Piersanti Mattarella

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Piersanti Mattarella (* 24. Mai 1935 in Castellammare del Golfo; † 6. Januar 1980 in Palermo) war ein italienischer Politiker, der besonders durch die Bekämpfung der Mafia in Erscheinung trat. Mattarella wurde 1980 bei einem Attentat von Mafia-Mitgliedern ermordet.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mattarella wuchs in einer Politikerfamilie auf: er war der Sohn von Bernardo Mattarella, sein Bruder ist der derzeitige italienische Staatspräsident Sergio Mattarella. Das Mitglied der Democrazia Cristiana hatte ab 1967 Positionen im Parlament inne und wurde 1978 schließlich Präsident der Region Sizilien. Als Hauptziel seiner Amtszeit sah er die Bekämpfung der Mafia und ihrer Verstrickung mit der Politik, teilweise auch eigener Parteimitglieder. Er wollte alle öffentlichen Ämter von Mafia-Mitgliedern befreien und in Sizilien die im Rest Italiens üblichen gesetzlichen Grundlagen in diesem Bereich etablieren. Nachdem Gerüchte über eine bevorstehende Ermordung Mattarellas laut geworden waren, kontaktierte Giulio Andreotti den Mafiaboss Stefano Bontade und wollte ihn von dem Vorhaben abbringen, scheiterte jedoch mit dem Versuch. [1]

Am 6. Januar 1980 wurde Piersanti Mattarella in Palermo von den Corleonesern vor seinem Wohnsitz in der Via Libertà ermordet. Nach Aussage des Pentito Francesco Marino Mannoia waren die Mörder Mattarellas die Cosa Nostra-Mitglieder Salvatore Federico, Francesco Davì, Santo Inzerillo und Antonio Rotolo.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. National Review, 1. Oktober 2001, Bericht
VorgängerAmtNachfolger
Angelo BonfiglioPräsident Siziliens
1978–1980
Mario D'Acquisto