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Powershift

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PowerShift e. V. – Verein für eine ökologisch-solidarische Energie- & Weltwirtschaft
Rechtsform Eingetragener Verein
Gründung 2010
Sitz Berlin
Geschäftsstelle Greifswalder Straße 4, 10405 Berlin
Vorsitz Tine Laufer (geschäftsführende Vorständin)
Bernd Brouns (Vorstand)
Merle Groneweg (Vorständin)
Nelly Grotefendt (Vorständin)
Umsatz 849.773 Euro (2024)
Beschäftigte 14 (2024)
Freiwillige 10 (2026)
Mitglieder 34
Website power-shift.de

Powershift (genaue Eigenbezeichnung: PowerShift – Verein für eine ökologisch-solidarische Energie- & Weltwirtschaft)[1] ist eine deutsche Nichtregierungsorganisation mit Sitz in Berlin. Die Organisation arbeitet zu Themen der Handels- und Investitionspolitik, der Klima- und Ressourcengerechtigkeit, der Energiepolitik, der Rohstoffpolitik sowie zu Mobilität.[2] Zu den Tätigkeiten zählen die Erstellung von Analysen und Hintergrundpapieren, Bildungs- und Informationsarbeit, Öffentlichkeitsarbeit sowie die Beteiligung an zivilgesellschaftlichen Kampagnen.

Powershift wurde 2010 gegründet und hat seinen Sitz in Berlin im Haus der Demokratie und Menschenrechte.[3][4] Es handelt sich um einen eingetragenen Verein, der den Status der Gemeinnützigkeit besitzt[1] und die Initiative Transparente Zivilgesellschaft unterzeichnet hat.[5] Der Jahresumsatz lag 2024 bei etwa 850.000 Euro.[6] Ende 2024 hatte der Verein 34 Mitglieder.[7]

Powershift ist Mitglied in zivilgesellschaftlichen Netzwerken und Bündnissen, darunter in der Initiative Lieferkettengesetz,[3] der EU Raw Materials Coalition[8] und leitend im Arbeitskreis Rohstoffe,[9] welcher den Rohstoffgipfel veranstaltet.[10]

Projekte und Kampagnen

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Die Organisation initiiert und unterstützt Kampagnen auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene. Dabei stützt sie sich gewöhnlich im Rahmen von Petitionen, Workshopangeboten und Aktionen auf die Beteiligung zivilgesellschaftlicher Akteure, Bürger und Interessierter. Ein weiterer Schwerpunkt von Powershift ist das Erarbeiten von Studien, Analysen und Positionspapieren zu den vertretenen Themengebieten.[11][12]

Handels- und Investitionspolitik

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Powershift positionierte sich gegen die deutsche Unterstützung von internationalen Handelsabkommen wie TTIP[13][14][15] oder CETA,[16] unter anderem aufgrund von Befürchtungen vor einem unregulierten Welthandel.[17][18][4] Das Abkommen der Europäischen Union mit den Mercosur-Staaten in Südamerika kritisiert die Organisation, weil durch den undifferenzierten Zollabbau landwirtschaftliche Betriebe beiderseits des Atlantik gefährdet würden und europäische Chemieunternehmen noch leichter gefährliche und umweltschädliche Chemikalien wie Pestizide dorthin exportieren könnten.[19][20]

Powershift beteiligte sich aktiv an der internationalen Kampagne für einen Ausstieg aus dem Energiecharta-Vertrag,[21][22] aus dem Deutschland und die Europäische Union 2023 bzw. 2024 austraten.[23] Im Bereich Konzernklagerechte kritisiert und dokumentiert Powershift vor allem Investor-Staat-Schiedsverfahren, jene Schiedsgerichte urteilten demnach anders und intransparenter als nationale Gerichte und oft zugunsten von klagenden Unternehmen. Im Rahmen von eingefrorenen Vermögen russischer Oligarchen in der EU nach Beginn des Ukrainekrieges war Powershift an der Erstellung einer Studie beteiligt, welche feststellte, dass es in diesem Zusammenhang 2025 einen starken Anstieg von Schiedsgerichtklagen durch russische Unternehmen gab.[24][25][26]

