Pseudogetreide

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Pseudogetreide (auch: Pseudocerealien) sind Körnerfrüchte von Pflanzenarten, die nicht zur Familie der Süßgräser (Poaceae = alle echten Getreidearten) gehören, aber ähnlich wie Getreide verwendet werden. Die Samen sind meist sehr reich an Stärke, Eiweiß, Mineralstoffen und Fett. Sie besitzen zwar keine Eigenbackfähigkeit, wie beispielsweise Weizen oder Roggen, werden aber ansonsten ähnlich wie Getreide verwendet. Pseudogetreide sind in Mitteleuropa auf ertragsstarken Standorten gegenüber den hier üblicherweise angebauten Kulturpflanzen nicht konkurrenzfähig. Sie verfügen über ein niedriges Ertragsniveau und verfügen aufgrund großer Ertragsschwankungen über eine geringe Ertragssicherheit. Darüber hinaus sind einige wärmeliebend (Quinoa, Amarant) und für den Anbau in Deutschland bisher keine angepassten Sorten vorhanden (Stand 2012).[1]

Alle Pseudocerealien sind glutenfrei und daher als Diätspeisen bei Zöliakie geeignet. Buchweizen, Amarant und Quinoa lassen sich ebenso zu Malz verarbeiten.

Arten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die wichtigsten Pseudogetreidearten sind (nach der weltweiten Erntemenge):[2]

weitere Arten:

  • aus anderen Pflanzenfamilien:

Merkmale der wichtigsten Pseudogetreidearten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Merkmal Buchweizen[1] Quinoa[1] Amarant[1]
Pflanzentyp C3 C3 C4
Mindestkeimtemperatur (°C) 5–8 5–7 10–12
Tausendkornmasse (g) 15–30 1–3 0,5–2
Pflanzenhöhe (cm) 50–60 100–150 100–200
Kornertrag (dt/ha) 15–20 10–45 2–60
Vegetationsdauer (Tage) 100–120 100–140 120–150

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Thomas Miedaner, Friedrich Longin: Unterschätzte Gestreidearten – Einkorn, Emmer, Dinkel & Co. Agrimedia, 2012, ISBN 978-3-86263-079-0.
  2. Welternten 2014, Statistik der FAO abgerufen am 26. Mai 2017.
  3. Wolfgang Franke: Nutzpflanzenkunde. 3. Auflage. Georg Thieme, Stuttgart/New York 1985, ISBN 978-3-13-530403-8, S. 105–106.
  4. Colin W. Wrigley, Harold Corke, Koushik Seetharaman, Jon Faubion: Encyclopedia of Food Grains. Vol. 1, Second Edition, Academic Press, 2016, ISBN 978-0-12-803537-5, S. 275.
  5. Wattlesseds, Akaziensamen auf lebensmittellexikon.de, abgerufen am 26. April 2017.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Pseudogetreide – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien