Primärdaten

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Primärdaten, auch Rohdaten, oder Urdaten sind in der empirischen Forschung jene Daten, die bei einer Datenerhebung unmittelbar gewonnen werden. Die einzelnen Werte des Primärdatetsatz nennt man Urwerte. Die Primärdaten werden in einer Urliste erfasst, wobei die Urwerte dem jeweiligen Merkmalsträger zugeordnet sind. Von den Primärdaten werden die Sekundärdaten abgeleitet.

Bei physikalischen Messungen werden Primärdaten meist Messwert genannt. Bei manchen Erfassungsmethoden ist keine klare Trennung zwischen Primär- und Sekundärdaten möglich. So liegt der Klassifizierung vielfach bereits eine Interpretation zugrunde.

Beispiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Ausmessung eines Zimmers wird die Länge mit , die Breite mit sowie die Höhe mit gemessen. Diese drei Werte sind die Primärdaten. Aus ihnen wird durch Berechnung die Fläche mit sowie der Rauminhalt mit abgeleitet.

In der Digitalfotografie ist es üblich, dass die von den Photodioden des Bildsensors ausgelesenen Spannungswerte von der Kamera im Rahmen einer Bildverarbeitung verarbeitet werden. Das Ziel ist dabei meist eine möglichst realistische Wiedergabe des Motivs. Außerdem werden die Daten komprimiert, so dass sie weniger Platz auf Datenträgern einnehmen. Bei vielen Kameras ist es aber auch möglich, Bilder ohne diese Datenverarbeitung zu erhalten. Diese Rohdaten werden in einem Rohdatenformat gespeichert und übertragen. Die weitere Verarbeitung erfolgt dann in einem externen Computer.

Schwierigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bezüglich der gemessenen Primärdaten können Messfehler verschiedener Art auftreten. Kritik an Primärdaten kann sich nur auf die Erhebungsmethodik oder auf die Sorgfalt der Erhebung beziehen.

Von Bedeutung wird die Unterscheidung zwischen Primär- und Sekundärdaten bei komplexeren Betrachtungen. So sind z. B. bei Messungen im sozialwissenschaftlichen Bereich die Primärdaten von den Sekundärdaten zu unterscheiden, weil die Erhebungsmethode (darunter z. B. die Art der Frage bei einer Meinungsumfrage) für die Aussagekraft der abgeleiteten Daten erheblich werden kann. Durch Anonymisierung der Primärdaten können (absichtlich) Datenelemente verlorengehen, die die Auswertungsmöglichkeiten beschränken. Die Anonymisierung ermöglicht auch die Wahrung des Persönlichkeitsschutzes von InterviewpartnerInnen.