs zusammen mit zehn Geschwistern in den Wirren des Dreißigjährigen Krieges auf. Er erlernte den Beruf des Fleischers und erlangte in seiner Heimatstadt das Bürgerrecht. In erster Ehe heiratete er 1661 die Tochter des Neudeker Bürger- und Schichtmeisters Georg Stutzig und Halbschwester des Grenzzolleinnehmers und Bergzehntners von Platten Johann Putz.

Als beim nordböhmischen Bauernaufstand von 1680 die Unruhen auf Neudek übergriffen, schloss sich Elster den Aufständischen an. Er wird neben seinem Schwager dem Amtmann und Pachtmüller Georg Bernhard Stutzig, dem Schneider Hans Christoph Dürrschmidt sowie dem Schneider Georg Haussner als einer der Führer der Rebellen in Neudek genannt.[1] Trotz Ermahnung des Grafen Humprecht Johann Czernin widersetzten sie sich dem Militär und flüchteten bewaffnet in das angrenzende Gebirge, von wo aus sie jegliche Unterwerfung verweigerten. Nach der Gefangennahme erhielt Elster möglicherweise die Todesstrafe, wurde aber begnadigt. Laut kaiserlichen Dekret vom 7. April 1680 hatte Neudek bis auf weiteres alle städtische Privilegien verloren und trotz demütigen Schreiben der Bürgerschaft wurde den Einwohnern der Bürgerstand entzogen.[2]

1684 heiratete er in zweiter Ehe die Witwe des Bergmeisters von Platten Peter Kuhn und zog mit seiner Familie in das benachbarte Platten. Elster war seither als Farbmacher und Handelsmann in Breitenbach an der Grenze zu Sachsen tätig[3], wo er eine Farbmühle, die seine Frau mit in die Ehe brachte, betrieb. Nach seinem Tode 1704 übernahm das Werk sein ältester Sohn Christian Elster. Bis zur Stilllegung im 19. Jahrhundert blieb sie im Familienbesitz.

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Elster heiratete in erste Ehe 1662 Susanna Stutzig und in zweiter Ehe 1684 Maria Kuhn. Aus der ersten Ehe gingen folgende Kinder hervor:

  • Johannes Martinus (* 1663 in Neudek)
  • Eva; ∞ 1688 in Neudek Johann Jacob Schuster
  • Hanß Peter (* 1674 in Neudek); 1.∞ 1701 in Neudek Maria Stöckner; 2.∞ 1728 in Neudek Anna Barbara Schodt
  • Christianus (* 1679 in Neudek); ∞ 1706 in St. Joachimsthal Maria Roßalia Schedlich
  • Hannß Georg (* 1681 in Neudek)
  • Antonius (* 1683 in Neudek)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jaroslav Čechura: Selské rebelie roku 1680. Libri, 2001, ISBN 978-80-7277-064-9 (google.de [abgerufen am 27. April 2019]).
  2. Josef Pilz: Geschichte der Stadt Neudek. Stadtgemeinde, 1923 (google.de [abgerufen am 27. April 2019]).
  3. Günter und Julius Elster: Gesammelte Stammfolgen der Elster-Sippen