Forschungsdaten

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Forschungsdaten lassen sich zusammenfassend als die (digitalen) Daten definieren, die während eines Forschungsprozesses entstehen oder sein Ergebnis sind. Es gibt verschiedene genauere Definitionen, von denen zwei hier beispielhaft aufgeführt werden:

Definition von Forschungsdaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Forschungsdaten sind nach einer Definition der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen Daten, "die im Zuge wissenschaftlicher Vorhaben z. B. durch Digitalisierung, Quellenforschungen, Experimente, Messungen, Erhebungen oder Befragungen entstehen."[1]
  • "Unter digitalen Forschungsdaten verstehen wir alle digital vorliegenden Daten, die während des Forschungsprozesses entstehen oder sein Ergebnis sind. Der Forschungsprozess umfasst dabei verschiedene Schritte angefangen mit der Nutzung bereits verfügbarer Forschungsdaten oder ihrer Generierung, wobei verschiedenste Formen wie ein Experiment in den Naturwissenschaften, eine dokumentierte Beobachtung in einer Kulturwissenschaft oder eine empirische Studie in den Sozialwissenschaften denkbar sind. Weiter umfasst der Forschungsprozess die Prozessierung und Aufbereitung sowie die Analyse und Auswertung von Forschungsdaten, der sich die Distribution eines Forschungsergebnisses (klassischerweise in Form einer Publikation) anschließt sowie die Datenpublikation und die Datenarchivierung der Forschungsdaten."[2]

Beispiele für Forschungsdaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Vielfalt von Forschungsdaten spiegelt sich in der Vielfalt unterschiedlicher wissenschaftlicher Disziplinen und Forschungsverfahren wider. Zu Forschungsdaten zählen beispielsweise [3]:

  • Messdaten
  • Laborwerte
  • audiovisuelle Informationen
  • Texte
  • Surveydaten
  • Objekte aus Sammlungen oder Proben, die in der wissenschaftlichen Arbeit entstehen, entwickelt oder ausgewertet werden
  • Methodische Testverfahren, wie Fragebögen, Software oder Simulationen

Umgang mit Forschungsdaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da Forschungsdaten eine wesentliche Grundlage für das wissenschaftliche Arbeiten bilden, leistet ihre langfristige Sicherung und Bereitstellung einen Beitrag zur Nachvollziehbarkeit und Qualitätssicherung. Außerdem eröffnen sich Anschlussmöglichkeiten für weitere Forschungsvorhaben.[4]

Die Sicherung, Nachnutzung und etwa die Langzeitarchivierung dieser Daten ist aufgrund der Digitalisierung von Informationen, der Diskussion um Gute wissenschaftliche Praxis und um Open Access auch zu Daten ein Thema von Wissenschaftlichen Institutionen. So hat etwa die Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen im Jahr 2010 "Grundsätze zum Umgang mit Forschungsdaten" verabschiedet.[5]

Alle Maßnahmen, die sicherstellen, dass digitale Forschungsdaten nutzbar sind, werden unter dem Begriff Forschungsdatenmanagement zusammengefasst.

In vielen Big Data Sciences ist es bereits langjährige etablierte Praxis, Forschungsdaten dauerhaft zu speichern und Open Access nachnutzbar zu machen. Ein Beispiel hierfür aus dem Bereich Umwelt- und Klimawissenschaften ist das Datenrepositorium PANGAEA. Im Gegensatz dazu ist in vielen Long Tail-Diziplinen (also Forschungsbereichen außerhalb von Big Data) ein systematisches Forschungsdatenmanagement noch nicht etabliert.[6]

Forschungsdateninfrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Forschungsdaten sind häufig Mikrodaten, in den Sozialwissenschaften Umfragedaten. Sie werden mittels Forschungsdateninfrastruktur bereitgestellt. Die Forschungsdateninfrastruktur erlaubt eine langfristige Speicherung oder Archivierung und anschließend einen leichten Zugang zu den archivierten Daten, etwa um diese für eine Forschungsfrage erneut zu analysieren.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. siehe Forschungsdaten, Beschreibung des Handlungsfeldes der Allianzinitiative Digitale Information
  2. Kindling, Maxi; Schirmbacher, Peter; Simukovic, Elena (2013) Forschungsdatenmanagement an Hochschulen: das Beispiel der Humboldt-Universität zu Berlin. LIBREAS. Library Ideas 23 (2013). urn:nbn:de:kobv:11-100212700.
  3. Deutsche Forschungsgemeinschaft, Leitlinien zum Umgang mit Forschungsdaten (2015): [1]
  4. siehe Deutsche Forschungsgemeinschaft, Leitlinien zum Umgang mit Forschungsdaten (2015): [2]
  5. siehe Grundsätze zum Umgang mit Forschungsdaten der "Allianz"
  6. siehe Archivierung und Publikation von Forschungsdaten: Die Rolle von digitalen Repositorien am Beispiel des RADAR-Projekts