Pfalzmuseum für Naturkunde

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Eingangsbereich des Pfalzmuseums in Bad Dürkheim

Das Pfalzmuseum für Naturkunde – Pollichia-Museum ist ein 1981 eingerichtetes naturkundliches Museum in der vorderpfälzischen Kur- und Kreisstadt Bad Dürkheim (Rheinland-Pfalz). Eine Außenstelle des Pfalzmuseums ist das GEOSKOP Urweltmuseum auf der Burg Lichtenberg bei der westpfälzischen Kreisstadt Kusel.

Beide Einrichtungen stehen unter der Trägerschaft des Zweckverbands Pfalzmuseum für Naturkunde, den der Bezirksverband Pfalz, die Stadt Bad Dürkheim, die Landkreise Bad Dürkheim und Kusel sowie die POLLICHIA (Verein für Naturforschung und Landespflege) gebildet haben.

Das GEOSKOP erhielt 2014 den Umweltpreis des Landes Rheinland-Pfalz für das Projekt Forschungswerkstatt für Menschen ab 5, das den Untertitel 25 Jahre Umweltbildung auf Burg Lichtenberg trägt.[1]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Pfalzmuseum befindet sich in der ehemaligen Herzogmühle am Herzogweiher, einem Stausee der Isenach im Bad Dürkheimer Stadtteil Grethen, der im Isenachtal westlich der Kernstadt liegt.

Ausstellungs- und Bildungsangebot[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Historische Öllampe

Das Museum präsentiert seit 1981 die wissenschaftlichen Sammlungen des Vereins für Naturforschung und Landespflege POLLICHIA sowie eine Dauerausstellung und Wechselausstellungen zu naturwissenschaftlichen Themen.

Wissenschaftliche Arbeitskreise befassen sich mit den Themengebieten Astronomie, Reptilienkunde, Vogelkunde und Mineralogie. Für Besuchergruppen und Schulklassen gibt es umfangreiche museumspädagogische Angebote.[2]

Museumsleitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Jahresende 2015 wechselte der bisherige Museumsleiter Reinhard Flößer (* 1952) nach fast 21 Amtsjahren in den Ruhestand.[3] Sein Nachfolger ist der 1975 geborene Zoologe Frank Wieland, der seit 2013 am Pfalzmuseum tätig war und dessen Fachgebiet die Insektenkunde ist.[4]

Baumaßnahmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausstellungsraum im Pfalzmuseum

Im Laufe des Jahres 2008 wurde das Museum erweitert. Zunächst wurde ein Gebäude abgerissen, in dem früher das Restaurant Herzogmühle betrieben wurde, und dann ein neuer Anbau errichtet. Am 8. November 2008 wurden der neue Eingangsbereich sowie Räumlichkeiten für Konferenzen und Sonderausstellungen eingeweiht.[3] In der Folge begann die Renovierung weiterer Gebäudeteile, so dass die Ausstellung befristet nicht zur Gänze zugänglich ist.[5]

GEOSKOP Urweltmuseum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Holotyp des Cryptovenator-Fundstücks (oben)
Talseite des GEOSKOP Urweltmuseums

Als Außenstelle wurde 1998 das GEOSKOP Urweltmuseum auf der westpfälzischen Burg Lichtenberg bei Kusel eröffnet. Es liegt auf 374 m ü. NHN[6] (). Zu seinen bekanntesten Exponaten gehört der 1869 auf der Sickinger Höhe niedergegangene Krähenberger Meteorit.

Auf einer Fläche von etwa 400 m², die sich auf zwei Etagen verteilen, gewährt das GEOSKOP Einblick in das Zeitalter des Rotliegend vor etwa 290 Millionen Jahren. Damals kollidierten in diesem Gebiet die südliche und die nördliche Kontinentalmasse, es entstanden die Variskischen Gebirge, und ein feucht-warmes Tropenklima herrschte.

Ein rund 300 Millionen Jahre altes Urreptil, dessen fossile Reste 2002[7] in der nahegelegenen Remigiusberg-Formation gefunden wurden, erhielt im Jahr 2011 den wissenschaftlichen Namen Cryptovenator hirschbergeri;[8] mit der Namensvergabe wurde einer der Museumsförderer, Landrat Winfried Hirschberger, geehrt.[9] Der im GEOSKOP ausgestellte Fund ist nach Mitteilung des Museums der älteste Beleg für das Vorkommen von Reptilien auf dem Gebiet Deutschlands.[7]

Ein weiterer Schwerpunkt im Ausstellungsbereich ist der Bergbau im Nordpfälzer Bergland mit besonderer Berücksichtigung der Lebens- und Arbeitsverhältnisse der Bergleute. Lagerstätten wie diejenigen von Kupfer- und Quecksilbererzen wurden seit der Kelten- und Römerzeit bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts abgebaut.

Neben dem Museumsshop befinden sich im Gebäude eine paläontologische Werkstatt sowie die geologische Präsenzbibliothek.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Pfalzmuseum für Naturkunde – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Umweltpreis 2014. pfalzmuseum.de, abgerufen am 2. Dezember 2015.
  2. Angebote. pfalzmuseum.de, abgerufen am 2. Dezember 2015.
  3. a b Jürgen Müller (jüm): Das Pfalzmuseum geprägt. In: Die Rheinpfalz, Online-Version. 1. Dezember 2015, abgerufen am 5. Dezember 2015 (vollständig einsehbar nur für Abonnenten).
  4. Jürgen Müller (jüm): „Hier fühle ich mich zuhause“. In: Die Rheinpfalz, Gesamtausgabe. Rubrik Südwestdeutsche Zeitung, Nr. 281. Ludwigshafen 3. Dezember 2015, S. 12.
  5. Archiv Pressemitteilungen 2005–2014. pfalzmuseum.de, abgerufen am 2. Dezember 2015.
  6. Kartendienst des Landschaftsinformationssystems der Naturschutzverwaltung Rheinland-Pfalz (LANIS-Karte) (Hinweise)
  7. a b Cryptovenator hirschbergeri. schaudochnach.de, 17. November 2011, abgerufen am 2. Dezember 2015.
  8. Cryptovenator (griechisch/lateinisch): Versteckter Jäger.
  9. Jörg Fröbisch, Rainer R. Schoch, Johannes Müller, Thomas Schindler, Dieter Schweiss: A New Basal Sphenacodontid Synapsid from the Late Carboniferous of the Saar-Nahe Basin, Germany. In: Acta Palaeontologica Polonica. Band 56, Nr. 1, 21. April 2010, S. 113–120, doi:10.4202/app.2010.0039.

Koordinaten: 49° 27′ 41,1″ N, 8° 8′ 58,3″ O