Peter Haßlacher

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Petrus oder Peter Haßlacher (* 14. August 1810 in Koblenz; † 5. Juli 1876 in Paris) war ein Jesuit, der nach 1848 als Volksmissionar wirkte.

Leben[Bearbeiten]

Geboren als Sohn eines Koblenzer Advokaten[1] studierte Haßlacher Medizin in Bonn und Würzburg. 1831 hatte er sich mit der Studentenbewegung identifiziert.

Wegen Mitgliedschaft in der Burschenschaft und Beteiligung an politischen Unruhen wurde er 1833 zu einer 16-jährigen Haftstrafe verurteilt und in Berlin, Magdeburg und auf Ehrenbreitstein gefangen gehalten.

Einen Monat nach seiner Begnadigung im Februar 1840 trat er als Novize in die Gesellschaft Jesu ein und wurde im September 1844 zum Priester geweiht. Bis 1849 wirkte er als Domprediger in Straßburg.

Ab 1850 durchzog Haßlacher als Volksmissionar Deutschland, insbesondere das Rheinland und die Westpfalz, aber auch große Teile Preußens. Er war bestrebt, den Katholizismus zu erneuern bzw. ihn gegen Materialismus und den wissenschaftsgläubigen Zeitgeist zu verteidigen. 1856 legte er in Paderborn die Profeßgelübde ab, im Mai 1858 predigte er täglich in Berlin. Wegen eines Lungenleidens konnte er sich bald an den Volksmissionen nicht mehr beteiligen, hielt aber noch bis 1862 noch an vielen Orten religiöse Einkehrtage.

1863 nach Frankreich zurückberufen, lebte Pater Haßlacher 1864–66 zur gesundheitlichen Konsolidierung bei einer Adelsfamilie nahe Marseille. 1866 wurde er Superior seines Ordens in Paris und Seelsorger der dortigen deutschen Gemeinde. Während des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 hielt sich der Jesuit kurzfristig in Bonn auf, kehrte jedoch 1872 nach Paris zurück, wo er 1876 starb.

Er war der Onkel des Industriellen und Reichstagsabgeordneten Johann Jacob Haßlacher (1869–1940)[2] sowie des amerikanischen Großunternehmers Jacob Hasslacher (1852–1921).[3]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Historisch-Politische Blätter für das Katholische Deutschland, Band 81, 1878, S. 913; (Ausschnittscan)
  2. Rudolf Vierhaus: Deutsche Biographische Enzyklopädie, Band 4, Seite 487, Verlag Walter de Gruyter, 2006, ISBN 3110946548; (Digitalscan)
  3. Amerikanische Webseite zu Jacob Hasslacher