Princeps

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Princeps ist lateinisch (primus und capio, ursprünglich mit der Bedeutung „(bei der Beuteverteilung) zuerst nehmend“, „in der Reihenfolge der Erste“)[1] und wird allgemein mit „erster Bürger“ oder „erster unter Gleichen“ übersetzt. Er war der offizielle Titel der römischen Kaiser im System des Prinzipats.

Während der Römischen Republik konnten die Schriftsteller herausragende Männer aller Völker und Länder als princeps bezeichnen und es gab innerhalb Roms meist mehrere principes zur gleichen Zeit. Voraussetzung für die „Aufnahme“ unter die principes waren Leistungen für den Staat und Zugehörigkeit zur Nobilität, man erwartete Tapferkeit sowie Kenntnis der Gesetze, Einrichtungen (institutiones) und althergebrachten Traditionen.

In der Römischen Kaiserzeit wurde der Begriff auf den Kaiser, weiterhin auf andere Römer besonderen Rangs (principes viri) – dann meist mit einem Zusatz wie princeps civitatis – und auf Nichtrömer angewandt. Als princeps ohne weiteren Zusatz wurde jedoch allein der Kaiser angesprochen. Eine staatsrechtliche Einbindung des Begriffs existierte nicht, auch gehört der Begriff nicht der festen kaiserlichen Titulatur an und die Macht des kaiserlichen Princeps erwuchs ihm aus der Übertragung anderer Befugnisse, etwa der prokonsularischen Gewalt über die kaiserlichen Provinzen oder der tribunizischen Gewalt

Als Princeps ist der Kaiser zugleich Princeps Senatus, der Erste im Senat, der im römischen Senat als primus inter pares fungierte und während einer Senatstagung als Erster seine Stimme abgab. Zur Designation eines potentiellen Nachfolgers des Kaisers verwendete man den Titel princeps iuventutis („Erster der adligen Jugend“), ein Begriff, der bereits während der Republik für die Adelsreiter und für führende junge Männer nichtrömischer Gemeinwesen benutzt wurde, ab der Kaiserzeit nur den kaiserlichen Prinzen zukam.

Erster Träger des Princeps-Titels war Augustus, der seit 27 v. Chr. seine Stellung mit diesem Begriff umschrieb ("me principe"). Er hatte erkannt, dass eine offen monarchische Ordnung von Senat und Volk nicht akzeptiert werden würde, und verzichtete auf den Titel dictator oder gar rex (König), da er aus der Ermordung Julius Caesars gelernt hatte, der sich zum dictator perpetuus (Diktator ohne Amtszeitbeschränkung) hatte ernennen lassen. Augustus konstruierte deshalb eine monarchische Ordnung, die durch eine republikanische Fassade verdeckt wurde. Zu den Details dieses Systems siehe Prinzipat.

Bereits Domitian bezeichnete sich nicht mehr als princeps, sondern als dominus et deus („Herr und Gott“), doch kehrten seine Nachfolger zur älteren Sprachregelung zurück. In der Spätantike wurde dann auch offen von der republikanischen Fassade Abstand genommen – der Realität entsprach sie freilich schon unter Augustus nicht. Zugleich blieb die Bezeichnung princeps aber noch bis ins 6. Jahrhundert üblich. Zur offiziellen Kaisertitulatur (Imperator Caesar Augustus) zählte sie nie, lediglich der Usurpator Maxentius nannte sich zu Beginn seiner Regierungszeit princeps invictus.

Ab etwa dem Mittelalter wird unter dem lateinischen Begriff Princeps im deutschen Sprachgebrauch der Adelstitel eines Fürsten mit dem Anspruch auf die Anrede „Durchlaucht“ bzw. „Erlaucht“ verstanden. Die deutsche Bezeichnung „Fürst“ ist wiederum sprachlich mit dem englischen Wort „the first“, also „der Erste“ verwandt.

Literatur[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Paulus Diaconus, Epitome aus De Verborum Significatu des Sextus Pompeius Festus 71, 2; 75, 4.