Potthucke

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Fertige Potthucke
Frisch aufgeschnitten

Potthucke, auch Puffert genannt, ist ein typisches Kartoffelgericht aus dem Sauerland und dem Siegerland, wörtlich bedeutet es: „das was im Topf hockt“, da sich dieses Gericht leicht am Boden festbackt. In Kochbüchern wird es auch als "Sauerländer Potthucke" bezeichnet.

Zur Zubereitung werden rohe Kartoffeln geschält, gewaschen, gerieben und in einem feinen Sieb ausgedrückt. Gekochte Kartoffeln durch ein Kartoffelpresse drücken und mit den geriebenen Kartoffeln vermengen. Das Verhältnis rohe zu gekochte Kartoffeln beträgt meist vier zu eins. Zur Kartoffelmasse werden Eier und süße oder saure Sahne dazugegeben und alles vermengt. Teilweise wurden auch kleingewürfelte Mettwurst und Zwiebeln zugegeben. Der Teig wird mit Salz und Pfeffer, manchmal auch Muskatnuss, gewürzt. In einer ofenfesten Form werden durchwachsener und gewürfelter Speck zerlassen. Nun wird der Kartoffelteig in die ofenfeste Form gefüllt. Teilweise wird kein Speck zerlassen, sondern der Teig in die zuvor mit Butter eingefettete Form gegeben und anschließend kleingewürfelter durchwachsenen Speck darüber verteilt. Abschließend wird es ca. 45 gebacken. Danach kann die Potthucke so verzehrt werden oder nach kurzem Abkühlen in ca. 2 cm dicke Scheiben geschnitten und von beiden Seiten in einer Pfanne knusprig gebraten werden. Traditionell wurde dazu Salat und Butterbrot gegessen.

Durch Henriette Davidis, die berühmteste Kochbuchautorin Deutschlands, wurde im 19. Jahrhundert die Potthucke unter dem Namen Puffert im ganzen deutschsprachigem Raum bekannt.[1] Davidis nahm das Gericht Puffert schon in das 1845 erschienene Praktische Kochbuch auf. Dieses Buch wurde bis in die 1990er Jahre in immer wieder verbesserten Auflagen gedruckt. 1994 erschien auch ein Nachdruck der Erstausgabe von 1845. Im Jahr 1879 wurde in Milwaukee in den USA auch eine besondere Ausgabe für Auslandsdeutsche gedruckt.[2] Im Rheinland beheimatet ist ein ähnliches Gericht. Bezeichnungen dafür sind z. B. Döppekooche, Döbbekuchen, Dibbelabbes, Kesselskooche je nach Region unterschiedlich. Im Westerwald wird dieses Gericht überwiegend als Datschert oder Dibbekooche bezeichnet.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Anonym: Sauerländische Küche - Regionale Küche mit Tradition. Komet Verlag, Köln 2007, ISBN 978-3-89836-705-9.
  • Sauerländer Potthucke. In: Axel Riepenhausen: Das Kochbuch aus dem Sauerland. Verlag Wolfgang Hölker, Münster 1979, ISBN 3-88117-084-7, S. 72.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Henriette Davidis, Die hausfrau: Praktische anleitung zur selbständigen und sparsamen führung ..., Leipzig, 1870
  2. Henriette Davidis, Praktisches Kochbuch für die Deutschen in Amerika, 1879, Seite 276

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]