Pneumonitis

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Klassifikation nach ICD-10
J68.- Krankheiten der Atmungsorgane durch Einatmen von chemischen Substanzen, Gasen, Rauch und Dämpfen
J69.- Pneumonie durch feste und flüssige Substanzen
J70.- Krankheiten der Atmungsorgane durch sonstige exogene Substanzen
J84.- Sonstige interstitielle Lungenkrankheiten
ICD-10 online (WHO-Version 2019)

Der Begriff Pneumonitis steht für eine entzündliche Veränderung der Lunge. Im Gegensatz zur Pneumonie sind die Auslöser jedoch keine Mikroorganismen wie Bakterien oder Pilze, sondern in der Regel pneumotoxisch wirkende Einflüsse wie hochenergetische Strahlung oder Medikamente, also Noxen physikalischer und chemischer Art.

Ursachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursächlich können beispielsweise zahlreiche Medikamente insbesondere auch solche, die im Rahmen einer Chemotherapie eingesetzt werden, sein.[1] Zudem legen klinische Beobachtungen nahe, dass Fluorchinolon-Antibiotika Pneumonitiden mit akutem Atemversagen und persistierenden interstitiellen Infiltraten auslösen können.[2][3] Auch die Strahlentherapie, kann insbesondere in den bestrahlten Bereichen eine Pneumonitis auslösen.[4] Weitere Ursachen können Pflanzengifte[5] oder auch die Einatmung pneumotoxisch wirkender Substanzen (z. B. Fluorcarbonverbindungen, Cobalt- oder Wolfram) sein.[6][7] Ergänzend können auch Erkrankungen wie die Urämie in seltenen Fällen zur Pneumonitis führen.[8]

Klinische Erscheinung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Pneumonitis zeigt unspezifische Lungensymptome wie meist trockenen Husten, Atemnot und in manchen Fälle auch leichte Körpertemperaturerhöhung. Die Diagnose wird aus Anamnese und klinischen Symptomen, ergänzt durch Lungenfunktionsprüfung, Röntgenbild der Lunge, sowie bei Bedarf Computertomogramm und Bronchoskopie mit bronchoalveolärer Lavage gestellt. Feingeweblich findet sich dabei typischerweise das Bild einer interstitiellen Pneumonie.[9]

Therapie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Therapie sollte, sofern möglich, darin bestehen, die Einwirkung der Ursachen zu beseitigen. Symptomatisch kann auch die Gabe von Corticosteroiden angezeigt sein.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b D. Ukena: Arzneimittelinduzierte Lungenerkrankungen. In: Der Pneumologe. Mai 2007, S. 201–212, (online)
  2. D. Steiger, L. Bubendorf, M. Oberholzer, M. Tamm, J. D. Leuppi: Ciprofloxacin-induced acute interstitial pneumonitis. In: European Respiratory Journal. Band 23, Nr. 1, 1. Januar 2004, ISSN 0903-1936, S. 172–174, doi:10.1183/09031936.03.00057903, PMID 14738249 (ersjournals.com [abgerufen am 18. April 2018]).
  3. D. Jammalamadaka, H. Zhang, S. Sandur: Pulmonary Toxicity with Fluoroquinolones. In: The Internet Journal of Pulmonary Medicine. Band 11, Nr. 2, 31. Dezember 2008 (ispub.com [abgerufen am 18. April 2018]).
  4. H. Rübben: Uroonkologie. Springer, 2000, ISBN 3-540-67310-5, S. 698ff. (online)
  5. Gernot Katzer: Perilla (Perilla frutescens [L.] Britton). (online); zuletzt eingesehen am 3. Dez. 2012.
  6. M. Guirgius u. a.: Tox-Zentrum: Brennpunkte 2002. In: Schweizerische Ärztezeitung. 2003, 84(45), S. 2353–2356.
  7. M. Goldoni u. a.: Exhaled Breath Condensate as a Suitable Matrix to Assess Lung Dose and Effects in Workers Exposed to Cobalt and Tungsten. In: Environ Health Perspect. 112(13), 2004 September, S. 1293–1298. PMC 1247519 (freier Volltext)
  8. G. H. Schlund: Postoperative urämische Epikarditis und Pneumonitis nach irrtümlicher Nephrektomie wegen eines Angiomyolipoms. In: Der Urologe. Springer Verlag, 38/4/1998, S. 370–373. pdf
  9. K. J. Bühling u. a.: Intensivkurs: Allgemeine und spezielle Pathologie. Urban & Fischer-Verlag, 2004, ISBN 3-437-42411-4, S. 210, (online)
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