Frisches Haff
Das Frische Haff (polnisch Zalew Wiślany, russisch Калининградский залив) ist ein Strandsee der Ostsee.
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Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Das Frische Haff beginnt etwa 40 Kilometer östlich von Danzig bei Elbląg (dt. Elbing) in der historischen Region Westpreußen und erstreckt sich von dort aus 70 bis 80 Kilometer weit in nordöstlicher Richtung bis zur Stadt Primorsk (dt. Fischhausen) in der historischen Region Ostpreußen.
Das Frische Haff ist 860 km2 groß, bis zu 80 Kilometer lang und bis zu 18 Kilometer breit. Der 70 Kilometer lange und zwei Kilometer breite Festland-Streifen der Frischen Nehrung trennt das Haff von der Danziger Bucht. Der einzige Durchlass zwischen dem Haff und der Ostsee ist das 380 Meter breite und 3 bis 5 Meter tiefe Neue Tief bei Baltijsk (dt. Pillau).
In das Haff münden die Nogat, der Elbingfluss, die Passarge und der Pregel.
Die bedeutendsten Städte am oder in unmittelbarer Nähe zum Frischen Haff sind Kaliningrad (Königsberg) und Baltijsk (dt. Pillau) im russischen Oblast Kaliningrad sowie Elbląg in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren.
Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Zeitweise hieß das Haff auch „Friesisches Haff“, eine Bezeichnung‚ die von den ersten deutschen Siedlern auf der Nehrung, den Friesen, stammt. Der Begriff wurde im Laufe der Zeit zu „Fries’sches Haff“ und später zu „Frisches Haff“. In dem Buch Speculum Germaniae oder ein kurtzer geographischer Bericht von dem gesammten Teutschland von 1676 wird die Lage von Fischhausen, Frauenburg oder Tolkemit am „frischen Haff“ erwähnt.[1]
Auf Russisch heißt das Frische Haff Kaliningrader Bucht (Калининградский залив, Kaliningradski saliw).
Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
In den Jahren 1924 bis 1939 kam es zum epidemieartigen Auftreten einer Fischvergiftung im nördlichen Teil des Haffs, die heute weltweit als Haffkrankheit (engl. Haff disease) bezeichnet wird.
Bis 1945 gehörten das Frische Haff und die Frische Nehrung zum Deutschen Reich. Als die Rote Armee am Ende des Zweiten Weltkriegs nach Westen vordrang, schnitt sie zehntausenden ostpreußischen Flüchtlingen den Landweg ab, weshalb diese den Weg über das zugefrorene Frische Haff nahmen. Tausende erfroren oder starben durch sowjetische Luftangriffe, welche sowohl aus Bombardierungen der Eisdecke als auch aus Maschinengewehrbeschuss bestanden.
Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurden die südlichen Hälfte Ostpreußens und ganz Westpreußen von der sowjetischen Besatzungsmacht gemäß dem Potsdamer Abkommen vorläufig unter polnische Verwaltung gestellt. Quer durch das Frische Haff verläuft deshalb heute die Grenze zwischen der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren und der russischen Exklave Kaliningrad.
Planungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Aktuell gibt es polnische Planungen, durch die Frische Nehrung bei Skowronki (Vogelsang) einen Kanal zwischen der Ostsee und dem Haff zu bauen. Damit soll der Hafen von Elbing reaktiviert werden, der momentan darunter leidet, dass die einzige schiffbare Verbindung zur Ostsee, das Pillauer Seetief, auf russischem Gebiet liegt. Das Projekt ist allerdings aufgrund der ungewissen Auswirkungen auf das Ökosystem des Frischen Haffs stark umstritten. Im Mai 2016 verabschiedete die polnische Regierung eine Resolution zum Bau des Kanals und dessen Finanzierung aus dem Staatshaushalt in den Jahren 2017–2022.[2]
Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
- Frisches Haff (Lexikoneintrag): In: Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage, Band 7, Leipzig und Wien 1ß07, S. 156.
- Bernhard Ohlert: Skizzen aus Ostpreußen. II. Das frische Haff. Altpreußische Monatsschrift, Bd. 3, Königsberg 1866, S. 97–122 (Volltext).
- August Eduard Preuß: Preußische Landes- und Volkskunde oder Beschreibung von Preußen. Königsberg i. Pr. 1835, S. 33–35.
- Die Wasserwege der Provinz Preußen. Bemerkungen über das östliche Ufer des frischen Haffs und dessen Umgegend. Archiv für vaterländische Interessen. Neue Folge, Jahrgang 1845, Marienwerder 1845, S. 634–641.
- Johann Christian Wutzke: Beschreibung des Frischen Haffs, der Nehrung, des Hafens bei Pillau u. s. w.. Preußische Provinzial-Blätter, Bd. 8, Königsberg 1832, S. 356–364, S. 462–470 und S. 594–604; Band 9, Königsberg 1833, S. 42–57, S. 151–165, S. 261–268, S. 429–440 und S. 668–675; Band 10, Königsberg 1833, S. 101–108 und S. 236–244.
- Karl Friedrich Vollrath Hoffmann: Deutschland und seine Bewohner. Ein Handbuch der Vaterlandskunde für alle Stände. Stuttgart 1834, S. 439–441.
Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
- ↑ Speculum Germaniae…. Nürnberg, 1676. Beispiel: Frauenburg am frischen Haff, S. 458
- ↑ Regierungsbeschluss: Kanal durch die Frischen Nehrung wird gebaut. In: Ermland-Masuren-Journal.de. 29. Juni 2016, abgerufen am 4. Juli 2016.
Koordinaten: 54° 28′ 35″ N, 19° 46′ 4″ O