Pillauer Tief

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Pillauer Tief südlich des Stadtgebiets von Pillau auf einer Satellitenaufnahme (um ca. 2000)
Pillau Tief in einer Seekarte von 1880

Das Pillauer Tief oder auch Pillauer Seetief ist eine nach der Stadt Pillau benannte, die Frische Nehrung durchtrennende natürliche See-Durchfahrt, durch die Frisches Haff und Ostsee auf dem Wasserweg miteinander verbunden sind.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zufahrt zum Frischen Haff auf dem Wasserweg hat sich in der Vergangenheit ständig geändert. So war dies im Mittelalter das Lochstedter Tief, weswegen auch die Burg Lochstedt angelegt wurde. Aber das Lochstedter Tief versandete etwa zwischen 1308 und 1311 infolge einer Sturmflut, woraufhin das Alte Tief gegenüber der Burg Balga entstand,[1] das aber auch wieder versandete. Größeren Schiffen war es unmöglich, in das Haff und damit weiter nach Königsberg einzufahren. 1497 entstand durch eine Sturmflut das Pillauer Tief mit 550 m Länge, 360 m Breite. Diese neue Durchfahrt durch die Frische Nehrung zwischen Frischem Haff und Ostsee war nun auch wieder für die Koggen der Hanse passierbar. 1626 wurde die Durchfahrt mit der Festung Pillau gesichert. 1890 wurde dazu noch der Königsberger Seekanal (heute Kaliningrader Seeschifffahrtskanal) erbaut, wodurch die Schiffe bis heute ohne Probleme Kaliningrad (Königsberg) anlaufen können.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • August Eduard Preuß: Preußische Landes- und Volkskunde oder Beschreibung von Preußen. Ein Handbuch für die Volksschullehrer der Provinz Preußen, so wie für alle Freunde des Vaterlandes. Gebrüder Bornträger, Königsberg 1835, S. 11–12.
  • Robert Albinus: Königsberg-Lexikon. Stadt und Umgebung. Flechsig, Würzburg 2002, ISBN 3-88189-441-1.
  • Carl Beckherrn: Geschichte der Befestigungen Königsbergs. Beyer, Königsberg 1890.
  • Veniami Eremeev: Koenigsberg – Kaliningrad – 750. The Monuments of Defensive Architecture. „April“ Studio, Kaliningrad 2006, ISBN 5-902949-07-6 (russisch).
  • Rainald Goetz: Festung. 3 Bände in 5 Teilbänden. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1994, ISBN 3-518-09887-X.Jürgen Manthey: Königsberg – Geschichte einer Weltbürgerrepublik. Hanser, München 2005, ISBN 3-446-20619-1.

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preußen. Teil I: Topographie von Ost-Preußen. Marienwerder 1785, S. 9–10.

Koordinaten: 54° 38′ 24″ N, 19° 52′ 56″ O