Pitstop (Werkstattkette)

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Dieser Artikel behandelt die Werkstattkette Pitstop. Für weitere Bedeutungen siehe Pitstop.
pitstop.de GmbH
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Rechtsform GmbH
Gründung 1971
Sitz Essen
Leitung Stefan Kulas
Mitarbeiter ca. 1.200
Branche Einzelhandel, Dienstleistung
Website pitstop.de

Die pitstop.de GmbH (engl. pit stop, ‚Boxenstopp‘) ist ein deutschlandweit vertretenes Unternehmen der KFZ-Branche, das Reparaturen, Wartungen und Instandsetzungen an Kraftfahrzeugen markenübergreifend nach Herstellerangaben durchführt.

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Filialnetz von Pitstop besteht aus über 300 Werkstätten, in denen etwa 1200 Mitarbeiter angestellt sind.

Nach Unternehmensangaben suchen jährlich rund eine Million Kunden eine der Pitstop-Werkstätten auf. Jede der Filialen verfügt über mindestens einen Mitarbeiter, der einen Kfz-Meisterbrief hat. Seit der Übernahme durch die PV Automotive GmbH im Jahr 2010 hat Pitstop begonnen, die Filialen zu modernisieren und mit neuer Ausrüstung auszustatten. Nach Marktforschungsergebnissen verfügt die Marke Pitstop über einen Bekanntheitsgrad von mehr als 90 %.

Seit einem Management-Buy-out im Jahr 2013 ist Stefan Kulas alleiniger Gesellschafter der pitstop.de GmbH.

Pitstop-Filiale in Hamburg

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Unternehmen Pitstop wurde 1970 gegründet und gehört damit zu den am längsten am Markt agierenden Werkstattketten in Deutschland. Die erste Meisterwerkstatt wurde 1971 in Berlin eröffnet. Bundesweit bekannt ist Pitstop vor allem über den seit Jahrzehnten verwendeten Jingle „Jo, jo, jo!“. In abgewandelter Form nutzt das Unternehmen den Begriff „Jo!“ bis heute.

In der über 40-jährigen Firmengeschichte wechselten mehrfach die Besitzer des Unternehmens. So gehörte Pitstop u. a. zu CVC,[1] die unter den Markennamen Pitstop, Speedy und Kwik-Fit rund 2000 Werkstätten in den Niederlanden, Großbritannien, Frankreich und Deutschland führte. Die PV Automotive GmbH ist bereits die achte Unternehmensgruppe, die die Werkstattkette übernommen hat.

Nach der Übernahme durch die luxemburgische Beteiligungsgesellschaft BluO (SICAV-SIF) von einer Schweizer Gesellschaft im Juli 2009[2] firmierte Pitstop einen Monat später in „Pit Auto Teile GmbH“ um.[3] Mit der Übernahme des Unternehmens durch die Essener PV Automotive GmbH[4] im Jahr 2010 erfolgte die erneute Umfirmierung in Pit-Stop Systempartner GmbH und die Verlegung des Sitzes der Gesellschaft und Firmenzentrale nach Essen. Gleichzeitig begann die Modernisierung des Unternehmens und die Umwandlung in ein Franchisesystem.[5] Zum 1. Oktober 2013 erfolgte die Übertragung des operativen Geschäftsbetriebes auf die pitstop.de GmbH.[6]

Im März 2012 zeigte eine Folge der RTL-Serie Undercover Boss Geschäftsführer Stefan Kulas, der sich undercover im eigenen Unternehmen umsah.[7] Analog zur Ausstrahlung der Sendung startete Pitstop die Aktion „Undercover-Kunde“, bei der Kunden den Werkstattservice beurteilen können.[8]

Im Oktober 2013 wurde das Unternehmen durch ein Management-Buy-out aus der PV-Automotive-Gruppe herausgelöst; seit diesem Zeitpunkt ist Stefan Kulas alleiniger Gesellschafter der pitstop.de GmbH.

2015 ergab eine Marktstudie, dass Pitstop verglichen mit den Vertragswerkstätten als preisgünstiger angesehen wird, gleichzeitig jedoch über eine geringere Kundenbindung verfügt.[9]

Nach acht Verlustjahren infolge wurden in 2016 wieder schwarze Zahlen geschrieben. Der Umsatz liegt bei über Euro 100 Millionen.[10]

Dienstleistungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Begonnen als reiner Auspuff-Sofort-Service, umfasste das Service-Portfolio von Pitstop ab 1973 für 20 Jahre die drei Kernbereiche Auspuff, Bremsen und Stoßdämpfer. Ab 1993 erweiterten die Bereiche Reifen und Ölwechsel das Service-Angebot. Mit einer weiteren Ausdehnung des Dienstleistungsangebotes und dem Wandel zum Full-Service-Anbieter für Wartungen und Reparaturen an PKWs aller Marken im Jahr 2000 wuchs das Unternehmen schneller. Seit der Jahrtausendwende stieg die Zahl der Filialen um zwei Drittel. Mittlerweile werden in allen Filialen HU-Abnahmen (durch amtlich anerkannte, externe Prüforganisationen) sowie die Wartung von Klimaanlagen und die Reparatur und der Austausch von Autoglas durchgeführt.

Pitstop verwendet nach eigenen Angaben ausschließlich Marken-Ersatzteile und arbeitet mit namhaften Herstellern wie z. B. Bridgestone, Continental, Mann+Hummel, Walker, Sachs, Varta und Castrol zusammen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Pit-Stop – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Prall gefüllte Kassen, Focus.de, 29. August 2002
  2. Angela Maier: Pit-Stop geht an neuen Finanzinvestor. (Memento vom 7. März 2012 im Internet Archive) Meldung bei Financial Times Deutschland vom 19. Mai 2009
  3. Pit-Stop heißt jetzt Pit Autoteile. Meldung bei Autoflotte.de vom 4. August 2009.
  4. Pit-Stop geht an PV Automotive und soll Franchise-Kette werden, Meldung bei Reifenpresse.de vom 30. Juli 2010
  5. Pit-Stop wird Franchise-System. Meldung im Franchiseportal vom 2. August 2010.
  6. Impressum der Webseite abgerufen am 1. Oktober 2013.
  7. "Undercover Boss": "Zu zart für die Werkstatt", T-Online.de, 6. März 2012
  8. Pressemitteilung der Pit-Stop Systempartner GmbH, 5. März 2012
  9. Vertragswerkstatt oder Freie: Diese Werkstatt-Ketten haben die meisten Fans. Focus, 30. November 2015, abgerufen am 29. November 2016.
  10. Pitstop zurück in Gewinnzone. Automobilwoche, 4. Juli 2016, abgerufen am 29. November 2016.