Saint-Acheul

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Saint-Acheul
Saint-Acheul (Frankreich)
Saint-Acheul
Region Picardie
Département Somme
Arrondissement Amiens
Kanton Bernaville
Gemeindeverband Communauté de communes du Bernavillois
Koordinaten 50° 11′ N, 2° 10′ OKoordinaten: 50° 11′ N, 2° 10′ O
Höhe 37–110 m
Fläche 3,04 km²
Einwohner 28 (1. Jan. 2013)
Bevölkerungsdichte 9 Einw./km²
Postleitzahl 80370
INSEE-Code

Saint-Acheul (picardisch: Saint-Acheu) ist eine nordfranzösische Gemeinde mit 28 Einwohnern (Stand 1. Januar 2013) im Département Somme in der Region Picardie. Die Gemeinde liegt im Arrondissement Amiens, ist Teil der Communauté de communes du Bernavillois und gehört zum Kanton Bernaville. Bekanntheit erlangte die Stadt durch Faustkeilfunde, die dazu führten, dass eine paläolithische Epoche, das Acheuléen, nach dem Dorf benannt wurde und dort der Archäologische Garten von Saint-Acheul entstand.[1]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde an der Grenze zum Département Pas-de-Calais liegt unweit des linken (südlichen) Ufers des Flusses Authie rund 37 Kilometer nordöstlich von Amiens und rund acht Kilometer nördlich von Bernaville.

Toponymie und Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort ist wie ein Stadtteil von Amiens, nach dem die Steinzeitkultur des Acheuléen ihren Namen trägt, nach einem Lokalheiligen aus Amiens benannt.

Die Heilige Ulphe am Westportal der Kathedrale von Amiens

Im Mittelalter stand hier ein Kloster, in dem die Heilige Ulphia aus Amiens im 8. Jahrhundert als Einsiedlerin lebte.

In den 1830er Jahren entdeckte man in Saint-Acheul einen ersten Faustkeil. 1854 bis 1870 wurden in mehreren Sand- und Kiesgruben etwa 800 Werkzeuge pro Jahr gefunden, so dass man bald vom „Diluvium von Saint-Acheul“ sprach, schließlich vom „Acheuléen“. Zwischen 1905 und 1907 fand man in der Kiesgrube Bultel-Tellier in einer Tiefe von 8,7 m mehr als 5000 Werkzeuge. In weiteren Schichten fand man jüngere Artefakte, die aus dem Moustérien und in Levallois-Technik hergestellt worden waren, und die auf Neandertaler zurückgehen.[2]

Einwohner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl
1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2011
67 50 45 43 34 22 27 28

Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister (maire) ist seit 1985 Marc Bettefort.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kirche Saint-Acheul[1]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Saint-Acheul – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Website des archäologischen Gartens.
  2. Art. Saint-Acheul, in: Emil Hoffmann: Lexikon der Steinzeit, 2. Aufl. 2012, S. 370.