Rohstoffpolitik

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Die Organisation setzt sich für eine „Rohstoffwende“ ein, durch die weltweit deutlich weniger Rohstoffe abgebaut und verbraucht werden sollen.[27] PowerShift kritisierte 2025 im Tagesspiegel die Ausrichtung deutscher Rohstoffpartnerschaften mit Förderländern sowie die enge Abstimmung der Politik mit Industrieinteressen. Aus Sicht der Organisation kann eine langfristige Verringerung strategischer Abhängigkeiten etwa von China und anderen Exporteuren nur durch den konsequenten Ausbau der Kreislaufwirtschaft und eine deutliche Reduktion der Rohstoffverschwendung erreicht werden.[28] In der Frankfurter Rundschau plädierte Powershift 2025 zudem für einen „gerechten Dialog über die Verteilung von Rohstoffen“ und eine Senkung des Verbrauchs von Metallen.[29]

Powershift äußerte außerdem, die Bundesregierung müsse den Sekundärrohstoffmarkt stärker fördern und den Abbau primärer Rohstoffe konsequent an Umwelt- und Menschenrechtskriterien ausrichten.[30]

Im Zusammenhang mit der Energiewende untersuchte Powershift 2023 in einer Studie den Metallbedarf verschiedener Energietechnologien. Ergebnis war, dass Erneuerbare Energien zwar ebenfalls Rohstoffe bedürfen, dies aber kein Argument gegen die Energiewende sei, denn ältere Energietechnologien wie der Kohleabbau erwiesen sich nicht als rohstofffreundlicher. Für eine Senkung des weltweiten Rohstoffbedarfs befürwortet die Organisation eine Stärkung der Kreislaufwirtschaft.[31] Das Vorgehen der Trump-Regierung, über eine Einverleibung Grönlands nachzudenken, kritisierte Powershift 2026 unter völkerrechtlichen und demokratischen Aspekten und weil es für eine „gescheiterte Rohstoffpolitik“ stehe, anstatt den Weg von politischer Transformation und geringerem Verbrauch zu gehen.[32]

Zu den Forderungen im Bereich Energiepolitik zählen unter anderem eine stärkere Rekommunalisierung der Fernwärme[33] sowie eine Ablehnung von CO2-Abscheidung und -Speicherung als „Scheinlösung“.[34] Powershift sieht Holzverbrennung als Energielieferant kritisch und hält insbesondere die Sicht auf Holz als Alternative zu fossilen Brennstoffen für falsch, weil die Aufforstung von Wäldern einige Jahrzehnte benötige und überdies bei der Holzverbrennung auch Kohlenstoffdioxid produziert werde.[35] Die Nutzung von Wasserstoff als Energieträger sieht die Organisation grundsätzlich als vielversprechend, sieht aber Wasserstoff-Großprojekte im Globalen Süden und deren Auswirkungen eher skeptisch, weil sie koloniale Ungerechtigkeiten fortzusetzen drohen.[36][37]

Verkehrspolitik

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Powershift fordert das Erreichen einer Verkehrswende[38] in deutschen Städten und unterstützt Konzepte einer autofreien Innenstadt. Autoverkehr in Städten solle reduziert und effektiver gestaltet werden.[39] Dazu koordinierte der Verein unter anderem das Projekt „Berliner Straßen für alle“,[40] mit dem eine gerechtere Verteilung des städtischen Lebensraums erreicht und neue Mobilitäts- und Lebensräume in Berlin geschaffen werden sollen. Im Herbst 2021 baute Powershift in Berlin an einigen Stellen in Abstimmung mit Bezirksämtern Parklets auf, um zu zeigen, wie bisherige Auto-Parkplätze auf andere Art und Weise effizient genutzt werden können.[41]

Die Monatszeitung OXI urteilt über Powershift, sie „bleibt an einem Thema dran, beschreibt fundiert, wie eins mit dem anderen zusammenhängt, unterbreitet Vorschläge, wie Industrien und Politik Verantwortung übernehmen können und welche Folgen ein maßloser Extraktivismus für unsere Spezies und den Planeten hat.“[42]

Greenpeace beschrieb, Powershift mache auf Probleme im Zusammenhang mit Rohstoffen aufmerksam und versuche Lösungen zu erarbeiten. Dabei werde deutlich, dass „Schutz von Umwelt, Klima und Menschenrechten eng zusammenhängen“.[43]

Einzelnachweise

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  1. 1 2 Satzung. (PDF) In: power-shift.de. PowerShift e.V., 23. Juni 2021, abgerufen am 10. April 2022.
  2. Christian Endt: „Unternehmen entziehen sich jeglicher Gerichtsbarkeit“. In: Süddeutsche Zeitung. 1. Februar 2017, abgerufen am 25. Mai 2022.
  3. 1 2 Über uns. In: PowerShift e.V. Abgerufen am 10. April 2022.
  4. 1 2 Marcus Noack, Romek Vogel: „Freihandel kann nicht nachhaltig sein“ – Interview mit Peter Fuchs, Geschäftsführer von PowerShift. In: Lifeverde. Abgerufen am 12. März 2026.
  5. Unterzeichner. In: Transparency International. Abgerufen am 10. April 2022.
  6. Initiative Transparente Zivilgesellschaft. In: PowerShift. Abgerufen am 16. März 2026.
  7. Geschäftsbericht 2024 PowerShift, Verein für eine ökologisch-solidarische Energie- & Weltwirtschaft e.V. In: Powershift. Abgerufen am 12. März 2026.
  8. Rohstoffwende: Weniger Rohstoffe abbauen, mehr Alternativen schaffen. In: Energiezukunft. 14. November 2024, abgerufen am 2. März 2026.
  9. Über den AK Rohstoffe. In: AK Rohstoffe. Abgerufen am 28. Mai 2022.
  10. Arbeitskreis Rohstoffe fordert Reduktionsziele für Ressourcenverbrauch. In: Neues Deutschland. 19. Oktober 2022, abgerufen am 16. März 2026.
  11. Christoph von Eichhorn: Führt die Energiewende Deutschland in neue Abhängigkeiten? 9. Mai 2023, abgerufen am 13. März 2026.
  12. Anja Krüger: Klimafreundliches Heizen: NGOs legen Empfehlungen für kommunale Wärmeplanung vor. In: Die Tageszeitung: taz. 15. November 2024, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 13. März 2026]).
  13. TTIP: Abgeordnete fühlen sich schlecht informiert. In: Deutscher Bundestag. 2014, abgerufen am 25. Mai 2022.
  14. Jule Reimer: Diskussionen um TTIP light – „Schiedsgerichte sind ein hochgefährliches Instrument“. In: Deutschlandfunk. 2. Mai 2018, abgerufen am 25. Mai 2022.
  15. TTIP: Pro und Contra. In: Deutschlandfunk Nova. 19. Oktober 2015, abgerufen am 25. Mai 2022.
  16. Alessa Hartmann: CETA ist Sargnagel für das Klima. In: Tagesspiegel. 18. Februar 2020, abgerufen am 25. Mai 2022.
  17. TTIP: Bundesregierung trickst bei Schiedsgerichten. In: Die Zeit. 18. Mai 2016, abgerufen am 25. Mai 2022.
  18. Alexandra Endres: TTIP: Kommt Fracking durch Freihandel? In: Die Zeit. 6. März 2014, abgerufen am 25. Mai 2022.
  19. Jost Maurin: Kritik der Organisation PowerShift: Mercosurvertrag fördert Pestizide. In: Die Tageszeitung. 20. August 2020, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 13. März 2026]).
  20. EU-Mercosur-Abkommen: Klagerecht gegen den Green Deal. In: Energiezukunft. 22. Juli 2025, abgerufen am 16. März 2026.
  21. Susanne Schwarz: Umstrittener Vertrag über Energiecharta: Der „fossile Dino“ soll weg. In: Die Tageszeitung. 4. Mai 2022, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 25. Mai 2022]).
  22. Jörg Staude: Reform der Energiecharta gescheitert? In: Klimareporter. 23. Mai 2022, abgerufen am 25. Mai 2022.
  23. Energiecharta: EU notifiziert Vertragsaustritt und beendet EU-interne Schiedsverfahren – Vertretung in Deutschland. In: Europäische Kommission. Abgerufen am 13. März 2026.
