Philipp Peter Roos

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Philipp Peter Roos

Philipp Peter Roos (auch Rosa da Tivoli genannt; * 30. August 1657 in Sankt Goar; † 17. Januar 1706[1] in Tivoli bei Rom) war ein deutscher Maler.

Philipp Peter Roos war Sohn des Malers Johann Heinrich Roos und Bruder des Malers Johann Melchior Roos. Ausgebildet wurde er zunächst von seinem Vater und ab 1677 in Rom von dem Kirchenmaler Giacinto Brandi (1621–1691),[2] seinem Schwiegervater.[3]

Roos betätigte sich, in der Tradition der Familie, als Tiermaler. Oft hat er Ölbilder von Hirten und Herden in Landschaften gemalt. Anlässlich seiner Heirat musste er zum Katholizismus konvertieren. Wegen seiner häufigen Wohnungswechsel wurde ihm ein unstetes Leben nachgesagt. Letztlich ließ er sich in einem baufälligen Haus bei Tivoli nieder, wo er die Tiere seiner eigenen Herde zeichnete. Von Künstlerkollegen wurde sein Wohnort als „Arche Noah“ verspottet.[4]

Eines seiner Werke „Landschaft mit Hirt und Herde“ ist 2021 - 102 Jahre nach seinem Raub aus der Neubrandenburger Kunstsammlung – aus Finnland nach Mecklenburg zurückgekehrt.[5] 1926 hatte es der finnische Verleger und Kunstsammler Amos Andersen – nichts ahnend zum Hehler geworden – erworben. Dessen Sammlung bildete 1965 den Grundstein für das größte private finnische Kunstmuseum, das Amos Andersen Kunstmuseum in seinem ehemaligem Wohnhaus.

Roos´ Söhne, die ebenfalls Landschaften mit Tieren malten, waren Jakob Roos (* um 1682 in Rom, † um 1730 in Neapel), genannt „Rosa da Napoli“, und Cajetan Roos (* 1690 in Rom, † 1770 in Wien), genannt „Gaetano Rosa“. Auch dessen Sohn Joseph Roos setzte zunächst die Familientradition fort, malte später jedoch meist religiöse Werke.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Philipp Peter Roos – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. So Zeno.org und Wolf Stadler (Gesamtleitung), in: "Lexikon der Kunst", Band 10, Erlangen 1994. Als Geburtsort wird auch Frankfurt am Main genannt, als Geburtsjahr auch 1651 (ADB) 1655 (Städel Museum), als Todesjahr auch 1705 (Städel Museum)
  2. Nicholas Turner: European Drawings 4; Philipp peter roos (Rosa di Tivoli), J. Paul Getty Museum 2001, ISBN 978-0-892365845, S. 114
  3. Christine Rabensteiner, 25. Juli 2016 im Blog des Universalmuseums Joanneum in Graz online
  4. Rabensteiner, wie vor
  5. Gemälde: Raubkunst von 1919 zurück in Neubrandenburg | Nordkurier.de. 20. November 2021, abgerufen am 20. November 2021.