  24. Petra Pinzler: Russisches Vermögen: Wie russische Oligarchen europäische Staatshaushalte attackieren. In: Die Zeit. 9. Dezember 2025, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 13. März 2026]).
  25. Eingefrorene russische Vermögen: Europa unter Zugzwang. In: Österreichischer Rundfunk. 13. März 2026, abgerufen am 13. März 2026.
  26. Arthur Neslen: Revealed: secret courts that allow energy firms to sue for billions accused of ‘bias’ as governments exit. In: The Guardian. 14. November 2022, ISSN 0261-3077 (theguardian.com [abgerufen am 13. März 2026]).
  27. Die Mine zuhause: Unsere Elektrogeräte sind wahre Goldgruben. In: Mitteldeutscher Rundfunk. 5. März 2021, abgerufen am 12. März 2026.
  28. Michael Reckordt: Kritische Rohstoffe: Rohstoffe nicht von der Mine, sondern von der Gesellschaft her denken. In: Der Tagesspiegel. 27. August 2025 (tagesspiegel.de [abgerufen am 12. März 2026]).
  29. Michael Reckordt, Nik Völker: Gerechter Dialog über Rohstoffe. In: Frankfurter Rundschau. 27. März 2025, abgerufen am 12. März 2026.
  30. Heike Holdinghausen: Abhängigkeit von Rohstoffen: Der Ausweg aus der China-Falle. In: Die Tageszeitung: taz. 20. Oktober 2022, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 16. März 2026]).
  31. Joachim Wille: Energiewende braucht viel Metall. In: Frankfurter Rundschau. 17. Januar 2023, abgerufen am 13. März 2026.
  32. Kathrin Hartmann: Trump will Rohstoffe, deren Förderung Grönlands progressives Recht verbietet. In: Der Freitag. 22. Januar 2026, ISSN 0945-2095 (freitag.de [abgerufen am 16. März 2026]).
  33. Claudius Prößer: Rekommunalisierung der Fernwärme: Berlin und sein Holz. In: Die Tageszeitung. 25. April 2024, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 13. März 2026]).
  34. CCS: Breites Umweltbündnis warnt vor gefährlichem Irrweg. In: Deutsche Umwelthilfe. Abgerufen am 13. März 2026.
  35. Claudius Prößer: Fernwärme aus Biomasse in Berlin: Das Holz im Wald stehen lassen. In: Die Tageszeitung. 1. März 2024, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 13. März 2026]).
  36. Hendrik Schnittker, Lisa Steinwandel: Wasserstoff und Klimagerechtigkeit. In: PowerShift. 15. Dezember 2022, abgerufen am 16. März 2026 (deutsch).
  37. Grüner Wasserstoff aus Namibia: Koloniale Kontinuität? In: Rosa-Luxemburg-Stiftung. Abgerufen am 16. März 2026.
  38. Michael Bauchmüller: Autoindustrie: So groß ist der ökologische Fußabdruck deutscher Autos. In: Süddeutsche Zeitung. 3. September 2021, abgerufen am 25. Mai 2022.
  39. Claudius Prößer: Initiative stellt Forderungen an Senat: Weniger Autos, besserer Verkehr. In: Die Tageszeitung. 20. November 2019, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 13. März 2026]).
  40. Berliner Straßen für alle! – Für ein menschenfreundliches und klimagerechtes Berlin. In: Berliner Straßen für alle. Abgerufen am 25. Mai 2022.
  41. Bao-My Nguyen: „Behörden verlangen aberwitziges Schutzkonzept“: Streit um Parklets in Berlin-Prenzlauer Berg. In: Der Tagesspiegel. 17. Juni 2022, ISSN 1865-2263 (tagesspiegel.de [abgerufen am 12. März 2026]).
  42. Kathrin Gerlof: Glossar. In: OXI. common Verlagsgenossenschaft eG, April 2022, S. 5.
  43. Für eine Wende auch bei Rohstoffen. In: Greenpeace. Abgerufen am 13. März 2026.